Was ist der Unterschied zwischen einer Dienstfahrt und dem Arbeitsweg?

Als Arbeitsweg bezeichnet man die Fahrt zwischen Privatwohnung und erster Tätigkeitsstelle. Da die Arbeit an sich eine Bringschuld ist, ist der Weg zur Arbeit auch Privatsache des Arbeitnehmers. Wir sie trotzdem bezahlt, handelt es sich um eine Form von Arbeitslohn. Steuerfrei ist insoweit allerdings eine vom Arbeitgeber organisierte Sammelbeförderung (z.B. ein Werksbus, § 3 Nr. 32).

Demgegenüber ist eine Dienstfahrt eine Fahrt zu einem anderen Ort auf Anweisung des Arbeitgebers. Diese Fahrt ist keine Bringschuld, der Arbeitnehmer muss sie also auf jeden Fall als arbeitsvertragliche Pflicht unternehmen. Damit kann es sich insoweit auch um keinen verkappten Arbeitslohn handeln.

Was bedeutet „pro rata temporis“?

Dabei handelt es sich um eine Modalität der Absetzungen für Abnutzungen (AfA). Diese verteilt Anschaffungskosten für langlebige Güter grundsätzlich auf deren gesamte durchschnittliche Lebensdauer. Die Rechnung „pro rata temporis“ bedeutet im Endeffekt, dass für jeden Monat, in dem das Wirtschaftsgut wenigstens einen Tag im Unternehmen war, die AfA angesetzt wird. (§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG) Dadurch wird die Abschreibung auf ganze Monate erstreckt, man muss also nicht auch noch mit einzelnen Tagen rechnen.

Ist ein nachträglicher Vorsteuerabzug bei einer Sacheinlage möglich?

Nein.

Wenn man als Verbraucher eine Sache kauft, bezahlt man dafür Umsatzsteuer, auch Mehrwertsteuer genannt. Bringt man diese Sache dann in seinen Gewerbebetrieb ein, bezeichnet man dies als Sacheinlage, das Unternehmensvermögen wird also entsprechend erhöht. Hätte das Unternehmen diese Sache von vornherein selbst gekauft, wäre keien Mehrwertsteuer angefallen bzw. der Unternehmer hätte sie sich vom Finanzamt zurückholen können.

Insoweit erscheint es logisch, dies auch bei einer Sacheinlage so zu handhaben und sich die bezahlte Umsatzsteuer erstatten zu lassen. Dies wird allerdings von der Steuerrechtswissenschaft abgelehnt. Höchstwahrscheinlich fürchtet man, dies zu einer allzu lukrativen Praxis zu machen.

Hafte ich für bestehende Steuerschulden eines Betriebs, den ich übernehme?

Ja, § 75 Abs. 1 Satz 1 AO sagt:

Wird ein Unternehmen (…) übereignet, so haftet der Erwerber für Steuern (…), vorausgesetzt, dass die Steuern seit dem Beginn des letzten, vor der Übereignung liegenden Kalenderjahrs entstanden sind und bis zum Ablauf von einem Jahr nach Anmeldung des Betriebs durch den Erwerber festgesetzt oder angemeldet werden.

Es geht also nur um die Steuern aus dem Jahr der Übereignung und dem Vorjahr und sie müssen innerhalb eines ganzen Jahres ab Übereignung festgesetzt werden.

Wie wird es steuerlich behandelt, wenn ich einen Anteil verkaufe, in dem bereits ein Gewinnanteil steckt?

Zunächst einmal eine kurze Klarstellung, worum es hier eigentlich geht: Ein Unternehmen kann seinen Gewinn an die Anteilseigner ausschütten. Das ist dann Kapitalertrag und wird mit 25 % Kapitalertragsteuer belegt, eine Einkommenversteuerung findet nicht statt. Das Unternehmen kann aber auch auf die Ausschüttung verzichten, den Gewinn im Unternehmen behalten und ggf. weiter investieren. Dann sehen die Gesellschafter nichts von dem Geld, aber ihre Anteile werden mehr wert.

Verkauft man nun im letzteren Fall die Anteile, erzielt man einen höheren Erlös, da man den aufgelaufenen Gewinn, der nun Teil des Unternehmens ist, quasi „mitverkauft“. Darauf muss man aber dann Einkommensteuer zahlen, unter Umständen deutlich mehr als 25 %.

Weil dies möglicherweise zu ungerechten Ergebnissen führen würde, wird hier das sog. Teileinkünfteverfahren angewandt: Gemäß § 3 Nr. 40 Satz 1 c) EStG bleiben 40 % der Verkaufswerts steuerfrei; gleichzeitig kann man natürlich auch nur 40 % des damaligen Einkaufswerts abziehen (§ 3c Abs. 1 Satz 1). Im Endeffekt tauchen also lediglich 60 % des tatsächlichen Gewinns in der Steuer auf.

Was ist ein Feststellungsbescheid?

Ein Feststellungsbescheid gemäß § 179 AO legt keine Steuer im Sinne der Steuerveranlagung fest, sondern stellt nur eine Berechnungsgrundlage für eine spätere Besteuerung fest. Zum Beispiel können dadurch Grundstückswerte für die Grunderwerbs- oder Erbschaftsteuer oder der Gewinn eines Unternehmens für die Gewerbeeinkommensteuer eines Beteiligten festgesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen selbstständigen und gewerblichen Einkünften?

Einkünfte aus Gewerbebetrieben (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und §§ 15 ff. EStG) sind tatsächlich nur solche aus Gewerbetrieben im engeren Sinne, also gewerblichen Unternehmen (auch als Einzelunternehmer) und Personen- bzw. Kapitalgesellschaft.

Einkünfte aus selbständiger Arbeit (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und § 18 ff. EStG) sind dagegen – weil der gewerbliche Einzelunternehmer ja schon zu den Gewerbebetrieben zählt – in erster Linie freiberufliche Tätigkeiten.