Wie wird eine Verrechnung behandelt?

Auch bei der Verrechnung (besser: Aufrechnung) von gegenseitigen Ansprüchen müssen beide Forderungen weiter berücksichtigt werden. Der Zufluss wird daher als Betriebseinnahme, der Abfluss als Betriebsausgabe behandelt.

Rechnerisch könnte man einfach beides weglassen, dies wird aber aus Transparenzgründen abgelehnt. Es ist nur ausnahmsweise möglich, wenn beide Zahlungen zwingend im gleiche Zeitpunkt geschehen sind.

Was sind die Unterschiede zwischen Betriebsvermögensvergleich und Einnahmenüberschussrechnung?

Betriebsvermögensvergleich (§ 4 Abs. 1 EStG, „Bilanzierung“):

  • das Betriebsvermögen erscheint in der Bilanz, einschließlich eventueller Bestandsänderungen
  • Verkäufe und Einkäufe auf Ziel werden zum Zeitpunkt der Lieferung erfasst, der Kaufpreis wird zunächst als Forderung bzw. offene Verbindlichkeit ausgewiesen
  • es werden Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen gebildet

Einnahmenüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG):

  • erfasst wird das tatsächliche Fließen von Geld, also Betriebseinzahlungen und -auszahlungen (Ausnahme: AfA und Privatanteile), und zwar zum Zeitpunkt der tatsächlichen Zahlung
  • das Betriebsvermögen tritt als solches nicht in Erscheinung, da es eben weder Gewinn noch Verlust bedeutet und nicht bilanziert wird; Bestandsveränderungen sind damit irrelevant
  • Rechnungsabgrenzungsposten und Rückstellungen werden nicht gebildet

Was passiert mit einer Kaufpreisforderung, die nicht eintreibbar ist?

Grundsätzlich tritt bei einem Verkauf zunächst die Kaufpreisforderung an die Stelle der verkauften Sache, mit Bezahlung tritt wiederum ein Geldbestand an die Stelle der Forderung. Ist der Käufer zahlungsunfähig, bleibt die Forderung zunächst bestehen, bilanziell stellt dies an sich noch keinen Verlust dar.

Ist allerdings klar, dass man diese Forderung nie wird realisieren können, muss man irgendwann ihre Wertlosigkeit feststellen. Der – auch in der Umgangssprache geläufige – Fachbegriff ist „abschreiben“. Dadurch verringert sich das Betriebsvermögen um denselben Betrag, man hat also einen echten Verlust gemacht.