Was für eine Einnahme ist die Vermietung von Containern?

Die mittlerweile recht beliebte Investition in Frachtcontainer, die auf den Weltmeeren umherfahren, ist natürlich auch steuerlich relevant. Im Ergebnis handelt es sich bei der Vermietung von Containern um sonstige Einnahmen nach § 22 Nr. 3 EStG.

Einen Gewerbebetrieb stellen diese Container normalerweise nicht dar, da es sich um private Vermögensverwaltung handelt. Schließlich will jemand mit diesen Investitionen nicht persönlich in Containergeschäft einsteigen, sondern nur sein Vermögen möglichst sicher und ertragreich anlegen. Was Vermögensverwaltung ist, sagt § 14 Satz 3 der Abgabenordnung sehr deutlich:
Eine Vermögensverwaltung liegt in der Regel vor, wenn Vermögen genutzt, zum Beispiel Kapitalvermögen verzinslich angelegt oder unbewegliches Vermögen vermietet oder verpachtet wird.

Auch an Vermietung wäre in wahrsten Wortsinne zu denken. Allerdings handelt es um keine Vermietung im Sinne des § 21 Abs. 1 EStG, da ein Container weder unbewegliches Vermögen (Nr. 1), noch eine Sachgesamtheit (Nr. 2), noch ein Recht (Nr. 3) ist.

Somit bleiben im Ergebnis nur noch „sonstige Einnahmen“ gemäß § 22 Nr. 3 EStG, nämlich aus der auch beispielhaft dort aufgezählten „Vermietung beweglicher Gegenstände“. Dies hat den (theoretischen) Vorteil, dass die Einkünfte überhaupt nicht versteuert werden müssen, wenn sie nicht mehr als die Freigrenze von 256 Euro im Jahr betragen, was aber bei Containern regelmäßig deutlich überschritten sein dürfte.

Was ist der Unterschied zwischen einem Freibetrag und einer Freigrenze?

Bei einem Freibetrag wird ein bestimmter Teil der Einkünfte überhaupt nicht besteuert, bei einer Freigrenze werden die Einkünfte nicht besteuert, wenn sie die Freigrenze nicht überschreiten, und ab dem ersten Euro voll besteuert, sobald sie die Freigrenze überschreiten.

Nehmen wir als Beispiel die sonstigen Einkünfte im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 7 EStG: Diese „sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.“ (§ 22 Nr. 3 EStG) Da steht „wenn“, damit handelt es sich um eine Freigrenze – entweder oder.

Hat man also 250 Euro sonstige Einkünfte im Jahr, zahlt man darauf keine Steuer. Hat man 500 Euro Einkünfte, zahlt man auf die gesamten 500 Euro Steuer, bei 20 % Steuersatz beispielsweise 100 Euro.

Wäre diese Vorschrift aber ein Freibetrag, so müsste dort stehen: „Die Einnahmen sind nicht einkommensteuerpflichtig, soweit sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.“ (Tatsächlich würde dann wohl „nicht mehr als 256 Euro“ stehen.) Das bedeutet, dass die ersten 256 Euro nicht berücksichtigt werden, wenn es ans Versteuern geht.

Hat man also 250 Euro dieser Einkünfte im Jahr, zahlt man darauf keine Steuer, da sich diese komplett unter der Freigrenze befinden. Hat man 500 Euro Einkünfte, zahlt man auf die über 256 Euro liegende Summe (also auf 244 Euro) Steuer, bei 20 % Steuersatz also nur noch 48,80 Euro.