Wann werden Aufwendungen steuerlich relevant?

Bei verschiedenen Aufwendungen ist zu unterscheiden, wie und vor allem wann sie steuerlich zu berücksichtigen sind. Grob kann man Folgendes sagen:

  • nie, wenn privat (§ 12 Abs. 1 EStG)
  • sofort, wenn laufende Betriebskosten
  • mit der Zeit, wenn abnutzbares Betriebsvermögen (AfA)
  • später, wenn nicht abnutzbares Betriebsvermögen (bei Veräußerung)

Wie kann ein Arbeitszimmer steuerlich abgesetzt werden?

Gemäß § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG ist ein Arbeitszimmer grundsätzlich nicht als Werbungskosten steuerlich zu berücksichtigen. Eine Ausnahme besteht lediglich, wenn der Arbeitnehmer sonst keinen anderen Arbeitsplatz (also in der Regel im Bürogebäude des Arbeitnehmers) hat. Aber auch dann können nur 1250 Euro pro Jahr abgesetzt werden – für gute 100 Euro pro Monat sind als Miete sicher für jedes noch so kleine Zimmer ziemlich bescheiden.

Ist ein beruflich genutztes Zimmer jedoch kein Arbeitszimmer, sondern eine andere Aufwendung, so sind die Kosten ohne Beschränkung voll absetzbar – ein Beispiel hier für ist der Probenraum einer Musikerin.

Was sind anschaffungsnahe Herstellungskosten?

Normalerweise kann man die Renovierungs- und Modernisierungskosten nach dem Erwerb eines Gebäudes sofort als Werbungskosten abziehen, man bekommt also unmittelbar etwas von der Steuer zurück. Dies gilt aber nicht, wenn diese Kosten anschaffungsnahe Herstellungskosten darstellen.

Die anschaffungsnahen Herstellungskosten werden in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG definiert:

Zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten).

Sind die Kosten also sehr hoch und fallen sie unmittelbar nach dem Kauf an, so wird praktisch vermutet, dass es sich um einen versteckten Kaufpreis handelt: Das Haus war eben so marode, dass man gleich einiges reinstecken musste. Daher werden die Kosten auch als Anschaffungskosten behandelt und können nur über die Jahre im Wege der Absetzungen für Abnutzungen (AfA) abgeschrieben werden.