Wie wird eine Verrechnung behandelt?

Auch bei der Verrechnung (besser: Aufrechnung) von gegenseitigen Ansprüchen müssen beide Forderungen weiter berücksichtigt werden. Der Zufluss wird daher als Betriebseinnahme, der Abfluss als Betriebsausgabe behandelt.

Rechnerisch könnte man einfach beides weglassen, dies wird aber aus Transparenzgründen abgelehnt. Es ist nur ausnahmsweise möglich, wenn beide Zahlungen zwingend im gleiche Zeitpunkt geschehen sind.

Ist eine Aufrechnung durch das Finanzamt ein Verwaltungsakt?

Nach herrschender Meinung ist die Aufrechnungserklärung des Finanzamts kein Verwaltungsakt. Dies wird zum einen damit begründet, dass es eine zivilrechtliche Handlung und keine auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts ist. Zudem könnte die Aufrechnung mit identischer Wirkung auch durch den Bürger erklärt werden – und dies stellt ja ganz sicher keinen VA dar. Insofern wird ein Gleichlauf der Wirkung beider Erklärungen gefordert.

Was ist die steuerrechtliche Aufrechnung?

Die Aufrechnung funktioniert im Steuerrecht im Wesentlichen genauso wie im Zivilrecht. § 226 Abs. 1 AO verweist hier auch weitgehend auf das BGB:
Für die Aufrechnung mit Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis sowie für die Aufrechnung gegen diese Ansprüche gelten sinngemäß die Vorschriften des bürgerlichen Rechts, soweit nichts anderes bestimmt ist.
Hat der Bürger also einerseits Steuerschulden, andererseits aber auch noch Ansprüche auf Steuererstattung, so kann sowohl er als auch das Finanzamt die Aufrechnung erklären. Damit erlöschen die gegenseitigen Ansprüche in der entsprechenden Höhe.