Wie können Spenden an politische Parteien abgesetzt werden?

Bei Spenden an gemeinnützige Organisationen funktioniert das Absetzen von Spenden „ganz normal“: Man spendet einen gewissen Betrag und kann diesen dann als Ausgabe vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Der Staat behandelt das Geld also so als hätte der Steuerpflichtige es nie eingenommen. Für diesen Betrag muss er demnach keine Steuern bezahlen.

Anders ist dies bei Spenden an politische Parteien. Gemäß § 34g Satz 2 findet hier eine direkte Steuerermäßigung um die Hälfte des Zuwendungsbetrags statt. Wer also 100 Euro spendet, muss 50 Euro weniger Steuern zahlen – unabhängig von seinem Steuersatz. Diese Sonderregelung gilt bis zu einem Spendenbetrag von 1650 Euro, also bis 825 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Bei zusammen veranlagten Verheirateten verdoppelt sich der Betrag.

Dies gilt sowohl für Mitgliedsbeiträge als auch für Spenden als auch für den Verzicht auf Aufwendsersatz. Ebenso wie Parteien werden auch Wählergruppen behandelt, deren Zweck auf die Teilnahme an Wahlen mit eigenen Wahlvorschlägen gerichtet ist.

Wie kann man die berufliche Handynutzung absetzen?

Grundsätzlich sollte man hier eine Pauschale ansetzen, die einigermaßen im Durchschnitt der einzelnen Monate liegt. Eine anrufgenaue Auflistung dürfte normalerweile nicht erforderlich sein, zumal dies angesichts von Flatrates und Freiminuten auch nicht unbedingt zielführend ist. Im Zweifel lässt sich eine solche eher untergeordnete Frage auch unproblematisch mit dem Finanzamt abklären.

Was ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut?

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist ein solches, das nicht mehr als 410 Euro (früher 800 DM, darum der ertwas krumme Betrag) gekostet hat. Dieses kann man im Anschaffungsjahr voll als Ausgabe ansetzen, es muss keine AfA-Abschreibung über mehrere Jahre erfolgen. (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG)

Nun könnte man auf die Idee kommen, auch sehr viel teurere Dinge entsprechend zu trennen, um davon zu profitieren und die Buchhaltung einfacher zu machen: Ein Auto besteht aus lauter Einzelteilen, die man größtenteils unter einen Wert von 410 Euro bringen könnte, wenn man das Auto nur gedanklich entsprechend aufteilt bzw. sich eine entsprechende Rechnung geben lässt. Um dies zu verhindern, verbietet Satz 2 eine Auftrennung technisch aufeinander abgestimmter Wirtschaftsgüter ohne selbstständige Benutzbarkeit. Und die Gangschaltung eines Autos ergibt ohne den Motor nunmal wenig Sinn.

Wie wirkt sich Disagio steuerlich aus?

Bei einem Disagio (Damnum) wird ein Teil der Kreditsumme nicht ausbezahlt, sondern als Vorauszahlung auf die kommenden Zinsen einbehalten. Das Disagio wird dabei nicht als Ausgabe im Jahr der Auszahlung angesetzt, sondern auf die gesamte Laufzeit verteilt. Um dies in der Bilanz und beim steuerlich relevanten Gewinn auszudrücken, werden sog. „aktive Rechnungsabgrenzungsposten“ (aRAP) gebildet.

Was gehört alles zur Arbeitskleidung?

Die Finanzbehörden und -gerichte sind relativ zurückhaltend bei der Aberkennung von Arbeitskleidung als Werbungskosten. Grundsätzlich ist es so, dass „bürgerliche Kleidung“ keinesfalls Arbeitskleidung sein kann, auch wenn sie bei der Arbeit getragen wird. Eine Faustregel ist, dass Arbeitskleidung nur diejenige Kleidung ist, an der man den Beruf sofort erkennt – der Kittel der Krankenschwester, die Robe des Rechtsanwalts, der Blaumann des Handwerkers etc. Kleidung, die über den beruflichen Zusammenhang hinaus „gesellschaftsfähig“ ist, wird also ausgenommen.

Was ist eine ausgabenpostenbezogene Besteuerung?

Die ausgabenpostenbezogene Besteuerung geht davon aus, dass eine bestimmte Steuer dazu verwendet wird, eine bestimmte Ausgabe zu bestreiten. Dabei werden die Steuereinnahmen in voller Höhe (aber auch nur in dieser Höhe) für den Zweck verwendet. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn die Mineralölsteuer für die Finanzierung der Universitäten eingesetzt würde.

In Deutschland gibt es keine ausgabenpostenbezogene Besteuerung. Alle Steuern fließen in einen großen Topf, den Bundeshaushalt. Aus diesem werden dann alle Ausgaben bezahlt, eine direkte Zuordnung von Einnahmen zu Ausgaben gibt es nicht.

Soweit es Sondersteuern aus bestimmten Anlässen gab und gibt, z.B. die Sektsteuer für die kaiserliche Flotte oder der Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost, handelte es sich nur um einen Grund für die Steuer. Man hat eine Steuer eingeführt, um mehr ausgeben zu können; es war aber nicht so, dass die Sektsteuern ausschließlich für die Flotte eingesetzt wurden.