Was ist die originäre Buchführungspflicht?

Die originäre Buchführungspflicht ergibt sich im Gegensatz zur abgeleiteten Buchführungspflicht nicht aus anderen (z.B. handelsrechtlichen) Vorschriften, sondern direkt aus der Abgabenordnung (§ 141 Abs. 1 AO). Sie betrifft Unternehmer, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:

1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 500 000 Euro im Kalenderjahr oder
2. (weggefallen)
3. selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert (§ 46 des Bewertungsgesetzes) von mehr als 25 000 Euro oder
4. einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50 000 Euro im Wirtschaftsjahr oder
5. einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 50 000 Euro im Kalenderjahr

Bei wem ist eine Außenprüfung zulässig?

Gemäß § 193 Abs. 1 AO ist eine Außenprüfung grundsätzlich zulässig bei Selbstständigen, bei Freiberuflern sowie bei Land- und Forstwirten. Die Überlegung dahinter ist, dass diese in erster Linie aufgrund ihrer eigenen Angaben besteuert werden, also keine neutralen Dritten (der Arbeitgeber bei Lohneinkünften, die Bank bei Kapitalertrag) gibt, die Daten übermitteln.

Hinzu kommen noch die Steuerpflichtigen im Sinne des § 147a. Dies sind gut situierte Privatleute, die sog. Einkommensmillionäre (nach DM-Maßstäben, heute eben 500.000 Euro), die man deswegen prüfen darf, weil bei ihnen relativ viel zu holen ist.

Bei anderen Steuerpflichtigen ist die Außenprüfung gemäß § 193 Abs. 2 nur unter engeren Voraussetzungen möglich.

Was sind Gewinneinkünfte und was Überschusseinkünfte?

Gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 EStG werden die Einkünfte je nach Einkunftsart unterschiedlich berechnet.

Gewinneinkünfte errechnen sich – ganz grob gesagt – durch Abzug der Ausgaben von den Einnahmen. Diese Art der Einkunftsermittlung geschieht bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben und selbstständiger Arbeit.

Überschusseinkünfte sind dagegen die Einkünfte nach Abzug der Werbungskosten. Diese werden bei nichtselbstständiger Arbeit (also als Arbeitnehmer), bei Kapitaleinkünften, bei Vermietung und Verpachtung sowie den sog. „sonstigen Einkünfte“ als Grundlage für die Besteuerung verwendet.