Was passiert, wenn ein noch nicht abgeschriebener Posten aus dem Sammelpostenverfahren verkauft wird?

Gemäß § 6 Abs. 2a Satz 3 bleibt das Wirtschaftsgut im Sammelposten enthalten, da dieses Verfahren eben eine Pauschalierung darstellt. Trotzdem wird der Veräußerungserlös aber sofort und vollständig zur Betriebseinnahme, sodass der Wert des Guts eine Zeit lang doppelt in den Büchern vorkommt.

Wie werden Rabatte durch den Arbeitgeber steuerlich behandelt?

Gemäß § 8 Abs. 3 EStG werden vom Wert der Produkte zunächst 4 % abgezogen. Danach wird der tatsächlich vom Arbeitnehmer gezahlte Preis abgezogen und so der Rabatt errechnet. Für alle diese Rabatte gibt es nochmal 1080 Euro Freibetrag pro Jahr.

Beispiel:
Arbeitnehmer kauft von seinem Arbeitgeber eine Küche (Wert: 10.000 Euro) zum Vorzugspreis von 7000 Euro. Vom Wert werden zunächst 4 % abgezogen, es bleiben also noch 9600 Euro übrig. Gezahlt wurden 7000 Euro, es gab also 2600 Euro Rabatt. Wenn der Arbeitnehmer keine weiteren Rabatte in diesem Jahr bekommen hat, kann er den kompletten Freibetrag (1080 Euro) abziehen, es bleiben also noch 1520 Euro übrig, die das zu versteuernde Einkommen erhöhen.

Was sind fortgeführte Anschaffungskosten?

Wird eine gebrauchte Sache in einen Gewerbebetrieb eingelegt, so geschieht das unter Zugrundelegung der fortgeführten Anschaffungskosten. Die genaue Prüfung gibt § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG vor:

  1. Zunächst ist der Teilwert im Zeitpunkt der Zuführung einzusetzen, Satz 1, erster Halbsatz.
  2. Das Maximum sind jedoch die Anschaffungskosten, sofern die Sache innerhalb der letzten drei Jahre angeschafft wurde, Satz 1, zweiter Halbsatz.
  3. Diese Anschaffungskosten sind aber weiter entsprechend der AfA-Berechnung zu verringern, Satz 2.

Beispiel: Der Unternehmer U schafft im Juni 2011 ein Auto für 28.000 Euro privat an. Dieses hat eine voraussichtliche Nutzungsdauer von sieben Jahren (AfA: 28.000/7 = 4000 Euro). Drei Jahre später, im Juni 2014, ist es aufgrund guter Pflege immer noch 22.000 Euro wert; hier bringt er es in seinen Betrieb ein.

  1. Teilwert: 22.000 Euro
  2. Anschaffungskosten: 28.000 Euro
  3. verminderte Anschaffungskosten: 28.000 – (3×4000) = 16.000 Euro

Die verminderten Anschaffungskosten deckeln folglich den einzusetzenden Teilwert auf diese 16.000 Euro.

Wann wird der Gewinn steuerlich realisiert?

Ein Betriebsgewinn aus einem einzelnen Geschäft realisiert sich erst im Moment der Leistungserbringung. Der Einkauf einer Ware ist wirtschaftlich neutral, da nur Geld gegen eine Sache getauscht wird – die Sache hat damit bilanziell den gleichen Wert wie das Geld. Erst, wenn die Sache wieder in Geld getauscht (sprich: mit Gewinn an den Kunden verkauft) wird, passiert in der Bilanz etwas Entscheidendes. Nun wird aus der Ware mit einem bestimmten Wert eine Kaufpreisforderung (oder eine Geldsumme) mit einem höheren Wert.

Was sind Sammelposten?

Für einzelne Wirtschaftsgüter eines bestimmten Anschaffungsjahrs, die jeweils zwischen 150,01 und 1000,00 Euro gekostet haben, kann (muss aber nicht) gemäß § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet werden, um die komplizierten AfA-Abschreibungen zu vermeiden. Dieser Sammelposten wird dann – egal, wieviel er insgesamt wert ist und welche Lebensdauer die darin enthaltenen Gegenstände haben – pauschal auf fünf Jahre abgeschrieben.

Allerdings ist hier keine sog. „Rosinenpickerei“ möglich. Es müssen entweder keines oder alle Wirtschaftsgüter in dieser Preisspanne in den Sammelposten eingebracht werden, siehe Satz 5 der Vorschrift. Damit soll verhindert werden, dass Waren mit einer geringeren Lebensdauer (und damit kürzeren Abschreibungsdauer) herausgenommen werden.

Was ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut?

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist ein solches, das nicht mehr als 410 Euro (früher 800 DM, darum der ertwas krumme Betrag) gekostet hat. Dieses kann man im Anschaffungsjahr voll als Ausgabe ansetzen, es muss keine AfA-Abschreibung über mehrere Jahre erfolgen. (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG)

Nun könnte man auf die Idee kommen, auch sehr viel teurere Dinge entsprechend zu trennen, um davon zu profitieren und die Buchhaltung einfacher zu machen: Ein Auto besteht aus lauter Einzelteilen, die man größtenteils unter einen Wert von 410 Euro bringen könnte, wenn man das Auto nur gedanklich entsprechend aufteilt bzw. sich eine entsprechende Rechnung geben lässt. Um dies zu verhindern, verbietet Satz 2 eine Auftrennung technisch aufeinander abgestimmter Wirtschaftsgüter ohne selbstständige Benutzbarkeit. Und die Gangschaltung eines Autos ergibt ohne den Motor nunmal wenig Sinn.

Was ist ein Aktivtausch?

Als Aktivtausch bezeichnet man den Erwerb anderer Güter aus seinem Vermögen. Wenn eine Firma bspw. 25.000 Euro ausgibt, um damit ein Auto im gleichen Wert zu kaufen, wird die Firma dadurch weder reicher noch ärmer. Die Aktiva (das Vermögen der Firma) werden lediglich in etwas anderes getauscht. Steuerlich ist dies grundsätzlich unbedeutend.

Es können allerdings Abschreibungen für Abnutzungen (AfA) anfallen.

Was ist eine stille Last?

Als stille Last bezeichnet man es, wenn ein Vermögensposten tatsächlich weniger wert ist als sein Buchwert. Wird ein Firmenauto bspw. über sechs Jahre abgeschrieben, ist sein Wert nach drei Jahren noch 50 % des Anschaffungswerts. Wenn das Auto aber mittlerweile sehr ramponiert ist, kann es auch einen deutlich niedrigeren Zeitwert haben. Diese Wertdifferenz taucht zunächst nicht in den Büchern auf, sie stellt daher eine „stille Last“ dar.

Das Gegenteil ist die stille Reserve.