Wer ist Angehöriger im Sinne des Steuerrechts?

Der Angehörigenbegriff der Abgabenordnung ist deutlich enger als der sehr weite Verwandtenbegriff des BGB. § 15 AO zählt nur dazu:

1. der Verlobte, auch im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes,
2. der Ehegatte oder Lebenspartner,
3. Verwandte und Verschwägerte gerader Linie,
4. Geschwister,
5. Kinder der Geschwister,
6. Ehegatten oder Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Ehegatten oder Lebenspartner,
7. Geschwister der Eltern,
8. Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

Was bedeutet Einzelveranlagung?

Veranlagung ist die Heranziehung zu einer Steuer.

Bei der Einkommensteuer können Ehepartner (und Lebenspartner) gemeinsam veranlagt werden, 26b EStG. Damit geben sie eine gemeinsame Steuererklärung ab und werden gemeinsam besteuert. Zusammen mit dem Ehegattensplitting ergeben sich dann unter Umständen steuerliche Vorteile.

Bei einer Einzelveranlagung (§ 26a EStG) hingegen werden beide Ehepartner unabhängig voneinander besteuert. Sie erhalten jeweils nur ihren persönlichen Steuerbescheid und jeder muss nur seine Steuer bezahlen. Dies kann zum Beispiel dann gewählt werden, wenn der eine nicht wissen soll, was der andere verdient.

Daneben gibt es noch die (unbenannte) Einzelveranlagung nicht verheirateter Personen (Ledige, Geschiedene, Verwitwete) gemäß § 25 EStG. Diese können natürlich nur einzeln veranlagt werden – sie sind ja nur Einzelpersonen.