Wie wird die Privatnutzung eines Dienstfahrzeugs steuerlich behandelt?

Die Privatnutzung eines Dienstfahrzeugs wird gemäß § 8 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG behandelt. Man muss also entweder 1 % des Listenpreises pro Monat versteuern oder ein Fahrtenbuch führen. Hierbei reicht es in der Regel, das Fahrtenbuch drei repräsentative Monate lang zu erstellen, danach werden diese Daten entsprechend auf Dauer übernommen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Dienstfahrt und dem Arbeitsweg?

Als Arbeitsweg bezeichnet man die Fahrt zwischen Privatwohnung und erster Tätigkeitsstelle. Da die Arbeit an sich eine Bringschuld ist, ist der Weg zur Arbeit auch Privatsache des Arbeitnehmers. Wir sie trotzdem bezahlt, handelt es sich um eine Form von Arbeitslohn. Steuerfrei ist insoweit allerdings eine vom Arbeitgeber organisierte Sammelbeförderung (z.B. ein Werksbus, § 3 Nr. 32).

Demgegenüber ist eine Dienstfahrt eine Fahrt zu einem anderen Ort auf Anweisung des Arbeitgebers. Diese Fahrt ist keine Bringschuld, der Arbeitnehmer muss sie also auf jeden Fall als arbeitsvertragliche Pflicht unternehmen. Damit kann es sich insoweit auch um keinen verkappten Arbeitslohn handeln.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Gemäß § 8 Abs. 2 EStG sind Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge geldwerte Vorteile. Damit unterscheiden sie sich in der steuerlichen Behandlung von unmittelbarem Geldeswert, Abs. 1. Insbesondere gibt es hier einen Freibetrag in Höhe von 44 Euro pro Monat gemäß Abs. 2 Satz 11. Insoweit handelt es sich faktisch um einen steuer- und sozialversicherungsfreien Arbeitslohn.

Wann sind Geschäftsessen absetzbar?

Geschäftsessen können nur abgesetzt werden, wenn ein geschäftlicher Anlass besteht. Für einen geschäftlichen Anlass reicht es nicht aus, wenn man die eigenen Arbeitnehmer einlädt, da man „geschäftlich“ nur mit Geschäftspartnern essen kann. Unangemessene Kosten, also ein völlig außer Verhältnis stehendes Luxusessen, finden keine Berücksichtigung. Aber auch von den angemessenen Kosten sind noch 30 % pauschaler Abzug (§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG) wegzurechnen.

Wann können Geschenke aus betrieblichen Gründen abgesetzt werden?

Nur dann, wenn sie nicht mehr als 35 Euro pro Person und Jahr betragen (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG). Geschenke an die eigenen Arbeitnehmer können dagegen stets abgesetzt werden, da diese dann von den Arbeitnehmern als Arbeitslohn versteuert werden müssen, sofern die Freigrenzen des § 8 Abs. 2 EStG überschritten werden.

Was sind durchlaufende Posten?

§ 4 Abs. 3 Satz 2 liefert folgende Definition:

Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben (…), die im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt werden (durchlaufende Posten).

Vereinnahmung bzw. Verausgabung „in Namen eines anderen“ sind solche, die bei denen der Durchlauf nach außen in Erscheinung tritt, diejenigen „auf Rechnung“ werden dagegen nur nach innen wirtschaftlich zugeordnet.

Was sind „Steuerbescheiden gleichstellte Bescheide“?

Darunter versteht man zunächst die Unterarten des Steuerbescheids, nämlich den Freistellungsbescheid, den Ablehnungsbescheid und die Steuervergütung. Daneben gehören auch der Vorauszahlungsbescheid, die Aufhebung des Vorbehalts der Nachprüfung, der Feststellungsbescheid, der Steuermessbescheid und der Zinsbescheid dazu. All diese Bescheide haben unmittelbar etwas mit der Steuerhöhe zu tun.

Keine gleichgestellten Bescheide sind die verfahrenstechnischen und diejenigen, die sich lediglich auf Nebenleistungen beziehen, vor allem Auskunftsersuchen, Fristverlängerungen, Verspätungszuschläge, der Haftungs- und Duldungsbescheid, Prüfungsanordnungen, Abrechnungsbescheide, Stundungen, Erlasse, Pfändungen sowie die Aussetzung der Vollziehung.