Was bewirkt § 177 AO?

§ 177 der Abgabenordnung ermöglicht es, inhaltliche Fehler eines an sich bestandskräftigen Verwaltungsakts zu korrigieren, die für sich genommen eine Korrektur nicht rechtfertigen würden. Allerdings können diese Korrekturen nur innerhalb des Rahmens derjenigen Beträge geschehen, der durch korrekturbegründende Fehler vorgegeben wird.

Beispiel:
bisheriges zu versteuerndes Einkommen: 25.000 Euro
steuerverringernde Korrekturvorschriften: – 3.000
steuererhöhende Korrekturvorschriften: + 2.000
steuerverringernder inhaltlicher Fehler: – 7.000
steuererhöhender inhaltlicher Fehler: + 1.000

Die tatsächlich richtige Steuer wäre also 25-3+2-7+1 = 18.000 Euro

Allerdings dürfen sich diese nur innerhalb der anwendbaren Korrekturvorschriften auswirken. Diese lassen nur einen Spielraum von 25-3 = 22.000 bis 25+2 = 27.000 Euro. Also darf eine Verringerung bis auf 18.000 nicht stattfinden, sondern nur eine bis 22.000 Euro. Sollten sich allerdings noch weitere Korrekturansprüche später herausstellen, würden die bisher gefundenen inhaltlichen Fehler natürlich weiter berücksichtigt und so evtl. zu einer weiteren Verringerung des zu versteuernden Einkommens führen.

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