Was sind Sammelposten?

Für einzelne Wirtschaftsgüter eines bestimmten Anschaffungsjahrs, die jeweils zwischen 150,01 und 1000,00 Euro gekostet haben, kann (muss aber nicht) gemäß § 6 Abs. 2a EStG ein Sammelposten gebildet werden, um die komplizierten AfA-Abschreibungen zu vermeiden. Dieser Sammelposten wird dann – egal, wieviel er insgesamt wert ist und welche Lebensdauer die darin enthaltenen Gegenstände haben – pauschal auf fünf Jahre abgeschrieben.

Allerdings ist hier keine sog. „Rosinenpickerei“ möglich. Es müssen entweder keines oder alle Wirtschaftsgüter in dieser Preisspanne in den Sammelposten eingebracht werden, siehe Satz 5 der Vorschrift. Damit soll verhindert werden, dass Waren mit einer geringeren Lebensdauer (und damit kürzeren Abschreibungsdauer) herausgenommen werden.

Was bedeutet „pro rata temporis“?

Dabei handelt es sich um eine Modalität der Absetzungen für Abnutzungen (AfA). Diese verteilt Anschaffungskosten für langlebige Güter grundsätzlich auf deren gesamte durchschnittliche Lebensdauer. Die Rechnung „pro rata temporis“ bedeutet im Endeffekt, dass für jeden Monat, in dem das Wirtschaftsgut wenigstens einen Tag im Unternehmen war, die AfA angesetzt wird. (§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG) Dadurch wird die Abschreibung auf ganze Monate erstreckt, man muss also nicht auch noch mit einzelnen Tagen rechnen.

Was ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut?

Ein geringwertiges Wirtschaftsgut ist ein solches, das nicht mehr als 410 Euro (früher 800 DM, darum der ertwas krumme Betrag) gekostet hat. Dieses kann man im Anschaffungsjahr voll als Ausgabe ansetzen, es muss keine AfA-Abschreibung über mehrere Jahre erfolgen. (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG)

Nun könnte man auf die Idee kommen, auch sehr viel teurere Dinge entsprechend zu trennen, um davon zu profitieren und die Buchhaltung einfacher zu machen: Ein Auto besteht aus lauter Einzelteilen, die man größtenteils unter einen Wert von 410 Euro bringen könnte, wenn man das Auto nur gedanklich entsprechend aufteilt bzw. sich eine entsprechende Rechnung geben lässt. Um dies zu verhindern, verbietet Satz 2 eine Auftrennung technisch aufeinander abgestimmter Wirtschaftsgüter ohne selbstständige Benutzbarkeit. Und die Gangschaltung eines Autos ergibt ohne den Motor nunmal wenig Sinn.

Kann Software als geringwertiges Wirtschaftsgut behandelt werden?

An sich nicht, da geringwertige Wirtschaftsgüter nur bewegliche Sachen sein können. Die Software ist dagegen ein Recht, man erwirbt eine Nutzungslizenz. Aus praktischen Gründen behandelt der Bundesfinanzhof Software aber genauso wie Sachen. Somit kann auch Software als Betriebsausgabe ohne Abschreibung sofort abgesetzt werden, sofern sie maximal 410 Euro gekostet hat (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG). Dabei kommt es bei Softwarepaketen auf den Einzelpreis jedes Programms an.

Was ist eine stille Last?

Als stille Last bezeichnet man es, wenn ein Vermögensposten tatsächlich weniger wert ist als sein Buchwert. Wird ein Firmenauto bspw. über sechs Jahre abgeschrieben, ist sein Wert nach drei Jahren noch 50 % des Anschaffungswerts. Wenn das Auto aber mittlerweile sehr ramponiert ist, kann es auch einen deutlich niedrigeren Zeitwert haben. Diese Wertdifferenz taucht zunächst nicht in den Büchern auf, sie stellt daher eine „stille Last“ dar.

Das Gegenteil ist die stille Reserve.

Was ist eine stille Reserve?

Steigt der Wert eines Grundstücks über die Jahre, so handelt es sich damit noch nicht um einen Gewinn im steuerrechtlichen Sinne Vielmehr ist dies lediglich eine sog. „stille Reserve“, die man durch Verkauf realisieren kann. Erst, wenn dies aber wirklich geschehen ist, kann der Gewinn besteuert werden.

Bei der Überschussrechnung gilt dies allerdings nicht, hier muss dieser Vermögenszuwachs grundsätzlich nicht versteuert werden. Relevante Ausnahmen gibt es nur bei Immobilien, die innerhalb von zehn Jahren wieder verkauft werden, sowie bei Wertpapieren.

Was ist eine rückwirkende Vorwirkung?

Gemäß § 175 Abs. 1 Nr. 2 AO ist ein Steuerbescheid zu erlassen, aufzuheben oder zu ändern,

soweit ein Ereignis eintritt, das steuerliche Wirkung für die Vergangenheit hat (rückwirkendes Ereignis).

Der Zeitpunkt der Rückwirkung wird dabei auf den Eintritt des Ereignisses bezogen. Von diesem vergangenen Ereignis aus können die Wirkungen aber auch in die Zukunft wirken.

Beispiel: Im Jahr 2015 fällt auf, dass eine Betriebsausgabe im Jahr 2010 falsch gebucht wurde und der Betrag vielmehr über mehrere Jahre abgeschrieben werden musste. Von 2010 aus wirkt dies nach vorne, da damit die Abschreibung auch in den Jahren 2011 bis 2014 berücksichtigt werden muss. Trotzdem ist das ein Fall für § 175 Abs. 1 Nr. 1, da die Jahre 2011 bis 2014 von 2015 aus gesehen Vergangenheit sind.