In welchen Fällen sind Verlustabzüge verboten?

Aus politischen Gründen können manche Verluste nicht mit Gewinnen verrechnet werden. Beispiele hierfür sind:

  1. Verluste in Nicht-EU-Ländern (§ 2a EStG); Ausgleich nur, wenn sich Gewinne und Verluste auf gleichen Staat beziehen
  2. Verluste aus Gesellschaften, bei denen die Haftung beschränkt ist (§ 15a)
  3. Verluste im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen (§ 15b)
  4. Verluste aus Beteiligungsveräußerungen (§ 17 Abs. 2 Satz 6)
  5. Verluste aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 6 Satz 1 bis 3, noch schärfere Sonderregelung in Satz 4)
  6. Verluste im Bereich der sonstigen Einkünfte (§ 22 Nr. 3 Satz 3 und 4)
  7. Verluste bei privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23 Abs. 3 Satz 7 und 8)

Ob jeweils ein Verlustabzug nach § 10d EStG möglich ist, muss anhand der Einzelvorschriften entschieden werden.

Was ist eine intransparente Gesellschaft?

Im Gegensatz zur transparenten Gesellschaft wird bei der intransparenten Gesellschaft nicht von vornherein klar, welchen Anteil am Gewinn oder Verlust jeder Anteilsinhaber hat. Dieser wird erst durch Ausschüttung realisiert. Daher müssen diese Gesellschaften zunächst Körperschaftsteuer auf ihr Gesellschaftseinkommen zahlen. Die Gesellschafter müssen die Ausschüttung als Kapitaleinkünfte (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG) versteuern, und zwar mit einer Abschlagsteuer von 25 %.

Intransparente Gesellschaften sind bspw. die Aktiengesellschaft (AG), die Europäische Gesellschaft (SE), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die britische Limited (Ltd).

Hafte ich für bestehende Steuerschulden eines Betriebs, den ich übernehme?

Ja, § 75 Abs. 1 Satz 1 AO sagt:

Wird ein Unternehmen (…) übereignet, so haftet der Erwerber für Steuern (…), vorausgesetzt, dass die Steuern seit dem Beginn des letzten, vor der Übereignung liegenden Kalenderjahrs entstanden sind und bis zum Ablauf von einem Jahr nach Anmeldung des Betriebs durch den Erwerber festgesetzt oder angemeldet werden.

Es geht also nur um die Steuern aus dem Jahr der Übereignung und dem Vorjahr und sie müssen innerhalb eines ganzen Jahres ab Übereignung festgesetzt werden.