Wie können Spenden an politische Parteien abgesetzt werden?

Bei Spenden an gemeinnützige Organisationen funktioniert das Absetzen von Spenden „ganz normal“: Man spendet einen gewissen Betrag und kann diesen dann als Ausgabe vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Der Staat behandelt das Geld also so als hätte der Steuerpflichtige es nie eingenommen. Für diesen Betrag muss er demnach keine Steuern bezahlen.

Anders ist dies bei Spenden an politische Parteien. Gemäß § 34g Satz 2 findet hier eine direkte Steuerermäßigung um die Hälfte des Zuwendungsbetrags statt. Wer also 100 Euro spendet, muss 50 Euro weniger Steuern zahlen – unabhängig von seinem Steuersatz. Diese Sonderregelung gilt bis zu einem Spendenbetrag von 1650 Euro, also bis 825 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Bei zusammen veranlagten Verheirateten verdoppelt sich der Betrag.

Dies gilt sowohl für Mitgliedsbeiträge als auch für Spenden als auch für den Verzicht auf Aufwendsersatz. Ebenso wie Parteien werden auch Wählergruppen behandelt, deren Zweck auf die Teilnahme an Wahlen mit eigenen Wahlvorschlägen gerichtet ist.

Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen?

wheelchair-749985_640Im deutschen Steuerrecht steht das Leistungsfähigkeitsprinzip ganz im Vordergrund. Die Steuer soll sich danach richten, wie leistungsfähig der Steuerpflichtige ist. Wer mehr Einkommen zur Verfügung hat, muss demnach auch mehr Steuer zahlen.

Nur ist die Frage, wie viel man zur Verfügung hat, eben nicht mit einem einfachen Blick auf den Gehaltszettel getan. Auch Ausgaben, die mit dem Geldverdienen im Zusammenhang stehen (z.B. „Werbungskosten“) sowie außergewöhnliche finanzielle Belastungen müssen berücksichtigt werden.

Finanzielle Nachteile aus einer Behinderung mindern die Steuer

Hierzu gehören auch Kosten aufgrund einer festgestellten Behinderung. Die Behinderung wird in Graden zwischen 20 und 100, daher oft auch als Prozente bezeichnet, festgestellt. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 gilt man als schwerbehindert. Ohne Bedeutung ist dabei, ob die Behinderung körperlich, geistig oder psychisch ist. Wichtig ist nur, dass die Behinderung nicht nur kurzfristig ist, sondern mindestens sechs Monate anhält. Ab einem GdB von 30 ist eine Gleichstellung mit Schwerbehinderten möglich, sofern diese Gleichstellung notwendig ist, um die Chancen des Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen? weiterlesen

Was ist der Sparer-Pauschbetrag?

Gemäß § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG können für Kapitaleinkünfte pauschal 801 Euro Werbungskosten abgezogen werden. Die tatsächlichen Kosten (z.B. für Depotkosten, Kontoführung oder auch Zinszahlungen) können aber nicht angesetzt werden. Diese Regelung wiederspricht eigentlich dem objektiven Nettoprinzip, da es zwar Gewinne, nicht aber Ausgaben berücksichtigt. Dies wird aber damit begründet, dass ohnehin ein niedriger Steuersatz (25 % Kapitalertragsteuer mit Abschlagwirkung) zur Anwendung kommt. Zudem sind die 801 Euro ziemlich hoch angesetzt und subventionieren so den kleinen Sparer, der regelmäßig deutlich geringere tatsächliche Kosten hat.

Was ist der Grenzsteuersatz?

Im deutschen Einkommensteuerrecht steigt der Steuersatz auf Einkommen mit jedem hinzukommenden Euro weiter an. Diese Steuer, die auf den letzten Euro des Einkommens anfällt und auf jeden weiteren verdienten Euro (mindestens) hinzukommen würde, bezeichnet man als Grenzsteuersatz.

Beispiel:

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 16.000 Euro im Jahr beträgt die Einkommensteuer 1592 Euro, also 9,95 %.
Hätte man dagegen nur 15.900 Euro verdient, läge die Einkommensteuer nur bei 1567 Euro.
Die Steuern für die letzten 100 Euro betragen also 25 Euro – deutlich mehr als der Schnitt der gesamten 16.000 Euro, weil hier noch ein Steuerfreibetrag sowie geringere Anfangssteuersätze zu berücksichtigen sind. Diese 25 Euro also 25 Prozent bezeichnet man als Grenzsteuersatz.
Für weitere 100 Euro fallen also (mindestens) wieder 25 Euro Steuern an, somit verbleiben einem vom weiteren Einkommen höchstens 75 %.

Was ist die Künstlersteuer?

Künstler, die in Deutschland auftreten, aber hier nicht regulär steuerpflichtig sind (insb. weil sie keinen Wohnsitz hier haben), müssen gemäß § 50a EStG lediglich 15 % Künstlersteuer (auch Ausländersteuer genannt – beide Begriffe sind missverständlich) auf ihre Gage bezahlen. Bei diesem Steuersatz handelt es sich um eine pauschale Abgeltung der Einkommensteuer. Dabei dürfen andererseits auch keine Ausgaben abgezogen werden, was den relativ niedrigen Steuersatz erklärt.

Die Künstlersteuer muss grundsätzlich vom Veranstalter ans Finanzamt abgeführt werden, der in der Regel einen entsprechenden Teil der Gage einbehält. Damit kann sich das Finanzamt an den vor Ort ansässigen Veranstalter wenden, der leichter greifbar (und zur Not auch pfändbar) ist als der ausländische Künstler.

Was ist der Unterschied zwischen einem Freibetrag und einer Freigrenze?

Bei einem Freibetrag wird ein bestimmter Teil der Einkünfte überhaupt nicht besteuert, bei einer Freigrenze werden die Einkünfte nicht besteuert, wenn sie die Freigrenze nicht überschreiten, und ab dem ersten Euro voll besteuert, sobald sie die Freigrenze überschreiten.

Nehmen wir als Beispiel die sonstigen Einkünfte im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 7 EStG: Diese „sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.“ (§ 22 Nr. 3 EStG) Da steht „wenn“, damit handelt es sich um eine Freigrenze – entweder oder.

Hat man also 250 Euro sonstige Einkünfte im Jahr, zahlt man darauf keine Steuer. Hat man 500 Euro Einkünfte, zahlt man auf die gesamten 500 Euro Steuer, bei 20 % Steuersatz beispielsweise 100 Euro.

Wäre diese Vorschrift aber ein Freibetrag, so müsste dort stehen: „Die Einnahmen sind nicht einkommensteuerpflichtig, soweit sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.“ (Tatsächlich würde dann wohl „nicht mehr als 256 Euro“ stehen.) Das bedeutet, dass die ersten 256 Euro nicht berücksichtigt werden, wenn es ans Versteuern geht.

Hat man also 250 Euro dieser Einkünfte im Jahr, zahlt man darauf keine Steuer, da sich diese komplett unter der Freigrenze befinden. Hat man 500 Euro Einkünfte, zahlt man auf die über 256 Euro liegende Summe (also auf 244 Euro) Steuer, bei 20 % Steuersatz also nur noch 48,80 Euro.