Wer ist Steuerpflichtiger?

§ 33 Abs. 1 der Abgabenordnung hat einen sehr weiten Begriff des Steuerpflichtigen:

Steuerpflichtiger ist, wer eine Steuer schuldet, für eine Steuer haftet, eine Steuer für Rechnung eines Dritten einzubehalten und abzuführen hat, wer eine Steuererklärung abzugeben, Sicherheit zu leisten, Bücher und Aufzeichnungen zu führen oder andere ihm durch die Steuergesetze auferlegte Verpflichtungen zu erfüllen hat.

Abgegrenzt wird dies lediglich von Mitwirkungspflichten in fremden Steuersachen, die einen gemäß Abs. 2 nicht zum Steuerpflichtigen machen:

Steuerpflichtiger ist nicht, wer in einer fremden Steuersache Auskunft zu erteilen, Urkunden vorzulegen, ein Sachverständigengutachten zu erstatten oder das Betreten von Grundstücken, Geschäfts- und Betriebsräumen zu gestatten hat.

Was ist eine abgeleitete Buchführungspflicht?

Die abgeleitete Buchführungspflicht (§ 140) leitet man aus anderen Gesetzen her:

Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen (z.B. HGB) obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.

Demgegenüber gibt es auch eine steuerrechtliche originäre Buchführungspflicht.

Welche Buchführungspflichten habe ich gegenüber dem Finanzamt?

Die Führung von Büchern und Aufzeichnungen richtet sich nach den §§ 140 ff. der Abgabenordnung. Danach wird zum einen auf andere Buchführungsführungspflichten (z.B. nach dem Handelsrecht) abgestellt, § 140 AO. § 141 erweitert diese Pflciht umsatzabhängig auf weitere Gewerbetreibende, § 142 legt bestimmte Anforderungen an Landwirte fest und §§ 143 und 144 drehen sich um die Aufzeichnung des Wareneingangs bzw. -ausgangs. Bis § 148 gibt es noch einige weitere Vorschriften.