Bei wem ist eine Außenprüfung zulässig?

Gemäß § 193 Abs. 1 AO ist eine Außenprüfung grundsätzlich zulässig bei Selbstständigen, bei Freiberuflern sowie bei Land- und Forstwirten. Die Überlegung dahinter ist, dass diese in erster Linie aufgrund ihrer eigenen Angaben besteuert werden, also keine neutralen Dritten (der Arbeitgeber bei Lohneinkünften, die Bank bei Kapitalertrag) gibt, die Daten übermitteln.

Hinzu kommen noch die Steuerpflichtigen im Sinne des § 147a. Dies sind gut situierte Privatleute, die sog. Einkommensmillionäre (nach DM-Maßstäben, heute eben 500.000 Euro), die man deswegen prüfen darf, weil bei ihnen relativ viel zu holen ist.

Bei anderen Steuerpflichtigen ist die Außenprüfung gemäß § 193 Abs. 2 nur unter engeren Voraussetzungen möglich.

Was ist die Abfärberegelung?

Gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG gelten alle Einnahmen einer Personengesellschaft als gewerblich, wenn diese neben anderen auch nur eine gewerbliche Tätigkeit ausübt.

Um dies zu vermeiden, können die verschiedenen Tätigkeitsbereiche in verschiedene Gesellschaften aufgeteilt werden. Eine rein freiberuflich tätige Gesellschaft kann so von den Vorteilen eines Freiberuflers profitieren, ohne dass die gewerbliche Tätigkeit hieraus „abfärbt“.

Was ist ein Gewerbe im steuerrechtlichen Sinne?

Zum Gewerbe zählen grundsätzlich alle selbstständigen, nachhaltigen Tätigkeiten, die auf Gewinnererzielung ausgerichtet sind und am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. Sie müssen über die bloße Vermögensverwaltung hinausgehen und dürfen nicht zur Land- und Forstwirtschaft und nicht zu den freien Berufen gehören.

Was ist ein Katalogberuf?

§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz gibt einen Katalog der freiberuflichen Tätigkeit vor, nämlich

die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe

Was ist der Unterschied zwischen selbstständigen und gewerblichen Einkünften?

Einkünfte aus Gewerbebetrieben (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und §§ 15 ff. EStG) sind tatsächlich nur solche aus Gewerbetrieben im engeren Sinne, also gewerblichen Unternehmen (auch als Einzelunternehmer) und Personen- bzw. Kapitalgesellschaft.

Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und § 18 ff. EStG) sind dagegen – weil der gewerbliche Einzelunternehmer ja schon zu den Gewerbebetrieben zählt – in erster Linie freiberufliche Tätigkeiten.