Wie werden Rabatte durch den Arbeitgeber steuerlich behandelt?

Gemäß § 8 Abs. 3 EStG werden vom Wert der Produkte zunächst 4 % abgezogen. Danach wird der tatsächlich vom Arbeitnehmer gezahlte Preis abgezogen und so der Rabatt errechnet. Für alle diese Rabatte gibt es nochmal 1080 Euro Freibetrag pro Jahr.

Beispiel:
Arbeitnehmer kauft von seinem Arbeitgeber eine Küche (Wert: 10.000 Euro) zum Vorzugspreis von 7000 Euro. Vom Wert werden zunächst 4 % abgezogen, es bleiben also noch 9600 Euro übrig. Gezahlt wurden 7000 Euro, es gab also 2600 Euro Rabatt. Wenn der Arbeitnehmer keine weiteren Rabatte in diesem Jahr bekommen hat, kann er den kompletten Freibetrag (1080 Euro) abziehen, es bleiben also noch 1520 Euro übrig, die das zu versteuernde Einkommen erhöhen.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Gemäß § 8 Abs. 2 EStG sind Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge geldwerte Vorteile. Damit unterscheiden sie sich in der steuerlichen Behandlung von unmittelbarem Geldeswert, Abs. 1. Insbesondere gibt es hier einen Freibetrag in Höhe von 44 Euro pro Monat gemäß Abs. 2 Satz 11. Insoweit handelt es sich faktisch um einen steuer- und sozialversicherungsfreien Arbeitslohn.

Was gehört alles zur Landwirtschaft?

Landwirtschaft ist nur die „planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens und die Verwertung der dadurch gewonnenen Erzeugnisse“. Nicht darunter fallen bspw. bereits mit der Landwirtschaft eng verbundene Tätigkeiten wie die Weiterverarbeitung von Milch in Käse und Butter. Diese sind eigentlich bereits ein gewerblicher Betrieb und würden im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Einnahmen der Gewerbesteuer unterliegen und hätten einen geringeren Freibetrag.

Allerdings werden Landwirte insoweit privilegiert, als Nebenbetriebe bis zu einer Grenze von 51.500 Euro Umsatz pro Jahr von der Finanzverwaltung nicht als Gewerbe behandelt werden, sondern als Landwirtschaft versteuert werden können. Dies dient aber nur der Vereinfachung der Abläufe.

Was ist der Grenzsteuersatz?

Im deutschen Einkommensteuerrecht steigt der Steuersatz auf Einkommen mit jedem hinzukommenden Euro weiter an. Diese Steuer, die auf den letzten Euro des Einkommens anfällt und auf jeden weiteren verdienten Euro (mindestens) hinzukommen würde, bezeichnet man als Grenzsteuersatz.

Beispiel:

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 16.000 Euro im Jahr beträgt die Einkommensteuer 1592 Euro, also 9,95 %.
Hätte man dagegen nur 15.900 Euro verdient, läge die Einkommensteuer nur bei 1567 Euro.
Die Steuern für die letzten 100 Euro betragen also 25 Euro – deutlich mehr als der Schnitt der gesamten 16.000 Euro, weil hier noch ein Steuerfreibetrag sowie geringere Anfangssteuersätze zu berücksichtigen sind. Diese 25 Euro also 25 Prozent bezeichnet man als Grenzsteuersatz.
Für weitere 100 Euro fallen also (mindestens) wieder 25 Euro Steuern an, somit verbleiben einem vom weiteren Einkommen höchstens 75 %.

Was ist ein Freistellungsauftrag?

Gemäß § 44a Abs. 2 EStG findet ein Steuerabzug von Kapitalerträgen nicht statt, wenn ein Freistellungsauftrag (maximal in Höhe des Sparer-Pauschbetrags von 801 Euro) erteilt wird. Für den Steuerpflichtigen ist dies von Vorteil, weil er damit keine Kapitalertragsteuer zahlen muss.

Wurde der Freistellungsauftrag vergessen, so werden zwar zunächst die Abschlagszahlungen geleistet, kann der Freibetrag aber bei der Veranlagung gemäß § 32d Abs. 4 wieder berücksichtigt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Freibetrag und einer Freigrenze?

Bei einem Freibetrag wird ein bestimmter Teil der Einkünfte überhaupt nicht besteuert, bei einer Freigrenze werden die Einkünfte nicht besteuert, wenn sie die Freigrenze nicht überschreiten, und ab dem ersten Euro voll besteuert, sobald sie die Freigrenze überschreiten.

Nehmen wir als Beispiel die sonstigen Einkünfte im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 7 EStG: Diese „sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.“ (§ 22 Nr. 3 EStG) Da steht „wenn“, damit handelt es sich um eine Freigrenze – entweder oder.

Hat man also 250 Euro sonstige Einkünfte im Jahr, zahlt man darauf keine Steuer. Hat man 500 Euro Einkünfte, zahlt man auf die gesamten 500 Euro Steuer, bei 20 % Steuersatz beispielsweise 100 Euro.

Wäre diese Vorschrift aber ein Freibetrag, so müsste dort stehen: „Die Einnahmen sind nicht einkommensteuerpflichtig, soweit sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben.“ (Tatsächlich würde dann wohl „nicht mehr als 256 Euro“ stehen.) Das bedeutet, dass die ersten 256 Euro nicht berücksichtigt werden, wenn es ans Versteuern geht.

Hat man also 250 Euro dieser Einkünfte im Jahr, zahlt man darauf keine Steuer, da sich diese komplett unter der Freigrenze befinden. Hat man 500 Euro Einkünfte, zahlt man auf die über 256 Euro liegende Summe (also auf 244 Euro) Steuer, bei 20 % Steuersatz also nur noch 48,80 Euro.