Kann man Reisekosten bei gemischt privat/beruflichen Reise voll absetzen, wenn man Mitveranstalter des beruflichen Teils ist?

Ja, in dieser Sonderkonstellation geht das.

Beispiel: Ein Anwalt veranstaltet einen Kongress zum internationalen Patentrecht in New York und macht anschließend noch drei Tage Urlaub. Da er ohnehin zum Kongress hätte anreisen müssen, wären die Anreisekosten ohnehin angefallen. Der private Anteil war somit keine Motivation für die Reise mehr, sondern wurde nur noch bei Gelegenheit unternommen. Die Flugkosten können daher komplett abgesetzt werden.

Können Reisekosten auch dann anteilig abgesetzt werden, wenn der berufliche Anteil minimal ist?

Nein, eine mindestens zehnprozentige berufliche Veranlassung ist notwendig, damit ein entsprechender Anteil an den Anreisekosten abgesetzt werden kann. Wer also ein eintägiges Seminar nutzt, um insgesamt drei Wochen Urlaub zu machen, kann die Flugkosten überhaupt nicht (auch nicht in Höhe von 1/21) absetzen. Denn die berufliche Veranlassung an der gesamten Reise beträgt nur knapp 5 % und eben keine 10 %.

Die unmittelbar mit dem Seminar verbundenen Ausgaben (Übernachtung für diesen einen Tag, Teilnahmegebühren etc.) stellen aber Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten dar.

Umgekehrt kann die Reise auch komplett betrieblich steuerlich berücksichtigt werden, wenn der private Anteil unter 10 % liegt.

Kann man Steuerzahlungen von der Steuer absetzen?

An sich ist das eine charmante Idee, da die Steuer ja das Einkommen (unter Umständen drastisch) verringert. Dem schiebt aber § 12 Nr. 3 EStG einen Riegel vor: Einkommen- und sonstigen Personensteuern sowie die Umsatzsteuer dürfen nicht vom Einkommen abgezogen werden. Auch Nebenleistungen auf Steuern wie Verspätungs- und Säumniszuschläge und Zinsen dürfen nicht abgezogen werden.

Wie können Spenden an politische Parteien abgesetzt werden?

Bei Spenden an gemeinnützige Organisationen funktioniert das Absetzen von Spenden „ganz normal“: Man spendet einen gewissen Betrag und kann diesen dann als Ausgabe vom zu versteuernden Einkommen abziehen. Der Staat behandelt das Geld also so als hätte der Steuerpflichtige es nie eingenommen. Für diesen Betrag muss er demnach keine Steuern bezahlen.

Anders ist dies bei Spenden an politische Parteien. Gemäß § 34g Satz 2 findet hier eine direkte Steuerermäßigung um die Hälfte des Zuwendungsbetrags statt. Wer also 100 Euro spendet, muss 50 Euro weniger Steuern zahlen – unabhängig von seinem Steuersatz. Diese Sonderregelung gilt bis zu einem Spendenbetrag von 1650 Euro, also bis 825 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Bei zusammen veranlagten Verheirateten verdoppelt sich der Betrag.

Dies gilt sowohl für Mitgliedsbeiträge als auch für Spenden als auch für den Verzicht auf Aufwendsersatz. Ebenso wie Parteien werden auch Wählergruppen behandelt, deren Zweck auf die Teilnahme an Wahlen mit eigenen Wahlvorschlägen gerichtet ist.

Können auch die Übernachtungskosten entsprechend dem Las-Vegas-Urteil aufgeteilt werden?

Nein, die Übernachtungskosten sind so aufzuteilen, wie sie angefallen sind.

Beispiel: Der Steuerpflichtige fährt am Montag zu einer Messe, die er bis einschließlich Mittwoch besucht. Diese zwei Übernachtungen verbringt er in einem billige Pensionszimmer (2 x 20 Euro). Mittwoch Nachmittag fährt er in ein Wellnessresort, wo er bis Sonntag in einer Suite nächtigt (4 x 125 Euro).

Die Anfahrtskosten kann er zu einem Drittel (zwei von sechs Übernachtungen) als beruflich veranlasst absetzen. Er kann aber nicht etwa aus demselben Grund ein Drittel der Übernachtungskosten (180 von 540 Euro) anrechnen. Hier sind vielmehr die beiden tatsächlich beruflich veranlassten Übernachtungen (40 Euro) heranzuziehen.

Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen?

wheelchair-749985_640Im deutschen Steuerrecht steht das Leistungsfähigkeitsprinzip ganz im Vordergrund. Die Steuer soll sich danach richten, wie leistungsfähig der Steuerpflichtige ist. Wer mehr Einkommen zur Verfügung hat, muss demnach auch mehr Steuer zahlen.

Nur ist die Frage, wie viel man zur Verfügung hat, eben nicht mit einem einfachen Blick auf den Gehaltszettel getan. Auch Ausgaben, die mit dem Geldverdienen im Zusammenhang stehen (z.B. „Werbungskosten“) sowie außergewöhnliche finanzielle Belastungen müssen berücksichtigt werden.

Finanzielle Nachteile aus einer Behinderung mindern die Steuer

Hierzu gehören auch Kosten aufgrund einer festgestellten Behinderung. Die Behinderung wird in Graden zwischen 20 und 100, daher oft auch als Prozente bezeichnet, festgestellt. Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 gilt man als schwerbehindert. Ohne Bedeutung ist dabei, ob die Behinderung körperlich, geistig oder psychisch ist. Wichtig ist nur, dass die Behinderung nicht nur kurzfristig ist, sondern mindestens sechs Monate anhält. Ab einem GdB von 30 ist eine Gleichstellung mit Schwerbehinderten möglich, sofern diese Gleichstellung notwendig ist, um die Chancen des Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Welche Steuervorteile können Behinderte in Anspruch nehmen? weiterlesen

Wie kann man die berufliche Handynutzung absetzen?

Grundsätzlich sollte man hier eine Pauschale ansetzen, die einigermaßen im Durchschnitt der einzelnen Monate liegt. Eine anrufgenaue Auflistung dürfte normalerweile nicht erforderlich sein, zumal dies angesichts von Flatrates und Freiminuten auch nicht unbedingt zielführend ist. Im Zweifel lässt sich eine solche eher untergeordnete Frage auch unproblematisch mit dem Finanzamt abklären.

Was sind Absetzungen für Abnutzungen (AfA)?

Dabei handelt es sich um fiktive Verluste, die dadurch entstehen, dass man etwas besitzt, das mit der Zeit an Wert verliert. Das klassische Beispiel dafür sind Autos, deren Wertverlust nicht einmal auf Abnutzungen, sondern auf das bloße Alter zurückzuführen ist.

Der Wert der Sache wird dann nach festen Tabellen Jahr für Jahr (linear oder degressiv) gemindert. Den jeweiligen Minderungsbetrag kann man also Verlust absetzen, er verringert also das zu versteuernde Einkommen.

§ 7 Abs. 1 Satz 1 EStG drückt das so aus:
Bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, ist jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt (Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen).