Was besagt die Lebenskampftheorie?

Die Lebenskampftheorie stammt vom Reichsfinanzhof aus den 1930er-Jahren. Danach sind Bildungsaufwendungen nur ein Aspekt der „Rüstung für den persönlichen Lebenskampf“ und somit Privatsache. Sie dienen also nicht der Anbahnung späterer Einkünfte, eine steuerliche Absetzbarkeit kommt damit nicht in Frage.

Die Lebenskampftheorie wird zwar mittlerweile als überholt angesehen, sie wirkt aber insofern immer noch nach, da das Erststudium normalerweise nicht steuerlich abgesetzt werden kann.

Kann Software als geringwertiges Wirtschaftsgut behandelt werden?

An sich nicht, da geringwertige Wirtschaftsgüter nur bewegliche Sachen sein können. Die Software ist dagegen ein Recht, man erwirbt eine Nutzungslizenz. Aus praktischen Gründen behandelt der Bundesfinanzhof Software aber genauso wie Sachen. Somit kann auch Software als Betriebsausgabe ohne Abschreibung sofort abgesetzt werden, sofern sie maximal 410 Euro gekostet hat (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG). Dabei kommt es bei Softwarepaketen auf den Einzelpreis jedes Programms an.

Was ist das „objektive Nettoprinzip“?

Nach diesem Prinzip werden die Einkünfte in der Form „Einnahmen minus Ausgaben“ berechnet. Dies ist eine sicher auch außerhalb von Fachkreisen verständliche Vorgehensweise. Allerdings hat der Bundesfinanzhof, das höchste Gericht in Steuersachen, diesen Grundsatz zum Verfassungsprinzip erhoben – es handelt sich also nicht nur um eine logische Berechnungsart, sondern auch um die einzige, die mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie sichert die Möglichkeit einer Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit.