Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen?

wheelchair-749985_640Im deutschen Steuerrecht steht das Leistungsfähigkeitsprinzip ganz im Vordergrund. Die Steuer soll sich danach richten, wie leistungsfähig der Steuerpflichtige ist. Wer mehr Einkommen zur Verfügung hat, muss demnach auch mehr Steuer zahlen.

Nur ist die Frage, wie viel man zur Verfügung hat, eben nicht mit einem einfachen Blick auf den Gehaltszettel getan. Auch Ausgaben, die mit dem Geldverdienen im Zusammenhang stehen (z.B. „Werbungskosten“) sowie außergewöhnliche finanzielle Belastungen müssen berücksichtigt werden.

Finanzielle Nachteile aus einer Behinderung mindern die Steuer

Hierzu gehören auch Kosten aufgrund einer festgestellten Behinderung. Die Behinderung wird in Graden zwischen 20 und 100, daher oft auch als Prozente bezeichnet, festgestellt. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 gilt man als schwerbehindert. Ohne Bedeutung ist dabei, ob die Behinderung körperlich, geistig oder psychisch ist. Wichtig ist nur, dass die Behinderung nicht nur kurzfristig ist, sondern mindestens sechs Monate anhält. Ab einem GdB von 30 ist eine Gleichstellung mit Schwerbehinderten möglich, sofern diese Gleichstellung notwendig ist, um die Chancen des Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen? weiterlesen

Muss ich eine Steuererklärung abgeben, wenn ich sowieso weder etwas herausbekomme noch nachzahlen muss?

Grundsätzlich nicht. Vom Erfordernis der Abgabe einer Steuererklärung (§ 25 Abs. 3 EStG) ist man befreit, wenn man nur Einkünfte bezieht, die höchstens 410 Euro über dem Arbeitseinkommen liegen, für das man die Lohnsteuer bereits gezahlt hat (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). In dem Fall erlaubt es Nr. 8 der Vorschrift aber, einen Antrag auf Veranlagung zu stellen, um eventuelle Überzahlungen zurückzubekommen.

Was ist der Unterschied zwischen Steuervergütung und Steuererstattung?

In beiden Fällen kann sich der Steuerzahler freuen – er bekommt Geld vom Finanzamt zurück.

Eine Steuererstattung erfolgt, wenn Steuern ohne rechtlichen Grund bezahlt wurden, also bspw. die Vorauszahlung/Lohnsteuer zu hoch ausfiel. (§ 37 Abs. 2 AO)

Eine Steuervergütung erhält man dagegen, wenn die Steuern an sich völlig richtig berechnet und zu Recht bezahlt wurden, man aber aus anderen Gründen das Geld zurückbekommt, bspw. als Effekt der Sparzulage oder der Wohnungsbauprämie. Die Steuervergütung ist als solche nicht in der AO geregelt, sie wird nur in zahlreichen Vorschriften erwähnt.