Muss der Einspruch begründet werden?

Nein. § 357 Abs. 3 AO sagt zwar, dass man gewisse Dinge anführen soll:

Bei der Einlegung soll der Verwaltungsakt bezeichnet werden, gegen den der Einspruch gerichtet ist. Es soll angegeben werden, inwieweit der Verwaltungsakt angefochten und seine Aufhebung beantragt wird. Ferner sollen die Tatsachen, die zur Begründung dienen, und die Beweismittel angeführt werden.

Aber das ist eben nur eine Soll-, keine Muss-Vorschrift. Die Behörde muss den Verwaltungsakt stets in vollem Umfang überprüfen.

Was ist eine schlichte Änderung?

Als schlichte Änderung bezeichnet man die Änderung eines Steuerbescheids gemäß § 172 Abs. 1 Nr. 2a AO. Hierfür ist nur das Einvernehmen von Finanzamt und Steuerpflichtigem notwendig. Einer bestimmten Form bedarf diese Änderung nicht, sie muss aber innerhalb der Einspruchsfrist gestellt werden. Die Änderung wirkt zudem nur punktuell, also soweit sie eben reicht, und lässt den Bescheid im Übrigen unberührt. Daher bezeichnet man sich auch als „kleinen Bruder des Einspruchs“.

Wie kann ich den Säumniszuschlag anfechten?

Der Säumniszuschlag wird nicht behördlich festgesetzt, sondern entsteht automatisch. Somit ist er kein Verwaltungsakt und damit nicht dem Einspruch zugänglich. Will man dagegen vorgehen, muss man zunächst einen Abrechnungsbescheid (§ 218 Abs. 2 AO), in dem die Behörde den Zuschlag berechnet, beantragen und diesen dann anfechten.

Kann ich risikolos Einspruch einlegen?

Nein, ein „Verböserungsverbot“ gibt es hier nicht. Der Einspruch führt zu einer „Gesamtaufrollung“ und Neubewertung des kompletten Sachverhalts. Auf einen Einspruch hin kann die Behörde auch eine noch schlechtere Entscheidung für den Steuerpflichtigen erlassen. § 367 Abs. 2 Satz 1 AO sagt:

Die Finanzbehörde, die über den Einspruch entscheidet, hat die Sache in vollem Umfang erneut zu prüfen.
Im Weiteren wird klargestellt, dass ein Abweichen zu Ungunsten des Steuerpflichtigen nur voraussetzt, dass sich diese zunächst dazu äußern kann.

Was macht man, wenn das Finanzamt eine Verböserung in Aussicht stellt?

Bei einem Einspruch kann das Finanzamt auch zu Lasten des Einspruchsführers vom bisherigen Verwaltungsakt abweichen (verbösern), sprich: die Steuer erhöhen. Davor bedarf es allerdings einer Anhörung nach § 367 Abs. 2 Satz 2 AO. Nimmt man den Einspruch daraufhin zurück, wird der Bescheid bestandskräftig und kann nur noch geändert werden, wenn einer der relativ engen Korrekturtatbestände erfüllt ist – die bloße Unrichtigkeit, die im Einspruchsverfahren geprüft wird, reicht dafür nicht aus.

Ob man das wirklich tun sollte oder sie Sache besser gerichtlich durchkämpft, muss man sorgfältig prüfen und sollte man vorher unbedingt mit dem Steuerberater oder einem Fachanwalt besprechen.