Kann ich eine Gesellschaft einfach auflösen, um Nachfragen der Steuerbehörden zu entgehen?

Zivilrechtlich ist es so, dass eine liquidierte Gesellschaft nicht mehr existiert. Es gibt dann diese juristische Person nicht mehr, sodass man auch an niemanden mehr herantreten kann, um etwaige Verpflichtungen einzufordern. Steuerrechtlich gilt dies nicht. Hier wird die Gesellschaft solange als bestehend behandelt, wie noch irgendwelche Rechtsbeziehungen zwischen ihr und dem Fiskus offen sind. Hierfür werden in der Regel die Liquidatoren als weiterhin vertretungsberechtigt angesehen.

Ist § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG eine Haltefrist?

Nein, ob man die Anteile an der Gesellschaft mehr oder weniger als fünf Jahre gehalten hat, spielt hier keinerlei Rolle. Entscheidend ist, nur dass man innerhalb irgendeines Zeitpunkts in den fünf Jahren vor Verkauf wenigstens 1 % der Anteile an der Firma besessen hat.

Wenn man also mehr als 1 % an einer Firma hält, dann ist der nächste Verkauf sicher steuerpflichtig. Dabei ist es egal, wann man die Anteile erworben hat, ob man mehr als 1 % verkauft oder danach noch mehr als 1 % hält – denn man hat ja irgendwann während des vorherigen Fünfjahreszeitraums (und zwar bis zum Tag des Verkaufs) mehr als 1 % gehalten und fällt damit in die Regelung des § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG. Somit muss man fiktive Gewerbebetriebseinkünfte ausweisen.

Ist die GmbH und Co. KG eine transparente oder eine intransparente Gesellschaft?

Auch diese Gesellschaft ist nur eine normale Kommanditgesellschaft. Ihre steuerliche Behandlung richtet sich also nach der KG und diese ist transparent. Somit muss keine Körperschaftsteuer gezahlt werden, der Gewinn/Verlust wird jedem Gesellschafter als gewerbliche Einnahme angerechnet.

Der auf die GmbH als Gesellschafter der KG entfallende Anteil wird aber von dieser nach den Regeln der (intransparenten) GmbH versteuert – also zunächst Körperschaftsteuer, Ausschüttungen stellen Kapiteleinkünfte dar.

Was ist eine intransparente Gesellschaft?

Im Gegensatz zur transparenten Gesellschaft wird bei der intransparenten Gesellschaft nicht von vornherein klar, welchen Anteil am Gewinn oder Verlust jeder Anteilsinhaber hat. Dieser wird erst durch Ausschüttung realisiert. Daher müssen diese Gesellschaften zunächst Körperschaftsteuer auf ihr Gesellschaftseinkommen zahlen. Die Gesellschafter müssen die Ausschüttung als Kapitaleinkünfte (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG) versteuern, und zwar mit einer Abschlagsteuer von 25 %.

Intransparente Gesellschaften sind bspw. die Aktiengesellschaft (AG), die Europäische Gesellschaft (SE), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und die britische Limited (Ltd).

Was ist eine transparente Gesellschaft?

Bei einer transparenten Gesellschaft kann jedem Gesellschafter automatisch persönlich ein Gewinn- bzw. Verlustanteil zugeordnet werden. Dieser Anteil wird dann gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG als gewerbliche Einnahme mit der Einkommensteuer belegt. Die Gesellschaft selbst muss keine Steuer auf ihr Einkommen bezahlen.

Transparente Gesellschaften sind bspw. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG).

Der Gegensatz dazu ist die intransparente Gesellschaft.

Wer sind der Inhaltsadressat, der Bekanntgabeadressat und der Empfänger?

Man unterscheidet im Steuerrecht Inhaltsadressaten, Bekanntgabeadressaten und Empfänger. In der Regel sind alle drei identisch, es kann aber Unterschiede geben.

Inhaltsadressat ist der Steuerpflichtige selbst, also die Person, gegen die Regelung konkret ergeht. Der Inhaltsadressat muss nicht gemäß § 79 AO handlungsfähig sein.

Bekanntgabeadressat ist die Person, der der Steuerbescheid bekanntgegeben werden muss, also entweder der Inhaltsadressat oder, wenn dieser nicht handlungsfähig ist, dessen Vertreter: Der Vorstand für einen Verein, die Eltern für den Minderjährigen, der Geschäftsführer für eine juristische Person etc.

Empfänger ist die Person, an die der Brief gesendet wird, also in der Regel der Bekanntgabeadressat, vielleicht aber auch der Steuerberater, wenn ein solcher als Empfangsbevollmächtigter eingesetzt wurde.

Wann ist man Mitunternehmer?

Grundsätzlich nur, wenn man in der Gesellschaft eine Stellung innehat, die dem „Regelstatut des HGB“ nahekommt. Hierzu gehören einerseits Stimm-, Kontroll-, Widerspruchsrechte, sodass eine Mitunternehmerinitiative aller Kommanditisten gegeben ist. Daneben tragen Mitunternehmer aber auch ihre Quote des Geschäftsrisikos, nehmen also auch an der Gewinn- und Verlustverteilung teil. Nach diesen Kriterien ist eine Gesamtbetrachtung anzustellen.

Mitunternehmer haben dann Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb.