Was ist Liebhaberei?

Als Liebhaberei bezeichnet man eine Tätigkeit, die objektiv betrachtet eine steuerlich relevante Tätigkeit (z.B. einen Gewerbebetrieb) darstellen könnte, tatsächlich aber ohne Gewinnerzielungsabsicht, quasi hobbymäßig, betrieben wird. Die Tätigkeit zählt dann zu den Kosten privater Lebensführung (§ 12 Nr. 1 Satz 1 EStG).

Wer also in seinem Keller gerne Kleider näht, diese dann aber nicht mit Gewinn verkauft, kann die Verluste nicht bei der Steuer geltend machen.

Was ist eine gesonderte Feststellung?

Bei einer gesonderten Feststellung werden zunächst die Besteuerungsgrundlagen durch einen separaten Bescheid festgestellt. (§ 179 Abs. 1 AO) Erst aufgrund dieser Zahlen wird dann später die konkrete Steuerhöhe errechnet. Der Feststellungsbescheid kann und muss selbst angegriffen werden, ansonsten wird er bestandskräftig.

Ein Beispiel für eine gesonderte Feststellung ist der Verlustvortrag gemäß § 10a Abs. 4 Satz 1 EStG, mit dem Verluste aus einem Jahr, die für die kommenden Jahre zu berücksichtigen sind, festgestellt werden.

Was passiert mit Verlusten aus Aktiengeschäften?

Aktiengewinne gehören zu den sog. „bösen Einkünften“, genauer gesagt zu den „ganz besonders bösen Einkünften“.

Verluste aus normalem Kapitalvermögen kann man schon nicht mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten steuerlich verrechen (§ 20 Abs. 4 Satz 1 EStG). Bei Aktienverlusten ist es sogar so, dass man diese nicht einmal innerhalb der Kapitalvermögenseinkünfte, als z.B. von Zinseinnahmen, abziehen kann (§ 20 Abs. 4 Satz 4).

Ein steuerlicher Ausgleich erfolgt nur mit anderen Gewinnen aus Aktien, ggf. mit solchen aus künftigen Jahren. Dies ist zeitlich unbeschränkt möglich, man sammelt also Verluste an und kann sie solange fortschreiben, bis sie sich mit Gewinnen verrechnen lassen – egal, wie lange dies dauert.

Was sind „fiktive Gewerbebetriebseinkünfte“?

Als fiktive Gewerbebetriebseinkünfte gilt der Gewinn aus bestimmten Anteilsverkäufen gemäß § 17 EStG.

Zunächst einmal gilt dieser Paragraph nur für tatsächliches Privatvermögen. Hält jemand solche Beteiligungen als Betriebsvermögen (weil er beispielsweise einerseits eine Druckerei hat, andererseits auch gleich an einer Papiermühle beteiligt ist), so gehören diese Gewinne gemäß § 20 Abs. 8 EStG zu den Gewerbeeinahmen.

Zudem sind das nur dann fiktive Gewerbebetriebseinkünfte, wenn irgendwann innerhalb der letzten fünf Jahre eine Beteiligung von mind. 1 % an der Firma bestand.

Ist die GmbH und Co. KG eine transparente oder eine intransparente Gesellschaft?

Auch diese Gesellschaft ist nur eine normale Kommanditgesellschaft. Ihre steuerliche Behandlung richtet sich also nach der KG und diese ist transparent. Somit muss keine Körperschaftsteuer gezahlt werden, der Gewinn/Verlust wird jedem Gesellschafter als gewerbliche Einnahme angerechnet.

Der auf die GmbH als Gesellschafter der KG entfallende Anteil wird aber von dieser nach den Regeln der (intransparenten) GmbH versteuert – also zunächst Körperschaftsteuer, Ausschüttungen stellen Kapiteleinkünfte dar.

Was ist eine intransparente Gesellschaft?

Im Gegensatz zur transparenten Gesellschaft wird bei der intransparenten Gesellschaft nicht von vornherein klar, welchen Anteil am Gewinn oder Verlust jeder Anteilsinhaber hat. Dieser wird erst durch Ausschüttung realisiert. Daher müssen diese Gesellschaften zunächst Körperschaftsteuer auf ihr Gesellschaftseinkommen zahlen. Die Gesellschafter müssen die Ausschüttung als Kapitaleinkünfte (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG) versteuern, und zwar mit einer Abschlagsteuer von 25 %.

Intransparente Gesellschaften sind bspw. die Aktiengesellschaft (AG), die Europäische Gesellschaft (SE), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die britische Limited (Ltd).

Was ist eine transparente Gesellschaft?

Bei einer transparenten Gesellschaft kann jedem Gesellschafter automatisch persönlich ein Gewinn- bzw. Verlustanteil zugeordnet werden. Dieser Anteil wird dann gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG als gewerbliche Einnahme mit der Einkommensteuer belegt. Die Gesellschaft selbst muss keine Steuer auf ihr Einkommen bezahlen.

Transparente Gesellschaften sind bspw. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG).

Der Gegensatz dazu ist die intransparente Gesellschaft.

Was ist ein Verlustvortrag?

§10d Abs. 2 Satz1 EStG definiert diesen Begriff:

Nicht ausgeglichene negative Einkünfte, die nicht nach Absatz 1 abgezogen worden sind, sind in den folgenden Veranlagungszeiträumen (…) abzuziehen (Verlustvortrag).

Dadurch werden diejenigen Verluste, die nicht schon als Verlustrücktrag (der Abs. 1, auf den verwiesen wird) für das Vorjahr berücksichtigt werden können, wenigstens in die Folgejahre übernommen.

Was ist ein Verlustrücktrag?

§ 10d Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes sagt:

Negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden, sind (…) vom Gesamtbetrag der Einkünfte des unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraums (…) abzuziehen (Verlustrücktrag).

Auf diese Weise mindert sich also das zu versteuernde Einkommen nachträglich, wenn man im folgenden Jahr Verluste erwirtschaftet.

Der Verlustrücktrag ist auf 1 Mio. Euro beschränkt. Der darüberhinausgehende Betrag kann aber als Verlustvortrag berücksichtigt werden.

Was sind die Unterschiede zwischen Betriebsvermögensvergleich und Einnahmenüberschussrechnung?

Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG, „Bilanzierung“):

  • das Betriebsvermögen erscheint in der Bilanz, einschließlich eventueller Bestandsänderungen
  • Verkäufe und Einkäufe auf Ziel werden zum Zeitpunkt der Lieferung erfasst, der Kaufpreis wird zunächst als Forderung bzw. offene Verbindlichkeit ausgewiesen
  • es werden Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen gebildet

Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG):

  • erfasst wird das tatsächliche Fließen von Geld, also Betriebseinzahlungen und -auszahlungen (Ausnahme: AfA und Privatanteile), und zwar zum Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung
  • das Betriebsvermögen tritt als solches nicht in Erscheinung, da es eben weder Gewinn noch Verlust bedeutet und nicht bilanziert wird; Bestandsveränderungen sind damit irrelevant
  • Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen werden nicht gebildet