Was ist der Unterschied zwischen der Gewinneinkunftsrechnung und der Überschussrechnung?

Die Berechnung der Gewinneinkünfte erfolgt bei Einkünften aus Land- und Fortwirtschaft, aus Gewerbebetrieb und aus selbstständiger Tätigkeit. Ein wesentliches Merkmal dieser Rechenweise ist, dass Anschaffungen zum Betriebsvermögen werden und ihre Wertentwicklung steuerlich von Bedeutung ist.

Die relevanten Vorschriften des Einkommensteuergesetzes sind:

  • Gewinn = Betriebsvermögensmehrung (§ 4, Detailregelungen §§ 4a bis 4h, 13a)
  • Geltung der handelsrechtlichen Buchführung (§ 5, Detailregelungen §§ 5a, 5b)
  • Bewertungsregelungen (§ 6, Detailregelungen §§ 6a bis 6d)
  • AfA (§ 7, Detailregelungen §§ 7a bis 7i)

Dabei lässt das Gesetz zwei Arten der Gewinnermittlung zu, nämlich den Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG, kurz BVV, auch als Bilanzierung bezeichnet) und die einfachere Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG), die aber nicht allen Gewerbetreibenden offensteht.

Überschusseinkünfte werden dagegen bei nichtselbstständiger Arbeit (also als Arbeitnehmer), aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung sowie bei sonstigen Einkünften berechnet. Hier bleiben alle Anschaffungen im Privatvermögen.

Die relevanten Vorschriften des Einkommensteuergesetzes sind:

  • Einnahmen (§ 8)
  • Werbungskosten (§§ 9, 9a)

Wie werden Wertverluste von Betriebsvermögen bilanziell und steuerlich behandelt?

Beim Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG sind solche Wertverluste grundsätzlich in der Bilanz auszuweisen. Bei der Einnahmenüberschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG gilt dies aber nicht; will ein solche Unternehmer die Verluste geltend machen, kann er kurzfristig auf § 4 Abs. 1 wechseln. Bei der Berechnung der Überschusseinkünfte nach § 8 gibt es kein Betriebsvermögen, sodass sich die Frage nicht stellt.

Was sind Gewinneinkünfte und was Überschusseinkünfte?

Gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 EStG werden die Einkünfte je nach Einkunftsart unterschiedlich berechnet.

Gewinneinkünfte errechnen sich – ganz grob gesagt – durch Abzug der Ausgaben von den Einnahmen. Diese Art der Einkunftsermittlung geschieht bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben und selbstständiger Arbeit.

Überschusseinkünfte sind dagegen die Einkünfte nach Abzug der Werbungskosten. Diese werden bei nichtselbstständiger Arbeit (also als Arbeitnehmer), bei Kapitaleinkünften, bei Vermietung und Verpachtung sowie den sog. „sonstigen Einkünfte“ als Grundlage für die Besteuerung verwendet.