Was sind „fiktive Gewerbebetriebseinkünfte“?

Als fiktive Gewerbebetriebseinkünfte gilt der Gewinn aus bestimmten Anteilsverkäufen gemäß § 17 EStG.

Zunächst einmal gilt dieser Paragraph nur für tatsächliches Privatvermögen. Hält jemand solche Beteiligungen als Betriebsvermögen (weil er beispielsweise einerseits eine Druckerei hat, andererseits auch gleich an einer Papiermühle beteiligt ist), so gehören diese Gewinne gemäß § 20 Abs. 8 EStG zu den Gewerbeeinahmen.

Zudem sind das nur dann fiktive Gewerbebetriebseinkünfte, wenn irgendwann innerhalb der letzten fünf Jahre eine Beteiligung von mind. 1 % an der Firma bestand.

Was ist die originäre Buchführungspflicht?

Die originäre Buchführungspflicht ergibt sich im Gegensatz zur abgeleiteten Buchführungspflicht nicht aus anderen (z.B. handelsrechtlichen) Vorschriften, sondern direkt aus der Abgabenordnung (§ 141 Abs. 1 AO). Sie betrifft Unternehmer, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:

1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 500 000 Euro im Kalenderjahr oder
2. (weggefallen)
3. selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert (§ 46 des Bewertungsgesetzes) von mehr als 25 000 Euro oder
4. einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50 000 Euro im Wirtschaftsjahr oder
5. einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 50 000 Euro im Kalenderjahr

Was ist die Abfärberegelung?

Gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG gelten alle Einnahmen einer Personengesellschaft als gewerblich, wenn diese neben anderen auch nur eine gewerbliche Tätigkeit ausübt.

Um dies zu vermeiden, können die verschiedenen Tätigkeitsbereiche in verschiedene Gesellschaften aufgeteilt werden. Eine rein freiberuflich tätige Gesellschaft kann so von den Vorteilen eines Freiberuflers profitieren, ohne dass die gewerbliche Tätigkeit hieraus „abfärbt“.

Was für eine Einnahme ist die Vermietung von Containern?

Die mittlerweile recht beliebte Investition in Frachtcontainer, die auf den Weltmeeren umherfahren, ist natürlich auch steuerlich relevant. Im Ergebnis handelt es sich bei der Vermietung von Containern um sonstige Einnahmen nach § 22 Nr. 3 EStG.

Einen Gewerbebetrieb stellen diese Container normalerweise nicht dar, da es sich um private Vermögensverwaltung handelt. Schließlich will jemand mit diesen Investitionen nicht persönlich in Containergeschäft einsteigen, sondern nur sein Vermögen möglichst sicher und ertragreich anlegen. Was Vermögensverwaltung ist, sagt § 14 Satz 3 der Abgabenordnung sehr deutlich:
Eine Vermögensverwaltung liegt in der Regel vor, wenn Vermögen genutzt, zum Beispiel Kapitalvermögen verzinslich angelegt oder unbewegliches Vermögen vermietet oder verpachtet wird.

Auch an Vermietung wäre in wahrsten Wortsinne zu denken. Allerdings handelt es um keine Vermietung im Sinne des § 21 Abs. 1 EStG, da ein Container weder unbewegliches Vermögen (Nr. 1), noch eine Sachgesamtheit (Nr. 2), noch ein Recht (Nr. 3) ist.

Somit bleiben im Ergebnis nur noch „sonstige Einnahmen“ gemäß § 22 Nr. 3 EStG, nämlich aus der auch beispielhaft dort aufgezählten „Vermietung beweglicher Gegenstände“. Dies hat den (theoretischen) Vorteil, dass die Einkünfte überhaupt nicht versteuert werden müssen, wenn sie nicht mehr als die Freigrenze von 256 Euro im Jahr betragen, was aber bei Containern regelmäßig deutlich überschritten sein dürfte.

Was ist ein Gewerbe im steuerrechtlichen Sinne?

Zum Gewerbe zählen grundsätzlich alle selbstständigen, nachhaltigen Tätigkeiten, die auf Gewinnererzielung ausgerichtet sind und am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. Sie müssen über die bloße Vermögensverwaltung hinausgehen und dürfen nicht zur Land- und Forstwirtschaft und nicht zu den freien Berufen gehören.

Was sind Gewinneinkünfte und was Überschusseinkünfte?

Gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 EStG werden die Einkünfte je nach Einkunftsart unterschiedlich berechnet.

Gewinneinkünfte errechnen sich – ganz grob gesagt – durch Abzug der Ausgaben von den Einnahmen. Diese Art der Einkunftsermittlung geschieht bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben und selbstständiger Arbeit.

Überschusseinkünfte sind dagegen die Einkünfte nach Abzug der Werbungskosten. Diese werden bei nichtselbstständiger Arbeit (also als Arbeitnehmer), bei Kapitaleinkünften, bei Vermietung und Verpachtung sowie den sog. „sonstigen Einkünfte“ als Grundlage für die Besteuerung verwendet.

Was ist ein Feststellungsbescheid?

Ein Feststellungsbescheid gemäß § 179 AO legt keine Steuer im Sinne der Steuerveranlagung fest, sondern stellt nur eine Berechnungsgrundlage für eine spätere Besteuerung fest. Zum Beispiel können dadurch Grundstückswerte für die Grunderwerbs- oder Erbschaftsteuer oder der Gewinn eines Unternehmens für die Gewerbeeinkommensteuer eines Beteiligten festgesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen selbstständigen und gewerblichen Einkünften?

Einkünfte aus Gewerbebetrieben (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und §§ 15 ff. EStG) sind tatsächlich nur solche aus Gewerbetrieben im engeren Sinne, also gewerblichen Unternehmen (auch als Einzelunternehmer) und Personen- bzw. Kapitalgesellschaft.

Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und § 18 ff. EStG) sind dagegen – weil der gewerbliche Einzelunternehmer ja schon zu den Gewerbebetrieben zählt – in erster Linie freiberufliche Tätigkeiten.