Einkommensteuer

Einkünfte unterliegen in Deutschland der Einkommensteuer (ESt).
Einkünfte unterliegen in Deutschland der Einkommensteuer (ESt).
Wer Geld verdient, soll den Staat an seinen Einnahmen teilhaben lassen. Und wer viel verdient, kann mehr zum Staatshaushalt beitragen als ein armer Schlucker. Das sind die Grundprinzipien des Einkommensteuerrechts.

Die Einkommensteuern sind quantitativ die wichtigste Steuer und machen ungefähr ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen der Bundesrepublik aus.

Um größtmögliche „Gerechtigkeit“ herzustellen, gibt es weitgehende Absetzungsmöglichkeiten für Ausgaben, die mit dem Beruf zusammenhängen. Viele Posten wiederum können als Pauschalen genutzt werden, sodass tatsächliche Kosten nicht nachgewiesen werden müssen.

Verfassungsrechtlich stellt sich hier häufig die Frage, ob dem Grundsatz der Belastungsgerechtigkeit wirklich Genüge getan wird oder politische Erwägungen möglicherweise für eine nicht gerechtfertogte ungleiche Besteuerung sorgen.

Inhalt

Grundlagen

Was bedeutet unbeschränkte Einkommensteuerpflicht?

Unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist jeder Mensch, der seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik hat (§ 1 Abs. 1 EStG). Er unterliegt dann mit seinem gesamten Einkommen der deutschen Steuer, egal, wo er die Einkünfte erzielt hat („Welteinkommensprinzip“).

Was bedeutet beschränkte Einkommensteuerpflicht?

Beschränkt einkommensteuerpflichtig ist jeder Mensch, der sich nicht in der Bundesrepublik aufhält (und damit nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist), aber Einkünfte im Inland hat (§ 1 Abs. 4 EStG). Welche Einkünfte hierfür herangezogen werden, ist durch § 49 EStG in insgesamt mehr als 30 einzelnen Punkten geregelt.

Wofür braucht es Doppelbesteuerungsabkommen?

Fast alle Staaten unterscheiden, genau wie das deutsche Einkommensteuerrecht, nach beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht. Dadurch ist bspw. möglich, dass ein Deutscher, der in Deutschland wohnt und eine Ferienwohnung in Italien vermietet, in beiden Ländern besteuert wird – in Deutschland aufgrund seines Wohnsitzes, in Italien aufgrund des Standorts der vermieteten Ferienwohnung.

Um diese ungerechtfertigte Doppelbesteuerung zu verhindern, werden zwischen den Staaten häufig Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen, die den Bürger von der Zahlung einer der beiden Steuern entbinden. In der Praxis geschieht dies entweder durch Steuerfreistellung der Einkünfte oder durch Anrechnung der im einen Land gezahlten Steuer auf die Steuerschuld im anderen Land.

Die Bundesrepublik hat mit ca. 100 anderen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen.

Was sind „böse Einkünfte“?

Derartige Einkünfte sind nicht vertikal verrechenbar, wer also Verluste aus dem Bereich der „bösen Einkünfte“ hat, dem werden diese nicht von den Einnahmen aus anderen Einkommensarten abgezogen. Dies ist z.B. bei Verlusten aus privaten Veräußerungsgeschäften der Fall (§ 23 Abs. 3 Satz 7 EStG) der Fall. Hat jemand hier also Verluste von 1000 Euro zu Buche stehen, aber 30.000 Euro als Arbeitnehmer verdient, muss er diese 30.000 Euro voll versteuern und nicht nur 29.000 Euro.

Was ist ein Freistellungsauftrag?

Gemäß § 44a Abs. 2 EStG findet ein Steuerabzug von Kapitalerträgen nicht statt, wenn ein Freistellungsauftrag (maximal in Höhe des Sparer-Pauschbetrags von 801 Euro) erteilt wird. Für den Steuerpflichtigen ist dies von Vorteil, weil er damit keine Kapitalertragsteuer zahlen muss.

Wurde der Freistellungsauftrag vergessen, so werden zwar zunächst die Abschlagszahlungen geleistet, kann der Freibetrag aber bei der Veranlagung gemäß § 32d Abs. 4 wieder berücksichtigt werden.

Was ist ein unbeachtlicher Kapitalrückfluss?

Das bedeutet lediglich, dass man sein eingesetztes Kapital wieder zurückbekommt. Wenn man also 10.000 Euro als Festgeld anlegt und dieses Geld wieder zurückerhält, dann handelt es sich insoweit um kein Einkommen. Diese 10.000 Euro muss man natürlich nicht versteuern. Einkommen sind lediglich die Zinsen darauf.

Was ist der Unterschied zwischen selbstständigen und gewerblichen Einkünften?

Einkünfte aus Gewerbebetrieben (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und §§ 15 ff. EStG) sind tatsächlich nur solche aus Gewerbetrieben im engeren Sinne, also gewerblichen Unternehmen (auch als Einzelunternehmer) und Personen- bzw. Kapitalgesellschaft.

Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und § 18 ff. EStG) sind dagegen – weil der gewerbliche Einzelunternehmer ja schon zu den Gewerbebetrieben zählt – in erster Linie freiberufliche Tätigkeiten.

Was bedeutet Einzelveranlagung?

Veranlagung ist die Heranziehung zu einer Steuer.

Bei der Einkommensteuer können Ehepartner (und Lebenspartner) gemeinsam veranlagt werden, 26b EStG. Damit geben sie eine gemeinsame Steuererklärung ab und werden gemeinsam besteuert. Zusammen mit dem Ehegattensplitting ergeben sich dann unter Umständen steuerliche Vorteile.

Bei einer Einzelveranlagung (§ 26a EStG) hingegen werden beide Ehepartner unabhängig voneinander besteuert. Sie erhalten jeweils nur ihren persönlichen Steuerbescheid und jeder muss nur seine Steuer bezahlen. Dies kann zum Beispiel dann gewählt werden, wenn der eine nicht wissen soll, was der andere verdient.

Daneben gibt es noch die (unbenannte) Einzelveranlagung nicht verheirateter Personen (Ledige, Geschiedene, Verwitwete) gemäß § 25 EStG. Diese können natürlich nur einzeln veranlagt werden – sie sind ja nur Einzelpersonen.

Was ist der Grenzsteuersatz?

Im deutschen Einkommensteuerrecht steigt der Steuersatz auf Einkommen mit jedem hinzukommenden Euro weiter an. Diese Steuer, die auf den letzten Euro des Einkommens anfällt und auf jeden weiteren verdienten Euro (mindestens) hinzukommen würde, bezeichnet man als Grenzsteuersatz.

Beispiel:

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 16.000 Euro im Jahr beträgt die Einkommensteuer 1592 Euro, also 9,95 %.
Hätte man dagegen nur 15.900 Euro verdient, läge die Einkommensteuer nur bei 1567 Euro.
Die Steuern für die letzten 100 Euro betragen also 25 Euro – deutlich mehr als der Schnitt der gesamten 16.000 Euro, weil hier noch ein Steuerfreibetrag sowie geringere Anfangssteuersätze zu berücksichtigen sind. Diese 25 Euro also 25 Prozent bezeichnet man als Grenzsteuersatz.
Für weitere 100 Euro fallen also (mindestens) wieder 25 Euro Steuern an, somit verbleiben einem vom weiteren Einkommen höchstens 75 %.

Was sind Gewinneinkünfte und was Überschusseinkünfte?

Gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 EStG werden die Einkünfte je nach Einkunftsart unterschiedlich berechnet.

Gewinneinkünfte errechnen sich – ganz grob gesagt – durch Abzug der Ausgaben von den Einnahmen. Diese Art der Einkunftsermittlung geschieht bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben und selbstständiger Arbeit.

Überschusseinkünfte sind dagegen die Einkünfte nach Abzug der Werbungskosten. Diese werden bei nichtselbstständiger Arbeit (also als Arbeitnehmer), bei Kapitaleinkünften, bei Vermietung und Verpachtung sowie den sog. „sonstigen Einkünfte“ als Grundlage für die Besteuerung verwendet.

Was gehört alles zur Landwirtschaft?

Landwirtschaft ist nur die „planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens und die Verwertung der dadurch gewonnenen Erzeugnisse“. Nicht darunter fallen bspw. bereits mit der Landwirtschaft eng verbundene Tätigkeiten wie die Weiterverarbeitung von Milch in Käse und Butter. Diese sind eigentlich bereits ein gewerblicher Betrieb und würden im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Einnahmen der Gewerbesteuer unterliegen und hätten einen geringeren Freibetrag.

Allerdings werden Landwirte insoweit privilegiert, als Nebenbetriebe bis zu einer Grenze von 51.500 Euro Umsatz pro Jahr von der Finanzverwaltung nicht als Gewerbe behandelt werden, sondern als Landwirtschaft versteuert werden können. Dies dient aber nur der Vereinfachung der Abläufe.

Was ist ein Gewerbe im steuerrechtlichen Sinne?

Zum Gewerbe zählen grundsätzlich alle selbstständigen, nachhaltigen Tätigkeiten, die auf Gewinnererzielung ausgerichtet sind und am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. Sie müssen über die bloße Vermögensverwaltung hinausgehen und dürfen nicht zur Land- und Forstwirtschaft und nicht zu den freien Berufen gehören.

Was ist eine stille Reserve?

Steigt der Wert eines Grundstücks über die Jahre, so handelt es sich damit noch nicht um einen Gewinn im steuerrechtlichen Sinne Vielmehr ist dies lediglich eine sog. „stille Reserve“, die man durch Verkauf realisieren kann. Erst, wenn dies aber wirklich geschehen ist, kann der Gewinn besteuert werden.

Bei der Überschussrechnung gilt dies allerdings nicht, hier muss dieser Vermögenszuwachs grundsätzlich nicht versteuert werden. Relevante Ausnahmen gibt es nur bei Immobilien, die innerhalb von zehn Jahren wieder verkauft werden, sowie bei Wertpapieren.

Was ist eine stille Last?

Als stille Last bezeichnet man es, wenn ein Vermögensposten tatsächlich weniger wert ist als sein Buchwert. Wird ein Firmenauto bspw. über sechs Jahre abgeschrieben, ist sein Wert nach drei Jahren noch 50 % des Anschaffungswerts. Wenn das Auto aber mittlerweile sehr ramponiert ist, kann es auch einen deutlich niedrigeren Zeitwert haben. Diese Wertdifferenz taucht zunächst nicht in den Büchern auf, sie stellt daher eine „stille Last“ dar.

Das Gegenteil ist die stille Reserve.

Muss ich dem Finanzamt Auskünfte über fremde steuerliche Angelegenheiten geben?

Ja, jeder ist dem Finanzamt gegenüber auskunftspflichtig. § 93 Abs. 1 Satz 1 AO sagt:

Die Beteiligten und andere Personen haben der Finanzbehörde die zur Feststellung eines für die Besteuerung erheblichen Sachverhalts erforderlichen Auskünfte zu erteilen.

Allerdings sollen vorrangig die beteiligten Steuerpflichtigen selbst herangezogen werden und erst dann andere Leute wie bspw. Geschäftspartner behelligt werden (Satz 3):

Andere Personen als die Beteiligten sollen erst dann zur Auskunft angehalten werden, wenn die Sachverhaltsaufklärung durch die Beteiligten nicht zum Ziel führt oder keinen Erfolg verspricht.

Welche Buchführungspflichten habe ich gegenüber dem Finanzamt?

Die Führung von Büchern und Aufzeichnungen richtet sich nach den §§ 140 ff. der Abgabenordnung. Danach wird zum einen auf andere Buchführungsführungspflichten (z.B. nach dem Handelsrecht) abgestellt, § 140 AO. § 141 erweitert diese Pflciht umsatzabhängig auf weitere Gewerbetreibende, § 142 legt bestimmte Anforderungen an Landwirte fest und §§ 143 und 144 drehen sich um die Aufzeichnung des Wareneingangs bzw. -ausgangs. Bis § 148 gibt es noch einige weitere Vorschriften.

Müssen Freiberufler Bücher führen?

Freiberufler müssen zwar keine handelsrechtlichen Bücher führen, aber Aufzeichnungen anlegen. Dies wird aus § 145 Abs. 2 AO hergeleitet.

Was ist das „objektive Nettoprinzip“?

Nach diesem Prinzip werden die Einkünfte in der Form „Einnahmen minus Ausgaben“ berechnet. Dies ist eine sicher auch außerhalb von Fachkreisen verständliche Vorgehensweise. Allerdings hat der Bundesfinanzhof, das höchste Gericht in Steuersachen, diesen Grundsatz zum Verfassungsprinzip erhoben – es handelt sich also nicht nur um eine logische Berechnungsart, sondern auch um die einzige, die mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie sichert die Möglichkeit einer Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit.

Was ist die Angehörigenrechtsprechung des Bundesfinanzhofs?

Darunter versteht man die Frage, ob Verträge (z.B. Miet-, Darlehens- oder Arbeitsverträge) auch dann steuerlich anerkannt werden, wenn sie zwischen Verwandten (Angehörigen im Sinne von § 15 der Abgabenordnung) geschlossen werden. Entscheidend ist hierbei der sog. Fremdvergleich, also die Frage, ob der Vertrag in zumindest ähnlicher Form auch zwischen nicht verwandten Personen geschlossen worden wäre.

Was ist eine transparente Gesellschaft?

Bei einer transparenten Gesellschaft kann jedem Gesellschafter automatisch persönlich ein Gewinn- bzw. Verlustanteil zugeordnet werden. Dieser Anteil wird dann gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG als gewerbliche Einnahme mit der Einkommensteuer belegt. Die Gesellschaft selbst muss keine Steuer auf ihr Einkommen bezahlen.

Transparente Gesellschaften sind bspw. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG).

Der Gegensatz dazu ist die intransparente Gesellschaft.

Was ist eine intransparente Gesellschaft?

Im Gegensatz zur transparenten Gesellschaft wird bei der intransparenten Gesellschaft nicht von vornherein klar, welchen Anteil am Gewinn oder Verlust jeder Anteilsinhaber hat. Dieser wird erst durch Ausschüttung realisiert. Daher müssen diese Gesellschaften zunächst Körperschaftsteuer auf ihr Gesellschaftseinkommen zahlen. Die Gesellschafter müssen die Ausschüttung als Kapitaleinkünfte (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG) versteuern, und zwar mit einer Abschlagsteuer von 25 %.

Intransparente Gesellschaften sind bspw. die Aktiengesellschaft (AG), die Europäische Gesellschaft (SE), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die britische Limited (Ltd).

Ist die GmbH und Co. KG eine transparente oder eine intransparente Gesellschaft?

Auch diese Gesellschaft ist nur eine normale Kommanditgesellschaft. Ihre steuerliche Behandlung richtet sich also nach der KG und diese ist transparent. Somit muss keine Körperschaftsteuer gezahlt werden, der Gewinn/Verlust wird jedem Gesellschafter als gewerbliche Einnahme angerechnet.

Der auf die GmbH als Gesellschafter der KG entfallende Anteil wird aber von dieser nach den Regeln der (intransparenten) GmbH versteuert – also zunächst Körperschaftsteuer, Ausschüttungen stellen Kapiteleinkünfte dar.

Was sind „fiktive Gewerbebetriebseinkünfte“?

Als fiktive Gewerbebetriebseinkünfte gilt der Gewinn aus bestimmten Anteilsverkäufen gemäß § 17 EStG.

Zunächst einmal gilt dieser Paragraph nur für tatsächliches Privatvermögen. Hält jemand solche Beteiligungen als Betriebsvermögen (weil er beispielsweise einerseits eine Druckerei hat, andererseits auch gleich an einer Papiermühle beteiligt ist), so gehören diese Gewinne gemäß § 20 Abs. 8 EStG zu den Gewerbeeinahmen.

Zudem sind das nur dann fiktive Gewerbebetriebseinkünfte, wenn irgendwann innerhalb der letzten fünf Jahre eine Beteiligung von mind. 1 % an der Firma bestand.

Was ist Streubesitz?

Gemäß § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG handelt es sich um Streubesitz, wenn man weniger als 1 % der Anteile an einer Gesellschaft hält. Die Unterscheidung ist für die Annahme fiktiver Gewerbebetriebseinkünfte von Bedeutung.

Was ist Liebhaberei?

Als Liebhaberei bezeichnet man eine Tätigkeit, die objektiv betrachtet eine steuerlich relevante Tätigkeit (z.B. einen Gewerbebetrieb) darstellen könnte, tatsächlich aber ohne Gewinnerzielungsabsicht, quasi hobbymäßig, betrieben wird. Die Tätigkeit zählt dann zu den Kosten privater Lebensführung (§ 12 Nr. 1 Satz 1 EStG).

Wer also in seinem Keller gerne Kleider näht, diese dann aber nicht mit Gewinn verkauft, kann die Verluste nicht bei der Steuer geltend machen.

Muss ich eine Steuererklärung abgeben, wenn ich sowieso weder etwas herausbekomme noch nachzahlen muss?

Grundsätzlich nicht. Vom Erfordernis der Abgabe einer Steuererklärung (§ 25 Abs. 3 EStG) ist man befreit, wenn man nur Einkünfte bezieht, die höchstens 410 Euro über dem Arbeitseinkommen liegen, für das man die Lohnsteuer bereits gezahlt hat (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). In dem Fall erlaubt es Nr. 8 der Vorschrift aber, einen Antrag auf Veranlagung zu stellen, um eventuelle Überzahlungen zurückzubekommen.

Ist die Lohnsteuer eine eigene Art von Steuer?

Nein, die Lohnsteuer wirkt nur als eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Das Lohnsteuerverfahren ist praktisch für das Finanzamt, da hier der Arbeitgeber die Hauptarbeit übernimmt und (meist sehr zuverlässig) monatlich die Lohnsteuer für seine Angestellten abführt.

Was ist eine ausgabenpostenbezogene Besteuerung?

Die ausgabenpostenbezogene Besteuerung geht davon aus, dass eine bestimmte Steuer dazu verwendet wird, eine bestimmte Ausgabe zu bestreiten. Dabei werden die Steuereinnahmen in voller Höhe (aber auch nur in dieser Höhe) für den Zweck verwendet. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn die Mineralölsteuer für die Finanzierung der Universitäten eingesetzt würde.

In Deutschland gibt es keine ausgabenpostenbezogene Besteuerung. Alle Steuern fließen in einen großen Topf, den Bundeshaushalt. Aus diesem werden dann alle Ausgaben bezahlt, eine direkte Zuordnung von Einnahmen zu Ausgaben gibt es nicht.

Soweit es Sondersteuern aus bestimmten Anlässen gab und gibt, z.B. die Sektsteuer für die kaiserliche Flotte oder der Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost, handelte es sich nur um einen Grund für die Steuer. Man hat eine Steuer eingeführt, um mehr ausgeben zu können; es war aber nicht so, dass die Sektsteuern ausschließlich für die Flotte eingesetzt wurden.

Ist ein Minderjähriger steuerpflichtig?

Ja, auch unter 18 ist man prinzipiell steuerpflichtig, sogar schon ab Geburt. Die Handlungsfähigkeit im Steuerrecht richtet sich gemäß § 79 Abs. 1 AO nach dem BGB. Da Minderjährige nicht bzw. nur beschränkt geschäftsfähig sind, handeln gemäß § 34 Abs. 1 Satz 1 AO die gesetzlichen Vertreter (in der Regel die Eltern) an ihrer Stelle. Hierzu sind Sie im Übrigen nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet.

Wann muss man die Steuererklärung abgeben?

§ 149 Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung sieht eine Fünf-Monats-Frist für jährlich zahlbare Steuern wie die Einkommensteuer vor:

Soweit die Steuergesetze nichts anderes bestimmen, sind Steuererklärungen, die sich auf ein Kalenderjahr oder einen gesetzlich bestimmten Zeitpunkt beziehen, spätestens fünf Monate danach abzugeben.

Wird die Erklärung durch einen Steuerberater abgegeben, so wird die Frist regelmäßig per Allgemeinverfügung auf den 31. Dezember verlängert.

Was ist ein Aktivtausch?

Als Aktivtausch bezeichnet man den Erwerb anderer Güter aus seinem Vermögen. Wenn eine Firma bspw. 25.000 Euro ausgibt, um damit ein Auto im gleichen Wert zu kaufen, wird die Firma dadurch weder reicher noch ärmer. Die Aktiva (das Vermögen der Firma) werden lediglich in etwas anderes getauscht. Steuerlich ist dies grundsätzlich unbedeutend.

Es können allerdings Abschreibungen für Abnutzungen (AfA) anfallen.

Was sind „aktive Rechnungsabgrenzungsposten“ (aRAP)?

Das sind bereits getätigte Ausgaben, die aber erst in einem späteren Jahr steuerlich wirken. Durch das Vermerken dieser aRAP wird verhindert, dass die gesamte Ausgabe in einem Jahr steuerlich relevant wird und diesen Gewinn übermäßig mindert.

Beispiel: Wie wirkt sich Disagio steuerlich aus?

Was ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut?

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist ein solches, das nicht mehr als 410 Euro (früher 800 DM, darum der ertwas krumme Betrag) gekostet hat. Dieses kann man im Anschaffungsjahr voll als Ausgabe ansetzen, es muss keine AfA-Abschreibung über mehrere Jahre erfolgen. (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG)

Nun könnte man auf die Idee kommen, auch sehr viel teurere Dinge entsprechend zu trennen, um davon zu profitieren und die Buchhaltung einfacher zu machen: Ein Auto besteht aus lauter Einzelteilen, die man größtenteils unter einen Wert von 410 Euro bringen könnte, wenn man das Auto nur gedanklich entsprechend aufteilt bzw. sich eine entsprechende Rechnung geben lässt. Um dies zu verhindern, verbietet Satz 2 eine Auftrennung technisch aufeinander abgestimmter Wirtschaftsgüter ohne selbstständige Benutzbarkeit. Und die Gangschaltung eines Autos ergibt ohne den Motor nunmal wenig Sinn.

Was sind Sammelposten?

Für einzelne Wirtschaftsgüter eines bestimmten Anschaffungsjahrs, die jeweils zwischen 150,01 und 1000,00 Euro gekostet haben, kann (muss aber nicht) gemäß § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet werden, um die komplizierten AfA-Abschreibungen zu vermeiden. Dieser Sammelposten wird dann – egal, wieviel er insgesamt wert ist und welche Lebensdauer die darin enthaltenen Gegenstände haben – pauschal auf fünf Jahre abgeschrieben.

Allerdings ist hier keine sog. „Rosinenpickerei“ möglich. Es müssen entweder keines oder alle Wirtschaftsgüter in dieser Preisspanne in den Sammelposten eingebracht werden, siehe Satz 5 der Vorschrift. Damit soll verhindert werden, dass Waren mit einer geringeren Lebensdauer (und damit kürzeren Abschreibungsdauer) herausgenommen werden.

Was ist eine Totalgewinnprognose?

Verluste aus einer Einnahmequelle können nur anerkannt werden, wenn diese Einnahmequelle mit Gewinnerzielungsabsicht genutzt wird. Andernfalls liegt z.B. Liebhaberei vor. Für die Ernsthaftigkeit der Gewinnerzielungsabsicht wird darauf abgestellt, ob die Einnahmequelle im gesamten Zeitraum ihres Bestehens insgesamt einen Gewinn erbringen wird oder nicht. Die Länge dieses Zeitraums ist dabei höchst unterschiedlich.

Was ist ein periodengerechter Ansatz?

Der periodengerechte Ansatz sieht vor, dass alle Ausgaben zielgenau den Jahren zugeschrieben werden, auf die sie sich beziehen, unabhängig davon, in welchem Jahr sie bezahlt wurden.

Beispiel: Wie wirkt sich Disagio steuerlich aus?

Was ist der Unterschied zwischen der Gewinneinkunftsrechnung und der Überschussrechnung?

Die Berechnung der Gewinneinkünfte erfolgt bei Einkünften aus Land- und Fortwirtschaft, aus Gewerbebetrieb und aus selbstständiger Tätigkeit. Ein wesentliches Merkmal dieser Rechenweise ist, dass Anschaffungen zum Betriebsvermögen werden und ihre Wertentwicklung steuerlich von Bedeutung ist.

Die relevanten Vorschriften des Einkommensteuergesetzes sind:

  • Gewinn = Betriebsvermögensmehrung (§ 4, Detailregelungen §§ 4a bis 4h, 13a)
  • Geltung der handelsrechtlichen Buchführung (§ 5, Detailregelungen §§ 5a, 5b)
  • Bewertungsregelungen (§ 6, Detailregelungen §§ 6a bis 6d)
  • AfA (§ 7, Detailregelungen §§ 7a bis 7i)

Dabei lässt das Gesetz zwei Arten der Gewinnermittlung zu, nämlich den Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG, kurz BVV, auch als Bilanzierung bezeichnet) und die einfachere Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG), die aber nicht allen Gewerbetreibenden offensteht.

Überschusseinkünfte werden dagegen bei nichtselbstständiger Arbeit (also als Arbeitnehmer), aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung sowie bei sonstigen Einkünften berechnet. Hier bleiben alle Anschaffungen im Privatvermögen.

Die relevanten Vorschriften des Einkommensteuergesetzes sind:

  • Einnahmen (§ 8)
  • Werbungskosten (§§ 9, 9a)
Was ist das Zufluss- und Abflussprinzip?

Dieses Prinzip ist in § 11 EStG niedergelegt und regelt, in welchem Jahr Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt werden, die wirtschaftlich nicht dem Jahr zugehörig sind, in dem sie geflossen sind.

Was ist eine „kurze“ Zeit im Sinne des § 11 Abs. 1 Satz 2 EStG?

Als kurze Zeit gelten nur die zehn Tage vor und nach Jahreswechsel, also die Zeit zwischen dem 22. Dezember und dem 10. Januar, unabhängig von Wochenenden und Feiertagen.

Wann geschehen Abfluss und Zufluss bei einer Überweisung?

Als Abflusszeitpunkt gilt bereits die Übermittlung des Auftrags an die Bank, als Zufluss aber erst die Gutschrift auf dem Empfängerkonto. Man spricht daher auch davon, dass sich die Überweisung „spreizt“.

Was ist ein Katalogberuf?

§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz gibt einen Katalog der freiberuflichen Tätigkeit vor, nämlich

die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe

Ist ein Altenpfleger freiberuflich tätig?

Ein Altenpfleger wird als Freiberufler anerkannt, da er ähnlich wie ein Arzt (Katalogberuf) tätig ist. Dies gilt aber nur, wenn er ausschließlich medizinische Dienste leistet, nicht, wenn er auch die hauswirtschaftliche Versorgung der Patienten übernimmt – denn das wäre nicht mehr „arztähnlich“.

Wie wird nicht abnutzbares Anlagevermögen steuerlich behandelt?

Anlagevermögen, das sich nicht mit der Zeit abnutzt, z.B. ein Grundstück (nicht aber das darauf stehende Gebäude), ist steuerlich erst bei Entnahme bzw. Veräußerung relevant. Erst dann wird beurteilt, ob die Anschaffung nun mit Gewinn oder mit Verlust erfolgt ist. Bei der Anschaffung selbst entstehen keine Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 3 Satz 4 EStG).

Welcher ist der steuerlich relevante Zeitpunkt für den Übergang von Immobilien?

Hier wird nicht auf die sachenrechtliche Übereignung gemäß Zivilrecht abgestellt, sondern auf den wirtschaftlichen Erwerb. Konkret ist dies immer der Übegrang von Besitz, Nutzen und Lasten an der Immobilie.

Kann man eine Neubewertung seines Anlagevermögens auch dadurch herbeiführen, dass man den Gegenstand kurzfristig aus dem Betrieb entnimmt und sodann wieder einlegt?

Nein, dies wäre wohl eine unzulässige Gestaltung nach § 42 der Abgabenordnung.

Muss man steuerlich zwischen Grundstücken und Gebäuden unterscheiden?

Ja, Grundstücke sind nicht abnutzbares Anlagevermögen, Gebäude hingegen sind abnutzbar.

Was ist nicht abnutzbares Anlagevermögen?

Hierzu zählen nur Grundstücke (nicht aber Gebäude), Beteiligungen und Wertpapiere.

Alle anderen Gegenstände sind per definitionem abnutzbar und es müssen folglich auch Abnutzungen angesetzt werden. Dies gilt auch dann, wenn sich dies im Widerspruch zur Realität verhält, also bspw. eine Geige aufgrund ihres steigenden historischen Werts immer wertvoller wird.

Stellen Einlagen und Entnahmen auch Gewinn bzw. Verlust dar?

Nein, Einlagen und Entnahmen wirken sich nicht auf den Gewinn bzw. Verlust aus, sie sind steuerlich neutral.

Was passiert mit einer Kaufpreisforderung, die nicht eintreibbar ist?

Grundsätzlich tritt bei einem Verkauf zunächst die Kaufpreisforderung an die Stelle der verkauften Sache, mit Bezahlung tritt wiederum ein Geldbestand an die Stelle der Forderung. Ist der Käufer zahlungsunfähig, bleibt die Forderung zunächst bestehen, bilanziell stellt dies an sich noch keinen Verlust dar.

Ist allerdings klar, dass man diese Forderung nie wird realisieren können, muss man irgendwann ihre Wertlosigkeit feststellen. Der – auch in der Umgangssprache geläufige – Fachbegriff ist „abschreiben“. Dadurch verringert sich das Betriebsvermögen um denselben Betrag, man hat also einen echten Verlust gemacht.

Wie werden Wertsteigerungen von Betriebsvermögen bilanziell und steuerlich behandelt?

Grundsätzlich gar nicht. Eine Aufdeckung von Wertzuwächsen erfolgt erst dann, wenn die Wirtschaftsgüter das Betriebsvermögen verlassen, also bei Veräußerung oder Entnahme. Dies gilt sowohl beim Betriebsvermögensvergleich als auch bei der Einnahmenüberschussrechnung.

Anders ist dies dagegen bei Wertverlusten.

Wie werden Wertverluste von Betriebsvermögen bilanziell und steuerlich behandelt?

Beim Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG sind solche Wertverluste grundsätzlich in der Bilanz auszuweisen. Bei der Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG gilt dies aber nicht; will ein solche Unternehmer die Verluste geltend machen, kann er kurzfristig auf § 4 Abs. 1 wechseln. Bei der Berechnung der Überschusseinkünfte nach § 8 gibt es kein Betriebsvermögen, sodass sich die Frage nicht stellt.

Wird ein Protest gegen einen Steuerbescheid im Zweifel als Einspruch oder als Änderungsantrag interpretiert?

Soweit dies nicht klar wird, wird im Zweifel stets der Einspruch angenommen, da dieser einen formelleren und effektiveren Rechtsschutz darstellt. Dies gilt natürlich nur, wenn ein Einspruch tatsächlich denkbar ist, er also vor allem formgerecht erfolgt ist. Scheitert es daran (bspw. bei einem mündlichen „Einspruch“), wird dieser als Antrag auf schlichte Änderung angesehen.

Was sind die Unterschiede zwischen Betriebsvermögensvergleich und Einnahmenüberschussrechnung?

Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG, „Bilanzierung“):

  • das Betriebsvermögen erscheint in der Bilanz, einschließlich eventueller Bestandsänderungen
  • Verkäufe und Einkäufe auf Ziel werden zum Zeitpunkt der Lieferung erfasst, der Kaufpreis wird zunächst als Forderung bzw. offene Verbindlichkeit ausgewiesen
  • es werden Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen gebildet

Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG):

  • erfasst wird das tatsächliche Fließen von Geld, also Betriebseinzahlungen und -auszahlungen (Ausnahme: AfA und Privatanteile), und zwar zum Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung
  • das Betriebsvermögen tritt als solches nicht in Erscheinung, da es eben weder Gewinn noch Verlust bedeutet und nicht bilanziert wird; Bestandsveränderungen sind damit irrelevant
  • Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen werden nicht gebildet
Was ist ein Verlustrücktrag?

§ 10d Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes sagt:

Negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, sind (…) vom Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraums (…) abzuziehen (Verlustrücktrag).

Auf diese Weise mindert sich also das zu versteuernde Einkommen nachträglich, wenn man im folgenden Jahr Verluste erwirtschaftet.

Der Verlustrücktrag ist auf 1 Mio. Euro beschränkt. Der darüberhinausgehende Betrag kann aber als Verlustvortrag berücksichtigt werden.

Was ist ein Verlustvortrag?

§10d Abs. 2 Satz1 EStG definiert diesen Begriff:

Nicht ausgeglichene negative Einkünfte, die nicht nach Absatz 1 abgezogen worden sind, sind in den folgenden Veranlagungszeiträumen (…) abzuziehen (Verlustvortrag).

Dadurch werden diejenigen Verluste, die nicht schon als Verlustrücktrag (der Abs. 1, auf den verwiesen wird) für das Vorjahr berücksichtigt werden können, wenigstens in die Folgejahre übernommen.

Wann werden Aufwendungen steuerlich relevant?

Bei verschiedenen Aufwendungen ist zu unterscheiden, wie und vor allem wann sie steuerlich zu berücksichtigen sind. Grob kann man Folgendes sagen:

  • nie, wenn privat (§ 12 Abs. 1 EStG)
  • sofort, wenn laufende Betriebskosten
  • mit der Zeit, wenn abnutzbares Betriebsvermögen (AfA)
  • später, wenn nicht abnutzbares Betriebsvermögen (bei Veräußerung)
Wann ist man Mitunternehmer?

Grundsätzlich nur, wenn man in der Gesellschaft eine Stellung innehat, die dem „Regelstatut des HGB“ nahekommt. Hierzu gehören einerseits Stimm-, Kontroll-, Widerspruchsrechte, sodass eine Mitunternehmerinitiative aller Kommanditisten gegeben ist. Daneben tragen Mitunternehmer aber auch ihre Quote des Geschäftsrisikos, nehmen also auch an der Gewinn- und Verlustverteilung teil. Nach diesen Kriterien ist eine Gesamtbetrachtung anzustellen.

Mitunternehmer haben dann Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb.

Wie sind die Einkünfte von Mitunternehmern steuerlich zu behandeln?

Einkünfte aus Mitunternehmerschaft entsprechen gemäß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG denen aus Einzelunternehmerschaft.

Wie wird eine Inzahlunggabe behandelt?

Gibt man einen alten Gegenstand bei der Anschaffung eines neuen in Zahlung (bestes Beispiel: Gebrauchtwagen), so ist der Rest- bzw. Buchwert des alten Gegenstands eine Betriebsausgabe, der dafür gezahlte Gegenwert ist eine Betriebseinnahme. Das Geschäft wird also auch steuerlich so behandelt als hätte man den Gebrauchtwagen zum festgesetzten Preis verkauft.

Was ist der Teilwert?

Der Teilwert ist der reelle Wert einer gebrauchten Sache, also der Preis, den man auf dem freien Markt dafür erzielen könnte. Er hat nichts mit AfA oder ähnlichem zu tun.

Kann Software als geringwertiges Wirtschaftsgut behandelt werden?

An sich nicht, da geringwertige Wirtschaftsgüter nur bewegliche Sachen sein können. Die Software ist dagegen ein Recht, man erwirbt eine Nutzungslizenz. Aus praktischen Gründen behandelt der Bundesfinanzhof Software aber genauso wie Sachen. Somit kann auch Software als Betriebsausgabe ohne Abschreibung sofort abgesetzt werden, sofern sie maximal 410 Euro gekostet hat (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG). Dabei kommt es bei Softwarepaketen auf den Einzelpreis jedes Programms an.

Wie muss ich das steuerlich berücksichtigen, wenn mein Personal bei mir privat arbeitet?

Beispiel: Jemand hat einen Hausmeisterservice mit Angestellten. Im Herbst lässt er regelmäßig zwei seiner Angestellten seine private Hecke im Garten schneiden.

Dabei handelt es sich um eine Entnahme, da Betriebsmittel für private Zwecke verwendet werden. Man spricht daher von Nutzungsentnahme. Diese wird wie eine Betriebseinnahme behandelt, also werden die anteiligen Betriebsausgaben für diese Angestellten (Lohn) rechnerisch aufgewogen.

Wie wird eine Verrechnung behandelt?

Auch bei der Verrechnung (besser: Aufrechnung) von gegenseitigen Ansprüchen müssen beide Forderungen weiter berücksichtigt werden. Der Zufluss wird daher als Betriebseinnahme, der Abfluss als Betriebsausgabe behandelt.

Rechnerisch könnte man einfach beides weglassen, dies wird aber aus Transparenzgründen abgelehnt. Es ist nur ausnahmsweise möglich, wenn beide Zahlungen zwingend im gleiche Zeitpunkt geschehen sind.

Was sind durchlaufende Posten?

§ 4 Abs. 3 Satz 2 liefert folgende Definition:

Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben (…), die im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt werden (durchlaufende Posten).

Vereinnahmung bzw. Verausgabung „in Namen eines anderen“ sind solche, die bei denen der Durchlauf nach außen in Erscheinung tritt, diejenigen „auf Rechnung“ werden dagegen nur nach innen wirtschaftlich zugeordnet.

Was ist Sonderbetriebsvermögen?

Wenn ein Gegenstand einem Gesellschafter gehört, aber von der Gesellschaft genutzt wird, muss dieser in einer Sonderbilanz als sog. Sonderbetriebsvermögen ausgewiesen werden.

Was ist bloße Vermögensverwaltung?

Reine Vermögensverwaltung liegt vor, wenn lediglich das Vermögen genutzt und Gewinn aus den zu erhaltenden Sachwerten gezogen wird. Eine Umschichtung findet dabei regelmäßig nicht statt. Die Grenze zum Gewerbebetrieb ist dort überschritten, wo eine Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr vorliegt.

Was ist veranlagte Einkommensteuer? Was ist abgegoltene Einkommensteuer?

Bei der veranlagten Einkommensteuer wird die Steuerlast durch Veranlagung festgesetzt. Lohnsteuer und Vorauszahlungen angerechnet, hieraus ergibt sich dann ein Nachzahlungs- oder Rückerstattungsbetrag.

Eine Einkommensteuer mit Abgeltungswirkung ist dagegen die Kapitalertragsteuer (§ 43 Abs. 5 Satz 1 EStG).

In welchen Fällen sind Verlustabzüge verboten?

Aus politischen Gründen können manche Verluste nicht mit Gewinnen verrechnet werden. Beispiele hierfür sind:

  1. Verluste in Nicht-EU-Ländern (§ 2a EStG); Ausgleich nur, wenn sich Gewinne und Verluste auf gleichen Staat beziehen
  2. Verluste aus Gesellschaften, bei denen die Haftung beschränkt ist (§ 15a)
  3. Verluste im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen (§ 15b)
  4. Verluste aus Beteiligungsveräußerungen (§ 17 Abs. 2 Satz 6)
  5. Verluste aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 6 Satz 1 bis 3, noch schärfere Sonderregelung in Satz 4)
  6. Verluste im Bereich der sonstigen Einkünfte (§ 22 Nr. 3 Satz 3 und 4)
  7. Verluste bei privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23 Abs. 3 Satz 7 und 8)

Ob jeweils ein Verlustabzug nach § 10d EStG möglich ist, muss anhand der Einzelvorschriften entschieden werden.

Was ist das Wesen jeder Einkunftsart?

Alle Einkünfte haben zwei ungeschriebene Grundsätze gemeinsam:

  • Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr, sog. „Markteinkommen“ als Abgrenzung zu Erbschaft, Schenkung und Spielgewinn
  • Einkunftserzielungsabsicht, Streben nach Vermögensmehrung im Gegensatz zur Liebhaberei
Was ist selbstständige Tätigkeit?

Die Frage, ob eine selbstständige Tätigkeit vorliegt, ist häufig schwierig. Gerade angesichts von Scheinselbstständigkeit und anderen Erscheinungen ergeben sich zahlreiche Abgrenzungsprobleme.

Die Tätigkeit muss zunächst „typisch unternehmerisch“ erfolgen, also mit Unternehmerrisiko (Handeln auf eigene Rechnung) und unternehmerischer Verantwortung. Zudem muss eine Gesamtbeurteilung der Verhältnisse dazu führen, dass jemand als Selbstständiger anzusehen ist.

Wann ist eine Tätigkeit nachhaltig?

Bei der Frage ob ein Gewerbebetrieb vorliegt und deswegen Gewerbesteuer zu zahlen ist, ist häufig das Kriterium der Nachhaltigkeit fraglich.

Nachhaltigkeit liegt dann vor, wenn die Tätigkeit wiederholt vorgenommen werden soll. Somit kann auch eine einmalige Tätigkeit bereits nachhaltig sein, wenn die Absicht zur Wiederholung besteht. Auf diese Absicht muss aber anhand erkennbarer Indizien und Umstände geschlossen werden können

Können längere Verlustperioden die Gewinnerzielungsabsicht in Frage stellen?

Wenn ein Geschäft über längere Zeit Verluste einbringt und der Betreiber nicht veranlasst, um gegenzusteuern und wieder schwarze Zahlen zu schreiben, so stellt dies zumindest ein Indiz für Liebhaberei dar.

Welche persönlichen Gründe können für Liebhaberei sprechen?

Ist der Gewerbebetrieb nur auf persönliche Gründe zurückzuführen, gehört er zum Lebensführungsbereich des Steuerpflichtigen. Gewinnerzielungsabsicht liegt dann nicht vor, die Tätigkeit ist als Liebhaberei anzusehen.

Solche Gründe können sein:

  • die Befriedigung persönlicher Neigungen, der Steuerpflichtige hat einfach „Spaß“ an seiner Tätigkeit
  • er erlangt wirtschaftliche Vorteile, die aber nichts mit dem Einkommen zu tun haben
  • die Tätigkeit dient dazu, Angehörigen ein Gehalt zu verschaffen
  • der Beruf bringt ein gewisses soziales Prestige mit sich
Wann ist der Handel mit Wertpapieren gewerblich?

In aller Regel ist der An- und Verkauf von Wertpapieren kein Gewerbe, sondern reine Vermögensverwaltung. Dies ist erst anders, wenn sich der Steuerpflichtige wie ein bankentypischer Händler verhält. Hierfür muss das Gesamtbild der Tätigkeit betrachtet werden, insbesondere liegt Bankentypizität vor, wenn man „ohne Einsatz eigenen Vermögens mit beruflich erlangten Kenntnissen Kursdifferenzen ausnützt“.

Können bestandskräftige Steuerbescheide geändert werden, wenn sich das Fehlen der Einkunftserzielungsabsicht erst später herausstellt?

Ja, dies ist gemäß § 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung möglich, „soweit Tatsachen oder Beweismittel nachträglich bekanntwerden, die zu einer höheren Steuer führen“. Diese Tatsache ist die Gewinnerzielungsabsicht bzw. die dagegen sprechenden Indizien als Hilfstatsachen.

Kann man Steuerzahlungen von der Steuer absetzen?

An sich ist das eine charmante Idee, da die Steuer ja das Einkommen (unter Umständen drastisch) verringert. Dem schiebt aber § 12 Nr. 3 EStG einen Riegel vor: Einkommen- und sonstigen Personensteuern sowie die Umsatzsteuer dürfen nicht vom Einkommen abgezogen werden. Auch Nebenleistungen auf Steuern wie Verspätungs- und Säumniszuschläge und Zinsen dürfen nicht abgezogen werden.

Wie wird eine Novation (Schuldumschaffung) steuerlich behandelt?

Vereinbaren der Gläubiger und der Schuldner, dass die Schuld zukünftig aus einem anderen Rechtsgrund geschuldet werden soll, so liegt ein gleichzeitiger Zufluss und Abfluss vor.

Beispiel: Verkäufer und Käufer vereinbaren, dass der ausstehende Kaufpreis nun als Darlehen anzusehen ist. Dann wurde praktisch das Darlehen ausbezahlt und aus diesem Geld der Kaufpreis bezahlt, also eine Einnahme erzielt.

Wann erfolgt der Vermögenszufluss, wenn man einen Scheck erhält?

Bei Erhalt eines Schecks ist der Zufluss schon mit der Entgegennahme erfolgt. Wann man diesen einlöst, ist nicht erheblich. Etwas anderes gilt nur, wenn der Scheck noch nicht sofort, sondern erst nach einem gewissen Zeitraum einlösbar ist.

Hat ein Lehrer einen anderen Arbeitsplatz in der Schule?

Nein, weder das Klassenzimmer noch das Lehrerzimmer stellen einen adäquaten Platz für die Hauptarbeit, also für Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung dar. Somit kann ein häusliches Arbeitszimmer abgesetzt werden.

Sind Geldstrafen und Bußgelder steuerlich abzugsfähig?

Nein, und zwar unabhängig davon, ob es sich um beruflich oder privat „motivierte“ Straftaten bzw. Ordnungswidrigkeiten handelt. Dies ergibt sich aus § 12 Nr. 4 bzw. § 4 Abs. 5 Nr. 8 EStG.

Anwalts- und Verfahrenskosten sind bei Taten im Zusammenhang mit dem beruflichen Bereich allerdings als Betriebsausgaben/Werbungskosten abziehbar.

Wie können Einnahmen und Ausgaben, die sich auf einen langen Zeitraum beziehen, steuerlich behandelt werden?

Wird eine Miete oder eine andere Zahlung für Nutzungsüberlassungen für mehr als fünf Jahre im Voraus gezahlt, können Einnahmen (§ 11 Abs. 1 Satz 3) und müssen Ausgaben (§ 11 Abs. 2 Satz 3 EStG) auf diese Jahre aufgeteilt werden.

Was passiert, wenn ein noch nicht abgeschriebener Posten aus dem Sammelpostenverfahren verkauft wird?

Gemäß § 6 Abs. 2a Satz 3 bleibt das Wirtschaftsgut im Sammelposten enthalten, da dieses Verfahren eben eine Pauschalierung darstellt. Trotzdem wird der Veräußerungserlös aber sofort und vollständig zur Betriebseinnahme, sodass der Wert des Guts eine Zeit lang doppelt in den Büchern vorkommt.

Findet das Sammelpostenverfahren bei Überschusseinkünften Anwendung?

Nein, § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 Satz 2 EStG verweist nur auf § 6 Abs. 2, nicht aber auf Abs. 2a.

Was ist gewillkürtes Betriebsvermögen?

Als gewillkürtes Betriebsvermögen bezeichnet man Vermögen, das objektiv weder notwendigerweise Privat- noch Betriebsvermögen ist. Der Unternehmer kann dieses Vermögen „willkürlich“ als Betriebsvermögen behandeln, wenn es grundsätzlich dem Betrieb dienen kann und jedenfalls nicht betriebsschädlich ist.

Welches Vermögen ist betriebsschädlich?

Als betriebsschädlich gilt Vermögen, das geeignet ist, den Wert des Betriebs zu verringern, bspw. unsichere Forderungen oder riskante Wertpapiere. Man soll also nicht durch gewillkürtes Betriebsvermögen die Steuerschuld verringern können.

Wie wird die Einordnung als gewillkürtes Betriebsvermögen vorgenommen?

Hierfür ist grundsätzlich ein nach außen wirkender Akt notwendig. Entweder wird das Vermögen in der Bilanz ausgewiesen oder es erfolgt eine eindeutige, erkennbare Zuordnungsentscheidung.

Was sind Herstellungskosten?

Herstellungskosten sind gemäß § 255 Abs. 2 HGB „die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens“. Hinzu kommen noch allgemeine Betriebskosten zu einem entsprechenden Anteil.

Was sind nachträgliche Herstellungskosten?

Das sind diejenigen Herstellungskosten, die nach der eigentlichen Herstellung, insbesondere im Rahmen einer Erweiterung oder Verbesserung anfallen.

Kann eigene Arbeitsleistung zu den Herstellungskosten gerechnet werden?

Nein, da man damit quasi Lohn an sich selbst zahlen und dann wieder absetzen würde.

Einzelne Einkünfte

Wie werden Spiel- und Wettgewinne steuerlich behandelt?

Derartige Gewinne sind grundsätzlich steuerfrei. Sie gelten nicht als Gewerbe, da ihnen regelmäßig sowohl das Merkmal der Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr als auch der Leistungsaustausch fehlt. Gewinne aus Fernsehshows gelten nur dann als gewerblich, wenn sie aufgrund einer auf Dauer gerichteten Tätigkeit entstehen, also nicht an einem Abend, sondern durch ggf. zahlreiche aufeinander aufbauende Sendungen erspielt werden.

Was für eine Einnahme ist die Vermietung von Containern?

Die mittlerweile recht beliebte Investition in Frachtcontainer, die auf den Weltmeeren umherfahren, ist natürlich auch steuerlich relevant. Im Ergebnis handelt es sich bei der Vermietung von Containern um sonstige Einnahmen nach § 22 Nr. 3 EStG.

Einen Gewerbebetrieb stellen diese Container normalerweise nicht dar, da es sich um private Vermögensverwaltung handelt. Schließlich will jemand mit diesen Investitionen nicht persönlich in Containergeschäft einsteigen, sondern nur sein Vermögen möglichst sicher und ertragreich anlegen. Was Vermögensverwaltung ist, sagt § 14 Satz 3 der Abgabenordnung sehr deutlich:
Eine Vermögensverwaltung liegt in der Regel vor, wenn Vermögen genutzt, zum Beispiel Kapitalvermögen verzinslich angelegt oder unbewegliches Vermögen vermietet oder verpachtet wird.

Auch an Vermietung wäre in wahrsten Wortsinne zu denken. Allerdings handelt es um keine Vermietung im Sinne des § 21 Abs. 1 EStG, da ein Container weder unbewegliches Vermögen (Nr. 1), noch eine Sachgesamtheit (Nr. 2), noch ein Recht (Nr. 3) ist.

Somit bleiben im Ergebnis nur noch „sonstige Einnahmen“ gemäß § 22 Nr. 3 EStG, nämlich aus der auch beispielhaft dort aufgezählten „Vermietung beweglicher Gegenstände“. Dies hat den (theoretischen) Vorteil, dass die Einkünfte überhaupt nicht versteuert werden müssen, wenn sie nicht mehr als die Freigrenze von 256 Euro im Jahr betragen, was aber bei Containern regelmäßig deutlich überschritten sein dürfte.

Was sind „andere Wirtschaftsgüter“ (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG)?

Diese anderen Wirtschaftsgüter, deren Verkauf einen privaten Veräußerungsgewinn darstellt, sind ausschließlich solche, die nicht anderweitig erfasst sind und auch nicht zur allgemeinen Lebensführung gehören, also letztlich Wertgegenstände wie Edelmetalle, Oldtimer, Antiquitäten und Kunstwerke.

Muss ich steuerfreie Einnahmen (z.B. aus dem Spielcasino) nachweisen?

Ja, hier werden sogar relativ hohe Anforderungen gestellt. Schließlich ist es entscheidend, ob wirkliche solche steuerfreien Einkünfte vorliegen oder vielmehr Einnahmen aus steuerpflichtiger Tätigkeit, die aber „schwarz“ geflossen sind.

Daher wird hier mehr als die bloße Zusicherung verlangt. Auch eine Eintrittskarte für das Casino reicht nicht, da diese noch nichts über die realisierten Gewinne sagt. Vielmehr ist häufig eine schlüssige Aufstellung von Besuchsdaten, Gewinnen und Verlusten vorzulegen. Bei hohen Gewinnen kann es ratsam sein, sich auch Tisch und Uhrzeit genau zu notieren oder ggf. eine Bescheinigung des Casinos anzufordern.

Entsprechend sollten auch Nachweise bei anderen privilegierten Einnahmeformen besorgt werden.

Was ist die haltedauerunabhängige Veräußerungsgewinnbesteuerung?

Darunter versteht man die Besteuerung der Gewinne aus Wertpapiergeschäften. Früher waren diese nur steuerpflichtig, wenn die Aktien innerhalb von einem Jahr wieder verkauft wurden, also die Spekulation im Vordergrund stand. Mittlerweile ist die Besteuerung unabhängig von dieser Haltedauer, tritt also immer ein.

Ist § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG eine Haltefrist?

Nein, ob man die Anteile an der Gesellschaft mehr oder weniger als fünf Jahre gehalten hat, spielt hier keinerlei Rolle. Entscheidend ist, nur dass man innerhalb irgendeines Zeitpunkts in den fünf Jahren vor Verkauf wenigstens 1 % der Anteile an der Firma besessen hat.

Wenn man also mehr als 1 % an einer Firma hält, dann ist der nächste Verkauf sicher steuerpflichtig. Dabei ist es egal, wann man die Anteile erworben hat, ob man mehr als 1 % verkauft oder danach noch mehr als 1 % hält – denn man hat ja irgendwann während des vorherigen Fünfjahreszeitraums (und zwar bis zum Tag des Verkaufs) mehr als 1 % gehalten und fällt damit in die Regelung des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG. Somit muss man fiktive Gewerbebetriebseinkünfte ausweisen.

Wie wird es steuerlich behandelt, wenn ich einen Anteil verkaufe, in dem bereits ein Gewinnanteil steckt?

Zunächst einmal eine kurze Klarstellung, worum es hier eigentlich geht: Ein Unternehmen kann seinen Gewinn an die Anteilseigner ausschütten. Das ist dann Kapitalertrag und wird mit 25 % Kapitalertragsteuer belegt, eine Einkommenversteuerung findet nicht statt. Das Unternehmen kann aber auch auf die Ausschüttung verzichten, den Gewinn im Unternehmen behalten und ggf. weiter investieren. Dann sehen die Gesellschafter nichts von dem Geld, aber ihre Anteile werden mehr wert.

Verkauft man nun im letzteren Fall die Anteile, erzielt man einen höheren Erlös, da man den aufgelaufenen Gewinn, der nun Teil des Unternehmens ist, quasi „mitverkauft“. Darauf muss man aber dann Einkommensteuer zahlen, unter Umständen deutlich mehr als 25 %.

Weil dies möglicherweise zu ungerechten Ergebnissen führen würde, wird hier das sog. Teileinkünfteverfahren angewandt: Gemäß § 3 Nr. 40 Satz 1 c) EStG bleiben 40 % der Verkaufswerts steuerfrei; gleichzeitig kann man natürlich auch nur 40 % des damaligen Einkaufswerts abziehen (§ 3c Abs. 1 Satz 1). Im Endeffekt tauchen also lediglich 60 % des tatsächlichen Gewinns in der Steuer auf.

Wann wird der Gewinn steuerlich realisiert?

Ein Betriebsgewinn aus einem einzelnen Geschäft realisiert sich erst im Moment der Leistungserbringung. Der Einkauf einer Ware ist wirtschaftlich neutral, da nur Geld gegen eine Sache getauscht wird – die Sache hat damit bilanziell den gleichen Wert wie das Geld. Erst, wenn die Sache wieder in Geld getauscht (sprich: mit Gewinn an den Kunden verkauft) wird, passiert in der Bilanz etwas Entscheidendes. Nun wird aus der Ware mit einem bestimmten Wert eine Kaufpreisforderung (oder eine Geldsumme) mit einem höheren Wert.

Ist ein Höflichkeitsgeschenk eine steuerpflichtige Einnahme?

Sofern dieses Geschenk seine Wurzel im Beruf hat, handelt es sich um Einkünfte aus diesem Beruf, unabhängig davon, ob diese Entlohnung vertraglich vereinbart war oder sonst ein Anspruch darauf bestand. Auch die bloße Dankbarkeit eines Kunden (oder häufig eines Patienten bei Ärzten) reicht als kausale Verbindung zwischen Beruf und Einnahme, sodass Steuerpflicht angenommen wird.

Im Zweifel sollte man seinem Steuerberater den Sachverhalt genau schildern, damit er die steuerliche Deklarationspflicht veranlassen kann.

Soweit es sich um keine einkommensteuerpflichtige Einnahme handelt, ist immer noch möglich, dass Schenkungsteuer anfällt.

Was ist eine Einkünfteumqualifizierung?

Die Umqualifizierung von Einkünften führt dazu, dass diese einer anderen Steuerart hinzugerechnet werden als sie eigentlich wären. So sind die Einkünfte eines Mitunternehmers immer solche aus Gewerbebetrieb, auch, wenn sie eigentlich solche aus Vermietung, aus Kapitalvermögen o.ä. wären.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Gemäß § 8 Abs. 2 EStG sind Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge geldwerte Vorteile. Damit unterscheiden sie sich in der steuerlichen Behandlung von unmittelbarem Geldeswert, Abs. 1. Insbesondere gibt es hier einen Freibetrag in Höhe von 44 Euro pro Monat gemäß Abs. 2 Satz 11. Insoweit handelt es sich faktisch um einen steuer- und sozialversicherungsfreien Arbeitslohn.

Wie werden Rabatte durch den Arbeitgeber steuerlich behandelt?

Gemäß § 8 Abs. 3 EStG werden vom Wert der Produkte zunächst 4 % abgezogen. Danach wird der tatsächlich vom Arbeitnehmer gezahlte Preis abgezogen und so der Rabatt errechnet. Für alle diese Rabatte gibt es nochmal 1080 Euro Freibetrag pro Jahr.

Beispiel:
Arbeitnehmer kauft von seinem Arbeitgeber eine Küche (Wert: 10.000 Euro) zum Vorzugspreis von 7000 Euro. Vom Wert werden zunächst 4 % abgezogen, es bleiben also noch 9600 Euro übrig. Gezahlt wurden 7000 Euro, es gab also 2600 Euro Rabatt. Wenn der Arbeitnehmer keine weiteren Rabatte in diesem Jahr bekommen hat, kann er den kompletten Freibetrag (1080 Euro) abziehen, es bleiben also noch 1520 Euro übrig, die das zu versteuernde Einkommen erhöhen.

Wie wird die Vermietung von Gegenständen steuerlich behandelt?

Das kommt darauf an, was vermietet wird:

  1. Immobilien: Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG
  2. registrierte Gegenstände (Schiffe, Flugzeuge): Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG
  3. Sachgesamtheiten: Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG
  4. bewegliche Gegenstände: sonstige Einkünfte, § 22 Nr. 3
Wann ist die Wohnungsvermietung gewerblich?

Die Gewerblichkeit beginnt hier grundsätzlich erst, wenn eine gewerbliche Organisation notwendig ist, die über bloße Verwaltung des Vermögens hinausgeht. Dies ist beispielsweise bei schnellem Mieterwechsel (Arbeiterwohnheim) oder bei der Bereitstellung besonderer Dienste („gated community“) der Fall.

Der bloße Umfang der Vermietung, also wenn jemand sehr viele Wohnungen besitzt, ist dagegen noch kein Kriterium für Gewerblichkeit.

Ist die Vermietung möblierter Zimmer gewerblich?

Nein, auch die Erbringung von Nebenleistungen wie Frühstück, Putzen und ähnliches ändert nichts daran, dass es sich noch um Vermögensverwaltung handelt.

Ist ein Preis für den Gewinn eines Fachwettbewerbs steuerbar?

Wenn ein Architekt einen Gestaltungswettbewerb gewinnt oder ein Fußballer eine Siegprämie erhält, so handelt es sich dabei um keinen steuerfreien Spielgewinn, sondern um eine Einnahme aus seiner professionellen Tätigkeit. Damit gilt dies als Einkunft aus seinem jeweiligen Beruf/Gewerbe.

Wann ist Vermietung nicht auf Dauer angelegt?

Keine dauerhafte Vermietungsabsicht liegt dann vor, wenn der Steuerpflichtige damit rechnet, das Mietobjekt innerhalb einer relativ kurzen Zeit wieder zu verkaufen oder selbst zu nutzen. Die Grenze liegt regelmäßig bei ca. fünf Jahren oder wenn er innerhalb der vorgesehenen Haltezeit einen Totalgewinn nicht erzielen kann. Indizien dafür können ein befristeter Mietvertrag, eine kurze Darlehenslaufzeit und eine baldige Maklerbeauftragung oder Anzeigenschaltung sein.

Kann der Steuerpflichtige die gegen einer dauerhafte Vermietungsabsicht sprechenden Gesichtspunkte widerlegen?

Ja, allerdings trägt er die Beweislast. Er muss darlegen und beweisen, dass er die Entscheidung zum Weiterverkauf oder zur Eigennutzung erst nach dem Kauf gefasst hat, er also im Moment der Anschaffung Gewinnerzielungsabsicht hatte.

Wie werden Einnahmen bei Gesamtgläubigern verbucht?

Steht mehreren Gläubigern eine Leistung gemeinsam zu, so entfällt auf jeden der Gläubiger ein gleichmäßiger Anteil, unabhängig davon, an welchen der Gesamtgläubiger geleistet wird. Der Zeitpunkt der Einnahme ist der Moment, an dem an diesen Gläubiger geleistet wird, nicht der Zeitpunkt der Weiterleitung.

Einzelne Ausgaben

Was sind die Kosten privater Lebensführung?

Als Kosten privater Lebensführung bezeichnet man die in § 12 Nr. 1 EStG genannten Ausgaben:
die für den Haushalt des Steuerpflichtigen und für den Unterhalt seiner Familienangehörigen aufgewendeten Beträge. Dazu gehören auch die Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt
Diese Ausgaben sind privater Natur, können also im Gegensatz zu Geschäftsausgaben nicht vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden.

Was ist der Sparer-Pauschbetrag?

Gemäß § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG können für Kapitaleinkünfte pauschal 801 Euro Werbungskosten abgezogen werden. Die tatsächlichen Kosten (z.B. für Depotkosten, Kontoführung oder auch Zinszahlungen) können aber nicht angesetzt werden. Diese Regelung wiederspricht eigentlich dem objektiven Nettoprinzip, da es zwar Gewinne, nicht aber Ausgaben berücksichtigt. Dies wird aber damit begründet, dass ohnehin ein niedriger Steuersatz (25 % Kapitalertragsteuer mit Abschlagwirkung) zur Anwendung kommt. Zudem sind die 801 Euro ziemlich hoch angesetzt und subventionieren so den kleinen Sparer, der regelmäßig deutlich geringere tatsächliche Kosten hat.

Was passiert mit Verlusten aus Aktiengeschäften?

Aktiengewinne gehören zu den sog. „bösen Einkünften“, genauer gesagt zu den „ganz besonders bösen Einkünften“.

Verluste aus normalem Kapitalvermögen kann man schon nicht mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten steuerlich verrechen (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG). Bei Aktienverlusten ist es sogar so, dass man diese nicht einmal innerhalb der Kapitalvermögenseinkünfte, als z.B. von Zinseinnahmen, abziehen kann (§ 20 Abs. 4 Satz 4).

Ein steuerlicher Ausgleich erfolgt nur mit anderen Gewinnen aus Aktien, ggf. mit solchen aus künftigen Jahren. Dies ist zeitlich unbeschränkt möglich, man sammelt also Verluste an und kann sie solange fortschreiben, bis sie sich mit Gewinnen verrechnen lassen – egal, wie lange dies dauert.

Was gehört alles zur Arbeitskleidung?

Die Finanzbehörden und -gerichte sind relativ zurückhaltend bei der Aberkennung von Arbeitskleidung als Werbungskosten. Grundsätzlich ist es so, dass „bürgerliche Kleidung“ keinesfalls Arbeitskleidung sein kann, auch wenn sie bei der Arbeit getragen wird. Eine Faustregel ist, dass Arbeitskleidung nur diejenige Kleidung ist, an der man den Beruf sofort erkennt – der Kittel der Krankenschwester, die Robe des Rechtsanwalts, der Blaumann des Handwerkers etc. Kleidung, die über den beruflichen Zusammenhang hinaus „gesellschaftsfähig“ ist, wird also ausgenommen.

Wie kann man die berufliche Handynutzung absetzen?

Grundsätzlich sollte man hier eine Pauschale ansetzen, die einigermaßen im Durchschnitt der einzelnen Monate liegt. Eine anrufgenaue Auflistung dürfte normalerweile nicht erforderlich sein, zumal dies angesichts von Flatrates und Freiminuten auch nicht unbedingt zielführend ist. Im Zweifel lässt sich eine solche eher untergeordnete Frage auch unproblematisch mit dem Finanzamt abklären.

Wie wirkt sich Disagio steuerlich aus?

Bei einem Disagio (Damnum) wird ein Teil der Kreditsumme nicht ausbezahlt, sondern als Vorauszahlung auf die kommenden Zinsen einbehalten. Das Disagio wird dabei nicht als Ausgabe im Jahr der Auszahlung angesetzt, sondern auf die gesamte Laufzeit verteilt. Um dies in der Bilanz und beim steuerlich relevanten Gewinn auszudrücken, werden sog. „aktive Rechnungsabgrenzungsposten“ (aRAP) gebildet.

Was wird bei einem Kredit mit Disagio als Verbindlichkeit gebucht?

Auch hier muss der gesamte Rückzahlbetrag als Verbindlichkeit eingesetzt werden. Dass tatsächlich nicht alles ausbezahlt, sondern ein Teil dieser Summe als Vorschuss auf die Zinsen gleich einbehalten wurde, ist nicht erheblich. Schließlich ist trotzdem die ganze Kreditsumme irgendwann zu tilgen.

Wie kann ein Arbeitszimmer steuerlich abgesetzt werden?

Gemäß § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG ist ein Arbeitszimmer grundsätzlich nicht als Werbungskosten steuerlich zu berücksichtigen. Eine Ausnahme besteht lediglich, wenn der Arbeitnehmer sonst keinen anderen Arbeitsplatz (also in der Regel im Bürogebäude des Arbeitnehmers) hat. Aber auch dann können nur 1250 Euro pro Jahr abgesetzt werden – für gute 100 Euro pro Monat sind als Miete sicher für jedes noch so kleine Zimmer ziemlich bescheiden.

Ist ein beruflich genutztes Zimmer jedoch kein Arbeitszimmer, sondern eine andere Aufwendung, so sind die Kosten ohne Beschränkung voll absetzbar – ein Beispiel hier für ist der Probenraum einer Musikerin.

Kann eine bloße Arbeitsecke im Wohnzimmer als Arbeitszimmer abgesetzt werden?

Die Frage ist strittig, bisher wurde das eher verneint. Allerdings wird in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) dazu erwartet.

Was sind fortgeführte Anschaffungskosten?

Wird eine gebrauchte Sache in einen Gewerbebetrieb eingelegt, so geschieht das unter Zugrundelegung der fortgeführten Anschaffungskosten. Die genaue Prüfung gibt § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG vor:

  1. Zunächst ist der Teilwert im Zeitpunkt der Zuführung einzusetzen, Satz 1, erster Halbsatz.
  2. Das Maximum sind jedoch die Anschaffungskosten, sofern die Sache innerhalb der letzten drei Jahre angeschafft wurde, Satz 1, zweiter Halbsatz.
  3. Diese Anschaffungskosten sind aber weiter entsprechend der AfA-Berechnung zu verringern, Satz 2.

Beispiel: Der Unternehmer U schafft im Juni 2011 ein Auto für 28.000 Euro privat an. Dieses hat eine voraussichtliche Nutzungsdauer von sieben Jahren (AfA: 28.000/7 = 4000 Euro). Drei Jahre später, im Juni 2014, ist es aufgrund guter Pflege immer noch 22.000 Euro wert; hier bringt er es in seinen Betrieb ein.

  1. Teilwert: 22.000 Euro
  2. Anschaffungskosten: 28.000 Euro
  3. verminderte Anschaffungskosten: 28.000 – (3×4000) = 16.000 Euro

Die verminderten Anschaffungskosten deckeln folglich den einzusetzenden Teilwert auf diese 16.000 Euro.

Wie werden Notar- und Grundbuchkosten steuerlich behandelt?

Soweit sich die Kosten auf den Grunderwerb beziehen, werden sie als Anschaffungsnebenkosten behandelt und wie Erwerbskosten auf mehrere Jahre abgesetzt. Beziehen sie sich dagegen auf die Darlehensaufnahme, sind sie als Betriebsausgaben sofort abziehbar.

Was sind anschaffungsnahe Herstellungskosten?

Normalerweise kann man die Renovierungs- und Modernisierungskosten nach dem Erwerb eines Gebäudes sofort als Werbungskosten abziehen, man bekommt also unmittelbar etwas von der Steuer zurück. Dies gilt aber nicht, wenn diese Kosten anschaffungsnahe Herstellungskosten darstellen.

Die anschaffungsnahen Herstellungskosten werden in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG definiert:

Zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten).

Sind die Kosten also sehr hoch und fallen sie unmittelbar nach dem Kauf an, so wird praktisch vermutet, dass es sich um einen versteckten Kaufpreis handelt: Das Haus war eben so marode, dass man gleich einiges reinstecken musste. Daher werden die Kosten auch als Anschaffungskosten behandelt und können nur über die Jahre im Wege der Absetzungen für Abnutzungen (AfA) abgeschrieben werden.

Muss man Anschaffungskosten netto oder brutto rechnen?

Das kommt darauf an, ob man umsatzsteuerabzugsberechtigt ist, § 9b EStG. Es werden also immer die tatsächlich aufgewandten Kosten angesetzt – und wenn man die Mehrwertsteuer tatsächlich bezahlt, kann man sie auch mitrechnen.

Wann können Geschenke aus betrieblichen Gründen abgesetzt werden?

Nur dann, wenn sie nicht mehr als 35 Euro pro Person und Jahr betragen (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG). Geschenke an die eigenen Arbeitnehmer können dagegen stets abgesetzt werden, da diese dann von den Arbeitnehmern als Arbeitslohn versteuert werden müssen, sofern die Freigrenzen des § 8 Abs. 2 EStG überschritten werden.

Wann sind Geschäftsessen absetzbar?

Geschäftsessen können nur abgesetzt werden, wenn ein geschäftlicher Anlass besteht. Für einen geschäftlichen Anlass reicht es nicht aus, wenn man die eigenen Arbeitnehmer einlädt, da man „geschäftlich“ nur mit Geschäftspartnern essen kann. Unangemessene Kosten, also ein völlig außer Verhältnis stehendes Luxusessen, finden keine Berücksichtigung. Aber auch von den angemessenen Kosten sind noch 30 % pauschaler Abzug (§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG) wegzurechnen.

Sind teure Autos absetzbar?

Grundsätzlich ja, da auch teure Fahrzeuge nicht unangemessen gemäß § 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG sind. Eine Ausnahme ist allerdings für sehr hohe Betriebskosten zu machen.

Wie kann eine Dienstreise steuerlich geltend gemacht werden?

Zunächst muss die Reise tatsächlich eine Dienstreise sein, also eine berufliche Veranlassung belegt werden. Fehlt es hieran, ist die gesamte Reise Privatsache.

Bei teilweise beruflicher und teilweise privater Veranlassung müssen die Kosten entsprechend aufgeteilt werden:

  • Übernachtung: Trennung in berufliche und private Tage
  • Reisekosten: Aufteilung nach beruflichen und privaten Anteilen der gesamten Reise
  • Verpflegungskosten: 24 Euro für einen vollen Kalendertag Abwesenheit, jeweils 12 Euro für den Anreise- und Abreisetag (§ 9 Abs. 4a) – jeweils nur für die beruflichen Tage
Was besagt die Lebenskampftheorie?

Die Lebenskampftheorie stammt vom Reichsfinanzhof aus den 1930er-Jahren. Danach sind Bildungsaufwendungen nur ein Aspekt der „Rüstung für den persönlichen Lebenskampf“ und somit Privatsache. Sie dienen also nicht der Anbahnung späterer Einkünfte, eine steuerliche Absetzbarkeit kommt damit nicht in Frage.

Die Lebenskampftheorie wird zwar mittlerweile als überholt angesehen, sie wirkt aber insofern immer noch nach, da das Erststudium normalerweise nicht steuerlich abgesetzt werden kann.

Was besagt das Las-Vegas-Urteil des Bundesfinanzhofs?

Im Las-Vegas-Urteil hat der Große Senat des Bundesfinanzhofs die Kosten einer Reise beurteilt. Konkret geht es um Fälle, in denen ein Steuerzahler bspw. drei Tag auf einer Messe fährt, aber noch vier Tage privaten Urlaub dranhängt. Früher galt hier der Grundsatz, dass der private Anteil dazu führt, dass die Anreisekosten (Autofahrt, Zugfahrkarte, Flugticket) nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können.

Das Las-Vegas-Urteil hat diesen Grundsatz nun abgeschafft. Danach können allgemeine Kosten für die Reise entsprechend aufgeteilt werden. Bei drei Tagen Geschäft und vier Tagen Urlaub sind also die Anreisekosten zu drei Siebteln dem geschäftlichen Anteil zuzurechnen und können steuerlich abgesetzt werden.

Können auch die Übernachtungskosten entsprechend dem Las-Vegas-Urteil aufgeteilt werden?

Nein, die Übernachtungskosten sind so aufzuteilen, wie sie angefallen sind.

Beispiel: Der Steuerpflichtige fährt am Montag zu einer Messe, die er bis einschließlich Mittwoch besucht. Diese zwei Übernachtungen verbringt er in einem billige Pensionszimmer (2 x 20 Euro). Mittwoch Nachmittag fährt er in ein Wellnessresort, wo er bis Sonntag in einer Suite nächtigt (4 x 125 Euro).

Die Anfahrtskosten kann er zu einem Drittel (zwei von sechs Übernachtungen) als beruflich veranlasst absetzen. Er kann aber nicht etwa aus demselben Grund ein Drittel der Übernachtungskosten (180 von 540 Euro) anrechnen. Hier sind vielmehr die beiden tatsächlich beruflich veranlassten Übernachtungen (40 Euro) heranzuziehen.

Was ist horizontaler Verlustausgleich? Was ist vertikaler Verlustausgleich?

Beim horizontalen Verlustausgleich werden innerhalb einer Steuerart Verluste mit Gewinnen verrechnet. Beim vertikalen Verlustausgleich funktioniert dies auch zwischen verschiedenen Steuerarten. Der vertikale Verlustausgleich ist teilweise aus politischen Gründen eingeschränkt.

Kann allgemeinbildende Literatur als Berufsausgabe abgesetzt werden?

Nein, im Gegensatz zu Fachliteratur gehören diese Bücher und Zeitschriften zur allgemeinen Lebensführung und haben keine steuerliche Bedeutung. Dies gilt auch für Tageszeitungen, aus denen der Steuerpflichtige Erkenntnisse für seinen Beruf zieht.

Können persönliche Feiern steuerlich abgesetzt werden, wenn auch Geschäftspartner eingeladen werden?

Nein, wer seinen Geburtstag feiert, aber auch Kunden oder Auftraggeber einlädt, handelt trotzdem privat. Der werbende Charakter tritt hier hinter den privaten Anlass zurück. Etwas anderes gilt nur bei einem reinen Geschäftsessen, für das Bewirtungskosten angesetzt werden können.

Können Sprachkurse steuerlich abgesetzt werden?

Ja, sofern ein betrieblicher bzw. beruflicher Anlass nachgewiesen werden kann. Persönliches Streben nach Bildung ist dabei nicht ausreichend, es muss ein geschäftlicher Bezug hergestellt werden, z.B. die Erschließung bestimmter Märkte oder das Anstreben einer Position mit der Voraussetzung von Sprachkenntnissen.

Kann gemischt privat/beruflich genutzte Unterhaltsungselektronik (z.B. Radios) steuerlich abgesetzt werden?

In der Regel nicht, da ein betrieblicher Kostenanteil schwer nachzuweisen sein wird. Hier empfiehlt es sich, entsprechende Geräte – soweit sinnvoll und rentabel – ausschließlich für den Beruf zu verwenden.

Anders verhält es sich dagegen bei Computern.

Kann ein gemischt privat/beruflich genutzter Computer steuerlich abgesetzt werden?

Ja. Entweder wird hier anhand konkreter Nachweise (z.B. eine Art „Fahrtenbuch“, in dem private und geschäftliche Nutzung dokumentiert wird) die Nutzungsquote bestimmt oder es wird pauschal eine hälftige berufliche Nutzung angesetzt. Letzteres lässt der BGH aus Vereinfachungsgründen zu.

Wann ist die private Mitnutzung eines Gegenstands ohne Bedeutung?

Der private Nutzungsanteil wird vernachlässigt, wenn er nachweislich unter 10 % liegt. In diesem Fall können die Kosten zu 100 % als beruflich veranlasst abgesetzt werden.

Wie werden gemischt beruflich/privat genutzte Telefone angesetzt?

Hier kann einerseits eine Aufteilung aufgrund der Einzelverbindungsnachweise erfolgen. Zumindest für eine gewisse Zeit kann die Nutzung minutiös aufgeteilt werden, um einen Maßstab für das gesamte Jahr zu haben. Aber auch eine reine Schätzung ist aufgrund der ohnehin niedrigen Beträge (Flatrate) in der Regel unproblematisch.

Ist es für die steuerliche Behandlung relevant, ob betriebliche Ausgaben notwendig oder sinnvoll sind?

Nein, wenn es sich tatsächlich um Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten, weil die Ausgaben beruflich motiviert sind, dann sind sie auch abzugsfähig. Im Bezug auf seinen Beruf muss niemand ökonomisch sinnvoll handeln.

Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen eine Angemessenheitsprüfung stattfindet, z.B. bei Bewirtungskosten (§ 4 Abs. 5 Nr. 2) und doppelter Haushaltsführung (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG).

Warum kann man Kosten der Lebensführung nicht steuerlich absetzen?

Diese notwendigen Ausgaben, das sogenannte Existenzminimum, werden durch den persönlichen Grundfreibetrag ohnehin steuerfrei gestellt. Soweit die eigenen Kosten für die Lebensführung höher liegen, handelt es sich um Luxusausgaben, die aus dem versteuerten Einkommen bestritten werden müssen.

Können Firmenfeste steuerlich geltend gemacht werden?

Ja, auch dabei handelt es sich um Bewirtungskosten, die gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG zu 70 % abgesetzt werden können.

Allerdings müssen dabei private Anteile abgezogen werden. Wurden also auch Freunde und Bekannte eingeladen, die keine Kunden sind, muss zunächst deren Pro-Kopf-Anteil aus den Bewirtungskosten herausgerechnet werden. Es handelt sich insoweit um Kosten der privaten Lebensführung, die steuerlich nicht berücksichtigt werden können.

Können Reisekosten auch dann anteilig abgesetzt werden, wenn der berufliche Anteil minimal ist?

Nein, eine mindestens zehnprozentige berufliche Veranlassung ist notwendig, damit ein entsprechender Anteil an den Anreisekosten abgesetzt werden kann. Wer also ein eintägiges Seminar nutzt, um insgesamt drei Wochen Urlaub zu machen, kann die Flugkosten überhaupt nicht (auch nicht in Höhe von 1/21) absetzen. Denn die berufliche Veranlassung an der gesamten Reise beträgt nur knapp 5 % und eben keine 10 %.

Die unmittelbar mit dem Seminar verbundenen Ausgaben (Übernachtung für diesen einen Tag, Teilnahmegebühren etc.) stellen aber Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten dar.

Umgekehrt kann die Reise auch komplett betrieblich steuerlich berücksichtigt werden, wenn der private Anteil unter 10 % liegt.

Kann man Reisekosten bei gemischt privat/beruflichen Reise voll absetzen, wenn man Mitveranstalter des beruflichen Teils ist?

Ja, in dieser Sonderkonstellation geht das.

Beispiel: Ein Anwalt veranstaltet einen Kongress zum internationalen Patentrecht in New York und macht anschließend noch drei Tage Urlaub. Da er ohnehin zum Kongress hätte anreisen müssen, wären die Anreisekosten ohnehin angefallen. Der private Anteil war somit keine Motivation für die Reise mehr, sondern wurde nur noch bei Gelegenheit unternommen. Die Flugkosten können daher komplett abgesetzt werden.

Was passiert bei gemischt privat/beruflichen Reisekosten, wenn sich der private und der berufliche Teil nicht objektiv berechnen lassen?

Falls klar ist, dass eine berufliche Veranlassung vorlag, diese aber nicht genau quantifizierbar ist, kann aufgrund der vorliegenden Tatsachen eine Schätzung gemäß § 162 AO erfolgen.

Sind die Kosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis (also des Führerscheins) absetzbar?

Nein, da hier eine zahlenmäßige Zuordnung zur beruflichen Sphäre überhaupt nicht möglich ist.

Wie können Spenden an politische Parteien abgesetzt werden?

Bei Spenden an gemeinnützige Organisationen funktioniert das Absetzen von Spenden „ganz normal“: Man spendet einen gewissen Betrag und kann diesen dann als Ausgabe vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Der Staat behandelt das Geld also so als hätte der Steuerpflichtige es nie eingenommen. Für diesen Betrag muss er demnach keine Steuern bezahlen.

Anders ist dies bei Spenden an politische Parteien. Gemäß § 34g Satz 2 findet hier eine direkte Steuerermäßigung um die Hälfte des Zuwendungsbetrags statt. Wer also 100 Euro spendet, muss 50 Euro weniger Steuern zahlen – unabhängig von seinem Steuersatz. Diese Sonderregelung gilt bis zu einem Spendenbetrag von 1650 Euro, also bis 825 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Bei zusammen veranlagten Verheirateten verdoppelt sich der Betrag.

Dies gilt sowohl für Mitgliedsbeiträge als auch für Spenden als auch für den Verzicht auf Aufwendsersatz. Ebenso wie Parteien werden auch Wählergruppen behandelt, deren Zweck auf die Teilnahme an Wahlen mit eigenen Wahlvorschlägen gerichtet ist.

Fahrtkosten

Was ist der Unterschied zwischen einer Dienstfahrt und dem Arbeitsweg?

Als Arbeitsweg bezeichnet man die Fahrt zwischen Privatwohnung und erster Tätigkeitsstelle. Da die Arbeit an sich eine Bringschuld ist, ist der Weg zur Arbeit auch Privatsache des Arbeitnehmers. Wir sie trotzdem bezahlt, handelt es sich um eine Form von Arbeitslohn. Steuerfrei ist insoweit allerdings eine vom Arbeitgeber organisierte Sammelbeförderung (z.B. ein Werksbus, § 3 Nr. 32).

Demgegenüber ist eine Dienstfahrt eine Fahrt zu einem anderen Ort auf Anweisung des Arbeitgebers. Diese Fahrt ist keine Bringschuld, der Arbeitnehmer muss sie also auf jeden Fall als arbeitsvertragliche Pflicht unternehmen. Damit kann es sich insoweit auch um keinen verkappten Arbeitslohn handeln.

Wie wird die Privatnutzung eines Dienstfahrzeugs steuerlich behandelt?

Die Privatnutzung eines Dienstfahrzeugs wird gemäß § 8 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG behandelt. Man muss also entweder 1 % des Listenpreises pro Monat versteuern oder ein Fahrtenbuch führen. Hierbei reicht es in der Regel, das Fahrtenbuch drei repräsentative Monate lang zu erstellen, danach werden diese Daten entsprechend auf Dauer übernommen.

Kann man einen Dienstwagen auch für die Heimfahrt nutzen?

Ja, in diesem Fall erhöht sich aber der zu versteuernde Betrag gemäß § 8 Abs. 2 Nr. 3 um 0,03 % pro Entfernungskilometer und Monat. Bei 20.000 Euro Listenpreis sind 0,03 % immerhin 6 Euro – fährt man damit 10 km hin und 10 km zurück, muss man also 60 Euro zusätzlich versteuern.

Was ist die erste Tätigkeitsstätte?

§ 9 Abs. 4 EStG definiert die erste Tätigkeitsstätte als…
… die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers (…), der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.
Das bezeichnet also das, was man gemeinhin den Arbeitsplatz nennt. Die erste Tätigkeitsstätte ist für die Berechnung der Pendlerpauschale relevant.

Welche Kosten können als „Pendlerpauschale“ abgesetzt werden?

Die Entfernungspauschale für Arbeitnehmer nach § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG beträgt grundsätzlich 30 Cent pro Entfernungskilometer und Arbeitstag, also 15 Cent pro tatsächlich gefahrenem Kilometer. Dies gilt unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel, allerdings können bei öffentlichen Verkehrsmitteln die tatsächlichen Kosten der Fahrkarten (falls sie höher sind) angesetzt werden, § 9 Abs. 2 Satz 2.

Im Übrigen gibt es für alle Werbungskosten (also Fahrtkosten, Kauf von Arbeitsmitteln etc.) einen Gesamt-Pauschbetrag von 1000 Euro. Bleiben die tatsächlich ansetzbaren Werbekosten unter diesem Betrag, kann man ohne Nachweis einfach die 1000 Euro ansetzen (§ 9a Satz 1).

Man hat also die Wahl zwischen:

  • pauschal 30 Cent pro Entfernungskilometer und Arbeitstag
  • tatsächliche Kosten (bei ÖPNV)
  • pauschal 1000 Euro für alle Werbungskosten
Muss ich bei meiner Monatskarte etwas für die private Nutzung abziehen?

Nein, der volle Preis für die Monatskarte kann abgesetzt werden. Soweit die Karte daneben auch für private Fahrten genutzt werden kann, ist dies von untergeordneter Bedeutung, zumal es die Kosten nicht erhöht.

Etwas anderes gilt natürlich bei einer „gemischten Monatskarte“, wenn man also einen größeren Bereich oder eine weitere Fahrstrecke abdeckt als dies für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz notwendig wäre.

Muss ich ein Fahrtenbuch für mein Firmenauto führen?

Nein, allerdings wird dann in der Regel eine auch-private Nutzung vermutet und die Nutzungsentnahme besteuert. Pro Monat muss 1 % des Listenneupreises angesetzt werden.

Wer dem entgehen will, kann das angesprochene Fahrtenbuch führen und so die tatsächliche Nutzungsaufteilung steuerlich geltend machen.

Kann ich ein Fahrtenbuch auch per Excel-Tabelle führen?

Nein, das ist kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3, da hier nachträgliche Änderungen möglich sind.

Wie funktioniert die steuerliche Behandlung von Elektroautos?

Bei Elektroautos werden gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 die Listenpreise fiktiv herabgesetzt, sodass die Privatnutzung (1 % des Listenpreises pro Monat) billiger wird. Die Minderung beträgt für 2013 angeschaffte Autos 500 Euro pro Kilowattstunde, 2014 noch 450 Euro, 2015 dann 400 Euro usw.

Absetzungen für Abnutzungen (AfA)

Was sind Absetzungen für Abnutzungen (AfA)?

Dabei handelt es sich um fiktive Verluste, die dadurch entstehen, dass man etwas besitzt, das mit der Zeit an Wert verliert. Das klassische Beispiel dafür sind Autos, deren Wertverlust nicht einmal auf Abnutzungen, sondern auf das bloße Alter zurückzuführen ist.

Der Wert der Sache wird dann nach festen Tabellen Jahr für Jahr (linear oder degressiv) gemindert. Den jeweiligen Minderungsbetrag kann man also Verlust absetzen, er verringert also das zu versteuernde Einkommen.

§ 7 Abs. 1 Satz 1 EStG drückt das so aus:
Bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, ist jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt (Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen).

Gibt es noch degressive AfA?

Nein, Absetzungen für Abnutzungen werden jetzt immer linear angesetzt. § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG ordnet ausdrücklich eine gleichmäßige Verteilung auf die Nutzungsgesamtdauer an.

Was bedeutet „pro rata temporis“?

Dabei handelt es sich um eine Modalität der Absetzungen für Abnutzungen (AfA). Diese verteilt Anschaffungskosten für langlebige Güter grundsätzlich auf deren gesamte durchschnittliche Lebensdauer. Die Rechnung „pro rata temporis“ bedeutet im Endeffekt, dass für jeden Monat, in dem das Wirtschaftsgut wenigstens einen Tag im Unternehmen war, die AfA angesetzt wird. (§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG) Dadurch wird die Abschreibung auf ganze Monate erstreckt, man muss also nicht auch noch mit einzelnen Tagen rechnen.

Wann beginnt die AfA?

Grundsätzlich mit Lieferung und Erfüllung eventueller Aufbau- und Instruktionspflichten; Bestellung und Bezahlung sind nicht relevant.

Wann beginnt die AfA?

Grundsätzlich immer am Anfang des Monats, in dem die Anschaffung bzw. Herstellung erfolgte.

Wann ist der Anschaffungszeitpunkt eines Wirtschaftsguts?

Anschaffungszeitpunkt ist der Moment, in dem

  • das Gut geliefert wurde,
  • die Herstellung vollendet wurde bzw.
  • Besitz, Nutzungen und Lasten übergegangen sind.
Wann endet die AfA?

Die AfA endet,

  • sobald das Gut voll abgeschrieben ist,
  • veräußert oder
  • dem Betriebsvermögen entnommen wurde.
Was sind Anschaffungskosten?

Zu den Anschaffungskosten gehören dem unmittelbaren Kauf- bzw. Herstellungspreis auch die Nebenkosten der Anschaffung wie Vermittlungsprovisionen und Maklergebühren, Grunderwerbssteuer, Versandkosten sowie ggf. Schulungsgebühren.

Gehört die Umsatzsteuer zu den Anschaffungskosten?

Nur dann, wenn sie der Erwerber auch wirklich zu tragen hat, also nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Ansonsten stellt die Mehrwertsteuer nur einen durchlaufenden Posten und damit keinen Kostenfaktor dar.

(Letzte Aktualisierung: 19.08.2021)