Wie kann eine Dienstreise steuerlich geltend gemacht werden?

Zunächst muss die Reise tatsächlich eine Dienstreise sein, also eine berufliche Veranlassung belegt werden. Fehlt es hieran, ist die gesamte Reise Privatsache.

Bei teilweise beruflicher und teilweise privater Veranlassung müssen die Kosten entsprechend aufgeteilt werden:

  • Übernachtung: Trennung in berufliche und private Tage
  • Reisekosten: Aufteilung nach beruflichen und privaten Anteilen der gesamten Reise
  • Verpflegungskosten: 24 Euro für einen vollen Kalendertag Abwesenheit, jeweils 12 Euro für den Anreise- und Abreisetag (§ 9 Abs. 4a) – jeweils nur für die beruflichen Tage

Worauf werden Zahlungen an das Finanzamt zuerst angerechnet?

save-1720971_1920Schuldet man dem Finanzamt mehrere verschiedene Beträge, zum Beispiel Steuern, Säumniszuschläge und Zinsen, so stellt sich die Frage, worauf Zahlungen angerechnet werden.

Diese Frage ist nicht nur rein akademischer Natur, sondern hat eine ganz praktische Bedeutung: Wenn die Steuerschuld als solche getilgt wird, entstehen keine Säumniszsuchläge mehr. Denn auf Säumniszuschläge entstehen keine neuen Zuschläge, ebenso gibt es keine Zinsen auf Zinsen (Zinseszins).

Beispiel: Der Steuerzahler schuldet 1000 Euro Einkommensteuer, 500 Säumniszuschläge und 200 Euro Zinsen. Er zahlt nun 600 Euro an das Finanzamt.

Würde diese Zahlung zunächst auf die Säumniszuschläge und dann auf die Zinsen angerechnet, würden 1000 Euro Steuerschuld und 100 Euro Zinsen übrig bleiben. Diese 1000 Euro würden nun gemäß § 240 Abs. 1 AO ganze 1,0 % Säumniszuschläge pro Monat produzieren, also 10 Euro im Monat, 120 Euro im Jahr. Auf die verbleibenden 100 Euro Zinsen entfallen dagegen keine Zuschläge (§ 240 Abs. 2 AO).

Erfolgt die Zahlung dagegen auf die Steuerschuld, so verbleiben 400 Euro Steuern, 500 Euro Säumniszuschläge und 200 Euro Zinsen. Rechnerisch sind es also immer noch 1100 Euro, aber nun sind nur noch 400 Euro davon die Hauptforderung. Damit fallen Monat für Monat nur noch 4 Euro Zuschlag an, also 48 Euro im Jahr – ein erheblicher Unterschied.

Für den Steuerschuldner ist es also von Vorteil, wenn er die Hauptsteuerschuld zuerst tilgen kann.

§ 225 Abs. 1 AO erlaubt es ihm dabei, selbst zu bestimmen, was er tilgt:

Schuldet ein Steuerpflichtiger mehrere Beträge und reicht bei freiwilliger Zahlung der gezahlte Betrag nicht zur Tilgung sämtlicher Schulden aus, so wird die Schuld getilgt, die der Steuerpflichtige bei der Zahlung bestimmt.

Diese Entscheidung sollte möglichst bei der Zahlung, z.B. im Überweisungstext, deutlich gemacht werden.

Erfolgt keine Tilgungsbestimmung, gilt die Reihenfolge aus Abs. 2 der Vorschrift:

Trifft der Steuerpflichtige keine Bestimmung, so werden mit einer freiwilligen Zahlung, die nicht sämtliche Schulden deckt, zunächst die Geldbußen, sodann nacheinander die Zwangsgelder, die Steuerabzugsbeträge, die übrigen Steuern, die Kosten, die Verspätungszuschläge, die Zinsen und die Säumniszuschläge getilgt.

Auch diese Reihenfolge ist noch relativ günstig für den Steuerbürger, da die Steuern ziemlich weit vorne kommen.

Weniger vorteilhaft ist erst Abs. 3 der Vorschrift:

Wird die Zahlung im Verwaltungsweg erzwungen (§ 249) und reicht der verfügbare Betrag nicht zur Tilgung aller Schulden aus, derentwegen die Vollstreckung oder die Verwertung der Sicherheiten erfolgt ist, so bestimmt die Finanzbehörde die Reihenfolge der Tilgung.

In der Zwangsvollstreckung entscheidet also das Finanzamt, was getilgt wird. Theoretisch kann das Finanzamt also das Vollstreckungsergebnis erst auf die Zinsen anrechnen – erfahrungsgemäß passiert das aber sehr selten.

Übrigens: Auch in der Zwangsvollstreckung gelten für freiwillige Zahlungen die Absätze 1 und 2. Wer also nicht auf die Kontopfändung wartet, sondern selbst noch überweist, kann immer noch die für ihn günstige Tilgungsreihenfolge wählen. Mehr dazu auf urteilsbesprechungen.de – BFH, Urteil vom 14.10.1999, Az.: IV R 63/98.

Können Firmenfeste steuerlich geltend gemacht werden?

Ja, auch dabei handelt es sich um Bewirtungskosten, die gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG zu 70 % abgesetzt werden können.

Allerdings müssen dabei private Anteile abgezogen werden. Wurden also auch Freunde und Bekannte eingeladen, die keine Kunden sind, muss zunächst deren Pro-Kopf-Anteil aus den Bewirtungskosten herausgerechnet werden. Es handelt sich insoweit um Kosten der privaten Lebensführung, die steuerlich nicht berücksichtigt werden können.

Wofür zahlt man Hundesteuer?

Man zahlt die Hundesteuer deswegen, weil jemand, der sich ein Luxustier wie einen Hund leisten kann, offensichtlich über soviel Geld verfügt, dass man ihm noch etwas mehr davon nehmen kann. Das ist das Wesen einer Aufwandsteuer, zumindest im ursprünglichen Sinne.

Dass die Hundehaltung heute sicher nichts mehr mit Reichtum zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt. Darum haben andere Aspekte wie die Eindämmung übermäßiger Hundehaltung und auch die durch Hunde verursachten Kosten für die Allgemeinheit an Bedeutung gewonnen.

Was besagt das Las-Vegas-Urteil des Bundesfinanzhofs?

Im Las-Vegas-Urteil hat der Große Senat des Bundesfinanzhofs die Kosten einer Reise beurteilt. Konkret geht es um Fälle, in denen ein Steuerzahler bspw. drei Tag auf einer Messe fährt, aber noch vier Tage privaten Urlaub dranhängt. Früher galt hier der Grundsatz, dass der private Anteil dazu führt, dass die Anreisekosten (Autofahrt, Zugfahrkarte, Flugticket) nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können.

Das Las-Vegas-Urteil hat diesen Grundsatz nun abgeschafft. Danach können allgemeine Kosten für die Reise entsprechend aufgeteilt werden. Bei drei Tagen Geschäft und vier Tagen Urlaub sind also die Anreisekosten zu drei Siebteln dem geschäftlichen Anteil zuzurechnen und können steuerlich abgesetzt werden.

Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen?

wheelchair-749985_640Im deutschen Steuerrecht steht das Leistungsfähigkeitsprinzip ganz im Vordergrund. Die Steuer soll sich danach richten, wie leistungsfähig der Steuerpflichtige ist. Wer mehr Einkommen zur Verfügung hat, muss demnach auch mehr Steuer zahlen.

Nur ist die Frage, wie viel man zur Verfügung hat, eben nicht mit einem einfachen Blick auf den Gehaltszettel getan. Auch Ausgaben, die mit dem Geldverdienen im Zusammenhang stehen (z.B. „Werbungskosten“) sowie außergewöhnliche finanzielle Belastungen müssen berücksichtigt werden.

Finanzielle Nachteile aus einer Behinderung mindern die Steuer

Hierzu gehören auch Kosten aufgrund einer festgestellten Behinderung. Die Behinderung wird in Graden zwischen 20 und 100, daher oft auch als Prozente bezeichnet, festgestellt. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 gilt man als schwerbehindert. Ohne Bedeutung ist dabei, ob die Behinderung körperlich, geistig oder psychisch ist. Wichtig ist nur, dass die Behinderung nicht nur kurzfristig ist, sondern mindestens sechs Monate anhält. Ab einem GdB von 30 ist eine Gleichstellung mit Schwerbehinderten möglich, sofern diese Gleichstellung notwendig ist, um die Chancen des Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen? weiterlesen

Wann sind Geschäftsessen absetzbar?

Geschäftsessen können nur abgesetzt werden, wenn ein geschäftlicher Anlass besteht. Für einen geschäftlichen Anlass reicht es nicht aus, wenn man die eigenen Arbeitnehmer einlädt, da man „geschäftlich“ nur mit Geschäftspartnern essen kann. Unangemessene Kosten, also ein völlig außer Verhältnis stehendes Luxusessen, finden keine Berücksichtigung. Aber auch von den angemessenen Kosten sind noch 30 % pauschaler Abzug (§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG) wegzurechnen.