Darf das Finanzamt ins Blaue hinein ermitteln?

Nein, das nicht, es muss zumindest einen nachvollziehbaren Anhaltspunkt geben. Besteht ein solcher Anfangsverdacht (Beispiel: jemand inseriert eine ausländische Immobilie und es ist bekannt, dass solche Anschaffungen oft mit Schwarzgeld finanziert wurden), kann die Steuerfahndung tätig werden. Diese ist auch für die „Aufdeckung und Ermittlung unbekannter Steuerfälle“ zuständig (§ 208 Abs. 1 AO).

Was ist eine stille Reserve?

Steigt der Wert eines Grundstücks über die Jahre, so handelt es sich damit noch nicht um einen Gewinn im steuerrechtlichen Sinne Vielmehr ist dies lediglich eine sog. „stille Reserve“, die man durch Verkauf realisieren kann. Erst, wenn dies aber wirklich geschehen ist, kann der Gewinn besteuert werden.

Bei der Überschussrechnung gilt dies allerdings nicht, hier muss dieser Vermögenszuwachs grundsätzlich nicht versteuert werden. Relevante Ausnahmen gibt es nur bei Immobilien, die innerhalb von zehn Jahren wieder verkauft werden, sowie bei Wertpapieren.