Fragensammlung zur Buchführungspflicht

ledger-1428230_640Wer ist zur Buchführung verpflichtet?

Bücher und Bilanzen müssen grundsätzlich alle Kaufleute aufstellen, §§ 238 und 242 HGB. Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe i.S.d. § 1 Abs. 2 HGB betreibt oder sonst nach den HGB-Vorschriften Kaufmann ist (§§ 2, 3, 6 HGB).

Was ist die abgeleitete Buchführungspflicht?

Gemäß § 140 AO ist zur Buchführung in steuerlicher Hinsicht verpflichtet, wer hierzu auch nach anderen Vorschriften verpflichtet ist.

Daneben besteht eine originär steuerrechtliche Buchführungspflicht, wenn bestimmte Umsatz- und Gewinngrenzen überschritten werden (§ 141 AO).

Sind Freiberufler zur Buchführung verpflichtet?

Nein, da sie keine Kaufleute sind und die originär steuerrechtliche Buchführungspflicht nur auf Unternehmer anwendbar ist. Sie berechnen ihren Gewinn daher als Einnahmeüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG), sofern sie nicht freiwillig Bücher führen.

Was ist die originäre Buchführungspflicht?

Die originäre Buchführungspflicht ergibt sich im Gegensatz zur abgeleiteten Buchführungspflicht nicht aus anderen (z.B. handelsrechtlichen) Vorschriften, sondern direkt aus der Abgabenordnung (§ 141 Abs. 1 AO). Sie betrifft Unternehmer, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:

1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 500 000 Euro im Kalenderjahr oder
2. (weggefallen)
3. selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert (§ 46 des Bewertungsgesetzes) von mehr als 25 000 Euro oder
4. einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50 000 Euro im Wirtschaftsjahr oder
5. einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 50 000 Euro im Kalenderjahr

Was ist eine abgeleitete Buchführungspflicht?

Die abgeleitete Buchführungspflicht (§ 140) leitet man aus anderen Gesetzen her:

Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen (z.B. HGB) obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.

Demgegenüber gibt es auch eine steuerrechtliche originäre Buchführungspflicht.