Was ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut?

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist ein solches, das nicht mehr als 410 Euro (früher 800 DM, darum der ertwas krumme Betrag) gekostet hat. Dieses kann man im Anschaffungsjahr voll als Ausgabe ansetzen, es muss keine AfA-Abschreibung über mehrere Jahre erfolgen. (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG)

Nun könnte man auf die Idee kommen, auch sehr viel teurere Dinge entsprechend zu trennen, um davon zu profitieren und die Buchhaltung einfacher zu machen: Ein Auto besteht aus lauter Einzelteilen, die man größtenteils unter einen Wert von 410 Euro bringen könnte, wenn man das Auto nur gedanklich entsprechend aufteilt bzw. sich eine entsprechende Rechnung geben lässt. Um dies zu verhindern, verbietet Satz 2 eine Auftrennung technisch aufeinander abgestimmter Wirtschaftsgüter ohne selbstständige Benutzbarkeit. Und die Gangschaltung eines Autos ergibt ohne den Motor nunmal wenig Sinn.

Kann Software als geringwertiges Wirtschaftsgut behandelt werden?

An sich nicht, da geringwertige Wirtschaftsgüter nur bewegliche Sachen sein können. Die Software ist dagegen ein Recht, man erwirbt eine Nutzungslizenz. Aus praktischen Gründen behandelt der Bundesfinanzhof Software aber genauso wie Sachen. Somit kann auch Software als Betriebsausgabe ohne Abschreibung sofort abgesetzt werden, sofern sie maximal 410 Euro gekostet hat (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG). Dabei kommt es bei Softwarepaketen auf den Einzelpreis jedes Programms an.