Was sind Anschaffungskosten?

Zu den Anschaffungskosten gehören dem unmittelbaren Kauf- bzw. Herstellungspreis auch die Nebenkosten der Anschaffung wie Vermittlungsprovisionen und Maklergebühren, Grunderwerbssteuer, Versandkosten sowie ggf. Schulungsgebühren.

Wie wird eine Inzahlunggabe behandelt?

Gibt man einen alten Gegenstand bei der Anschaffung eines neuen in Zahlung (bestes Beispiel: Gebrauchtwagen), so ist der Rest- bzw. Buchwert des alten Gegenstands eine Betriebsausgabe, der dafür gezahlte Gegenwert ist eine Betriebseinnahme. Das Geschäft wird also auch steuerlich so behandelt als hätte man den Gebrauchtwagen zum festgesetzten Preis verkauft.

Was sind anschaffungsnahe Herstellungskosten?

Normalerweise kann man die Renovierungs- und Modernisierungskosten nach dem Erwerb eines Gebäudes sofort als Werbungskosten abziehen, man bekommt also unmittelbar etwas von der Steuer zurück. Dies gilt aber nicht, wenn diese Kosten anschaffungsnahe Herstellungskosten darstellen.

Die anschaffungsnahen Herstellungskosten werden in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG definiert:

Zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören auch Aufwendungen für Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Gebäudes durchgeführt werden, wenn die Aufwendungen ohne die Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen (anschaffungsnahe Herstellungskosten).

Sind die Kosten also sehr hoch und fallen sie unmittelbar nach dem Kauf an, so wird praktisch vermutet, dass es sich um einen versteckten Kaufpreis handelt: Das Haus war eben so marode, dass man gleich einiges reinstecken musste. Daher werden die Kosten auch als Anschaffungskosten behandelt und können nur über die Jahre im Wege der Absetzungen für Abnutzungen (AfA) abgeschrieben werden.

Wie wird nicht abnutzbares Anlagevermögen steuerlich behandelt?

Anlagevermögen, das sich nicht mit der Zeit abnutzt, z.B. ein Grundstück (nicht aber das darauf stehende Gebäude), ist steuerlich erst bei Entnahme bzw. Veräußerung relevant. Erst dann wird beurteilt, ob die Anschaffung nun mit Gewinn oder mit Verlust erfolgt ist. Bei der Anschaffung selbst entstehen keine Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 3 Satz 4 EStG).