Was sind durchlaufende Posten?

§ 4 Abs. 3 Satz 2 liefert folgende Definition:

Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben (…), die im Namen und für Rechnung eines anderen vereinnahmt und verausgabt werden (durchlaufende Posten).

Vereinnahmung bzw. Verausgabung „in Namen eines anderen“ sind solche, die bei denen der Durchlauf nach außen in Erscheinung tritt, diejenigen „auf Rechnung“ werden dagegen nur nach innen wirtschaftlich zugeordnet.

Wie wird eine Verrechnung behandelt?

Auch bei der Verrechnung (besser: Aufrechnung) von gegenseitigen Ansprüchen müssen beide Forderungen weiter berücksichtigt werden. Der Zufluss wird daher als Betriebseinnahme, der Abfluss als Betriebsausgabe behandelt.

Rechnerisch könnte man einfach beides weglassen, dies wird aber aus Transparenzgründen abgelehnt. Es ist nur ausnahmsweise möglich, wenn beide Zahlungen zwingend im gleiche Zeitpunkt geschehen sind.

Wie muss ich das steuerlich berücksichtigen, wenn mein Personal bei mir privat arbeitet?

Beispiel: Jemand hat einen Hausmeisterservice mit Angestellten. Im Herbst lässt er regelmäßig zwei seiner Angestellten seine private Hecke im Garten schneiden.

Dabei handelt es sich um eine Entnahme, da Betriebsmittel für private Zwecke verwendet werden. Man spricht daher von Nutzungsentnahme. Diese wird wie eine Betriebseinnahme behandelt, also werden die anteiligen Betriebsausgaben für diese Angestellten (Lohn) rechnerisch aufgewogen.

Kann Software als geringwertiges Wirtschaftsgut behandelt werden?

An sich nicht, da geringwertige Wirtschaftsgüter nur bewegliche Sachen sein können. Die Software ist dagegen ein Recht, man erwirbt eine Nutzungslizenz. Aus praktischen Gründen behandelt der Bundesfinanzhof Software aber genauso wie Sachen. Somit kann auch Software als Betriebsausgabe ohne Abschreibung sofort abgesetzt werden, sofern sie maximal 410 Euro gekostet hat (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG). Dabei kommt es bei Softwarepaketen auf den Einzelpreis jedes Programms an.

Wie wird eine Inzahlunggabe behandelt?

Gibt man einen alten Gegenstand bei der Anschaffung eines neuen in Zahlung (bestes Beispiel: Gebrauchtwagen), so ist der Rest- bzw. Buchwert des alten Gegenstands eine Betriebsausgabe, der dafür gezahlte Gegenwert ist eine Betriebseinnahme. Das Geschäft wird also auch steuerlich so behandelt als hätte man den Gebrauchtwagen zum festgesetzten Preis verkauft.

Was ist eine rückwirkende Vorwirkung?

Gemäß § 175 Abs. 1 Nr. 2 AO ist ein Steuerbescheid zu erlassen, aufzuheben oder zu ändern,

soweit ein Ereignis eintritt, das steuerliche Wirkung für die Vergangenheit hat (rückwirkendes Ereignis).

Der Zeitpunkt der Rückwirkung wird dabei auf den Eintritt des Ereignisses bezogen. Von diesem vergangenen Ereignis aus können die Wirkungen aber auch in die Zukunft wirken.

Beispiel: Im Jahr 2015 fällt auf, dass eine Betriebsausgabe im Jahr 2010 falsch gebucht wurde und der Betrag vielmehr über mehrere Jahre abgeschrieben werden musste. Von 2010 aus wirkt dies nach vorne, da damit die Abschreibung auch in den Jahren 2011 bis 2014 berücksichtigt werden muss. Trotzdem ist das ein Fall für § 175 Abs. 1 Nr. 1, da die Jahre 2011 bis 2014 von 2015 aus gesehen Vergangenheit sind.