Wann werden Aufwendungen steuerlich relevant?

Bei verschiedenen Aufwendungen ist zu unterscheiden, wie und vor allem wann sie steuerlich zu berücksichtigen sind. Grob kann man Folgendes sagen:

  • nie, wenn privat (§ 12 Abs. 1 EStG)
  • sofort, wenn laufende Betriebskosten
  • mit der Zeit, wenn abnutzbares Betriebsvermögen (AfA)
  • später, wenn nicht abnutzbares Betriebsvermögen (bei Veräußerung)

Wie werden Wertverluste von Betriebsvermögen bilanziell und steuerlich behandelt?

Beim Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG sind solche Wertverluste grundsätzlich in der Bilanz auszuweisen. Bei der Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG gilt dies aber nicht; will ein solche Unternehmer die Verluste geltend machen, kann er kurzfristig auf § 4 Abs. 1 wechseln. Bei der Berechnung der Überschusseinkünfte nach § 8 gibt es kein Betriebsvermögen, sodass sich die Frage nicht stellt.

Wie werden Wertsteigerungen von Betriebsvermögen bilanziell und steuerlich behandelt?

Grundsätzlich gar nicht. Eine Aufdeckung von Wertzuwächsen erfolgt erst dann, wenn die Wirtschaftsgüter das Betriebsvermögen verlassen, also bei Veräußerung oder Entnahme. Dies gilt sowohl beim Betriebsvermögensvergleich als auch bei der Einnahmenüberschussrechnung.

Anders ist dies dagegen bei Wertverlusten.

Wie wird nicht abnutzbares Anlagevermögen steuerlich behandelt?

Anlagevermögen, das sich nicht mit der Zeit abnutzt, z.B. ein Grundstück (nicht aber das darauf stehende Gebäude), ist steuerlich erst bei Entnahme bzw. Veräußerung relevant. Erst dann wird beurteilt, ob die Anschaffung nun mit Gewinn oder mit Verlust erfolgt ist. Bei der Anschaffung selbst entstehen keine Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 3 Satz 4 EStG).