Wann ist der Handel mit Wertpapieren gewerblich?

In aller Regel ist der An- und Verkauf von Wertpapieren kein Gewerbe, sondern reine Vermögensverwaltung. Dies ist erst anders, wenn sich der Steuerpflichtige wie ein bankentypischer Händler verhält. Hierfür muss das Gesamtbild der Tätigkeit betrachtet werden, insbesondere liegt Bankentypizität vor, wenn man „ohne Einsatz eigenen Vermögens mit beruflich erlangten Kenntnissen Kursdifferenzen ausnützt“.

Was ist bloße Vermögensverwaltung?

Reine Vermögensverwaltung liegt vor, wenn lediglich das Vermögen genutzt und Gewinn aus den zu erhaltenden Sachwerten gezogen wird. Eine Umschichtung findet dabei regelmäßig nicht statt. Die Grenze zum Gewerbebetrieb ist dort überschritten, wo eine Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr vorliegt.

Was für eine Einnahme ist die Vermietung von Containern?

Die mittlerweile recht beliebte Investition in Frachtcontainer, die auf den Weltmeeren umherfahren, ist natürlich auch steuerlich relevant. Im Ergebnis handelt es sich bei der Vermietung von Containern um sonstige Einnahmen nach § 22 Nr. 3 EStG.

Einen Gewerbebetrieb stellen diese Container normalerweise nicht dar, da es sich um private Vermögensverwaltung handelt. Schließlich will jemand mit diesen Investitionen nicht persönlich in Containergeschäft einsteigen, sondern nur sein Vermögen möglichst sicher und ertragreich anlegen. Was Vermögensverwaltung ist, sagt § 14 Satz 3 der Abgabenordnung sehr deutlich:
Eine Vermögensverwaltung liegt in der Regel vor, wenn Vermögen genutzt, zum Beispiel Kapitalvermögen verzinslich angelegt oder unbewegliches Vermögen vermietet oder verpachtet wird.

Auch an Vermietung wäre in wahrsten Wortsinne zu denken. Allerdings handelt es um keine Vermietung im Sinne des § 21 Abs. 1 EStG, da ein Container weder unbewegliches Vermögen (Nr. 1), noch eine Sachgesamtheit (Nr. 2), noch ein Recht (Nr. 3) ist.

Somit bleiben im Ergebnis nur noch „sonstige Einnahmen“ gemäß § 22 Nr. 3 EStG, nämlich aus der auch beispielhaft dort aufgezählten „Vermietung beweglicher Gegenstände“. Dies hat den (theoretischen) Vorteil, dass die Einkünfte überhaupt nicht versteuert werden müssen, wenn sie nicht mehr als die Freigrenze von 256 Euro im Jahr betragen, was aber bei Containern regelmäßig deutlich überschritten sein dürfte.

Was ist ein Gewerbe im steuerrechtlichen Sinne?

Zum Gewerbe zählen grundsätzlich alle selbstständigen, nachhaltigen Tätigkeiten, die auf Gewinnererzielung ausgerichtet sind und am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. Sie müssen über die bloße Vermögensverwaltung hinausgehen und dürfen nicht zur Land- und Forstwirtschaft und nicht zu den freien Berufen gehören.